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Kreisbauerntag Traunstein 2026

Zwölf neue Landwirtschaftsmeister und eine Meisterin

30.07.2026 | Beim Kreisbauerntag im Festzelt im Rahmen des Burschengaufests in Hörpolding hörten rund 1000 Gäste einen informativen und witzigen Vortrag von Ludwig Huber über Vorurteile und Falschaussagen rund um die Landwirtschaft. Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch zwölf neue Landwirtschaftsmeister und eine -meisterin geehrt.

Kreisobmann Johann Steiner erklärte, Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hatte keine Zeit, nach Hörpolding zu kommen. Es gab daher keinen hochrangigen Politiker als Redner. Dafür trat Ludwig Huber, ehemaliger Mitarbeiter der AELF Traunstein, mit seiner Enkelin Marlene auf. Im Zwiegespräch klärte Huber über Themen auf, die oft falsch dargestellt und in der Bevölkerung nicht richtig verstanden würden. 

»Ich ärgere mich immer wieder über Halb- und Unwahrheiten«, betonte er, weshalb er ausführlich recherchiert habe. In dem Gespräch ging es um Themen wie Massentierhaltung, angeblich durch Nitrat vergiftetes Wasser, Kühe als Verursacher der Klimaerwärmung, Tierwohl, Subventionen, Biodiversität und anderes. Ausführlich erläuterte er seiner Enkelin, wie das mit dem Nitrat ist, und warum es für die Pflanzen wichtig ist. Auch bei einem Nitratgehalt über dem erlaubten Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter sei das Wasser noch lange nicht giftig, und es komme auch an Orten vor, wo keine Landwirtschaft betrieben wird. »Außerdem nehmen wir das meiste Nitrat sowieso über den Salat auf«, so Huber, was für ihn kein Problem sei: »Ich mag das Grünzeug eh nicht«. Auch die These, die Kühe seien schuld an der Klimaerwärmung und dem erhöhten CO2 Ausstoß, widerlegte er. Und: »Das Tierwohl ist heute besser als in der angeblich guten alten Zeit. Das kommt vor allem durch die gute Ernährung. «Auch, dass Bauern viel Geld verdienten und dicke Autos führen«, wollte Huber so nicht stehen lassen. 

So billig wie in Deutschland seien die Nahrungsmittel nirgends, und Landwirte, die heutzutage ohne Knechte arbeiten und alles selber machen müssen, würden im Endeffekt sogar weniger als den Mindestlohn in der Stunde verdienen. Huber hätte auch eine Lösung parat, um die Bevölkerung besser über die Arbeit der Bauern zu informieren: »Urlaub auf dem Bauernhof bringt beispielsweise viel, weil die Gäste da sehen können, wie gearbeitet wird.« Die Informationen müssten »unter die Leute«, gerne auch über soziale Medien, in denen sich vor allem junge Menschen informieren. Ihn würde es freuen, wenn mehr Lehrer mit ihren Klassen einen Bauernhof besuchen und sich dabei selbst ein Bild machen würden. 

Bürgermeister Hans-Peter Dangschat freute sich, dass der Kreisbauerntag zum zweiten Mal in Folge im Stadtgebiet stattfand. Hier gebe es viele Menschen, die mit der Landwirtschaft zu tun haben, und gerade in jüngster Zeit seien einige Höfe übergeben worden: »Die nächste Generation packt an, das ist gut.« In der Stadt werde die Landwirtschaft wertgeschätzt und die Pflege der Kulturlandschaft. 

Landrat Andreas Danzer betonte: »Die Landwirtschaft gehört zur Hoamat.« Viele Themen beschäftigten die Landwirte heute. Ein direkter Austausch sei sehr wichtig. Der Landwirtschaftsbeirat im Landkreis Traunstein bringe alle an einen Tisch und sei daher wichtig. Der jüngste Regionaltag in Traunstein habe einmal mehr die Arbeit der Landwirte sichtbar gemacht und Erzeuger und Verbraucher zusammengebracht. 

Sepp Siglreithmayr jun. stellte den BBV-Ortsverband Stein/St. Georgen vor, der alle Betriebe im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Stein umfasst. Zusammen mit den Ortsverbänden Traunwalchen und Pierling seien derzeit in Traunreut noch 74 landwirtschaftliche Betriebe, darunter 55 Milchviehhalter, aktiv. »Es werden aber immer weniger«, so Siglreithmayr. 

Die Landwirte bewirtschaften insgesamt 1729 Hektar Fläche und halten 1200 Milchkühe sowie 200 Maststiere. Im Stadtgebiet gibt es auch noch einen Schweinehalter. Derzeit hat Stein keinen Bauernobmann. Für alle drei Ortsverbände ist Frank Janetzky zuständig. Ortsbäuerinnen sind Gertrud Maier und Steffie Schaffner. 

Im Rahmen des Kreisbauerntags wurden die neu[1]en Landwirtschaftsmeister geehrt: Franz Berreiter, Andreas Heitauer, Theresa Helminger, Andreas Hofmeister, Johannes Huber, Michael Irlacher, Jakob Maier, Stefan Niederbuchner, Simon Voderhuber, Josef Wastlschmid, Simon Wimmer, Christian Wolferstetter, Abraham Zeltsperger. Musikalisch umrahmt wurde der Kreisbauerntag von der »Irger Tanzlmusi«. Der nächste Kreisbauerntag findet 2027 in Holzhausen bei Bergen statt.

 

Text von: Pia Mix