Im Team geht alles leichter
UN-Jahr der Landwirtin: Sophia Gramsamer berichtet bei BBV-Veranstaltung
Sie stehen im Stall, fahren den Bulldog, kümmern sich um die Kinder, organisieren den Haushalt, führen das Büro, vermarkten die eigenen Produkte und springen dort ein, wo gerade eine helfende Hand gebraucht wird. Sie betreuen Feriengäste, pflegen Angehörige, engagieren sich ehrenamtlich und vermitteln nicht selten zwischen den Generationen auf dem Hof. Landwirtinnen übernehmen Verantwortung in vielen Bereichen – und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für Familie, Betrieb und Gesellschaft. Das UN-Jahr der Landwirtin 2026 rückt die Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Mittelpunkt. Es soll sichtbar machen, welchen entscheidenden Beitrag Landwirtinnen zu den Agrarsystemen, zur Ernährungssicherung und zur Entwicklung des ländlichen Raumes leisten. Auch die Landfrauen und Bäuerinnen im Bayerischen Bauernverband (BBV) Traunstein sehen darin eine besondere Chance, das Engagement der landwirtschaftlichen Unternehmerinnen stärker in den Blick zu nehmen und ihnen Anerkennung und Unterstützung zu geben.
Ein Beispiel dafür, wie vielseitig das Leben einer Landwirtin sein kann, ist Sophia Gramsamer vom Huberhof in Ollerding bei Tittmoning. Sie wurde anlässlich des UN-Jahres der Landwirtin vom BBV Traunstein eingeladen, um über ihren persönlichen Weg, ihren Hof und die Herausforderungen des landwirtschaftlichen Alltags zu berichten. Als Mutter von vier Kindern schilderte Gramsamer ihr intensives Hofleben mit Ehemann und Familie, aber auch mit Mitarbeitern, Teilzeitkräften und Altenteilern. Nach der Einheirat und der Hofübergabe habe sich die Familie vorgenommen, „neue Wege zu gehen“. Für Gramsamer bedeutet das vor allem, Chancen zu erkennen und zu ergreifen, Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen anzunehmen.
Der Huberhof hat sich in den vergangenen Jahren zu einem vielseitigen Betrieb entwickelt. Neben der Milchviehhaltung mit Melkrobotern gehören eine Reithalle, Energieerzeugung und ein Tourismusbetrieb mit 14 Ferienwohnungen zum Hof. Zu Gramsamers Arbeitsbereichen zählt neben Familie und Haushalt insbesondere der Tourismus. Ihre persönliche Einstellung zur Zukunft fasste die Landwirtin mit klaren Worten zusammen: dynamisch bleiben, Freude am Schaffen haben und mutig in die Zukunft investieren. Denn Zukunftsmut brauche Zuversicht. Und noch etwas sei entscheidend: „Wir sind Teamplayer, und im Team geht alles leichter.“
Damit steht Sophia Gramsamer beispielhaft für viele Frauen in der Landwirtschaft, die täglich an unterschiedlichsten Stellen Verantwortung übernehmen. Das UN-Jahr 2026 soll dazu beitragen, diese Leistungen stärker sichtbar zu machen, das Berufsbild der Landwirtin zu stärken, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und Frauen miteinander zu vernetzen. Landwirtschaft ist Teamarbeit – und Frauen sind dabei unverzichtbare Leistungsträgerinnen. Für ihre persönlichen Einblicke und ihre motivierenden Worte erhielt Sophia Gramsamer großen Applaus. Kreisbäuerin Christine Schuhegger bedankte sich bei der Referentin mit einem Präsent.