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© Beate Stadler-Weikl Energiewende ohne Ende?
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"Eine Chance, keine Bedrohung"

Energiewende im Fokus der Kreisversammlung

04.03.2026 | Bei der Kreisversammlung am 03.03.2026 des Bauernverbandes im Landkreis Regensburg stand ein aktuelles und zukunftsweisendes Thema im Mittelpunkt. Zahlreiche Mitglieder kamen im Sitzungssaal des Grünen Zentrums zusammen, um sich über die Entwicklung und Perspektiven der erneuerbaren Energien zu informieren und auszutauschen.

Als Referent konnte Peter Ketterl, Leiter Technik Ostbayern der Bayernwerk Netz GmbH und Mitglied des Aufsichtsrats der Bayernwerk AG, begrüßt werden.  Auch BBV-Präsident Ely Eibisch nahm an der Veranstaltung teil.

In seiner Einführung betonte Kreisobmann Franz Obeth, dass die Energiewende immer im Spannungsfeld von Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Preisen und Nachhaltigkeit betrachtet werden müsse. Angesichts globaler Entwicklungen und geopolitischer Krisen sei die Energiepolitik aktuell besonders gefordert, tragfähige Strategien und Lösungen zu entwickeln.

Fossile Energie müsse weiterhin importiert werden, während der Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreite. Für die deutsche Wirtschaft stelle dieser Wandel jedoch "eine Chance und keine Bedrohung" dar. 

Unter dem Titel "Energie für Bayern - die Bayernwerk Netz GmbH stellt sich vor" gab Peter Ketterl einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Projekte. Besonders im Bereich der erneuerbaren Energien seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen entstanden. Prognosen zufolge könnte sich bis zum Jahr 2045 die Energieerzeugungsleistung etwa verdreifachen, während sich der Stromverbrauch verdoppeln könnte. Gleichzeitig steigt die Einspeisung erneuerbarer Energien kontinuierlich. Diese Entwicklung erfordert auch umfangreiche Anpassungen der Infrastruktur.

So entstehen im Zuge vieler Bauprojekte neue Hochspannungsleitungen, Speicherlösungen und intelligente Netze, um die steigenden Energiemengen effizient zu transportieren und zu steuern. 

Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Bereich Biogas. Hier verwies Ketterl auf aktuelle Projekte wie Bioethanol-Einspeisungen oder CO2-Rückspeiseanlagen. Biogasanlagen spielen vor allem in der Endphase der Energiewende eine wichtige Rolle, da sie flexibel Energie bereitstellen können. Gerade in Zeiten geringer Stromproduktion aus Wind oder Sonne können sie wichtige Beiträge zur Stabilität des Energiesystems leisten.

Auch die Energieerzeugung auf landwirtschaftlichen Betrieben war ein zentrales Thema. Dabei ging es neben technischen Details insbesondere um politische Rahmenbedingungen sowie Änderungen im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG).

BBV-Präsident Ely Eibisch betonte, dass die Wertschöpfung möglichst bei den bäuerlichen Betrieben bleiben müsse. Gleichzeitig verwies er auf häufige Änderungen in der Gesetzgebung und die damit verbundenen Herausforderungen für Investitionen. Für die Zukunft sieht Eibisch vor allem Energiespeicherlösungen als entscheidenden Baustein - insbesondere im Zusammenhang mit Biogas. "Biogas ist zu wertvoll, um daraus nur Strom zu produzieren", betonte er.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichten Kreisbäuerin Beate Stadler-Weikl und Kreisobmann Franz Obeth dem Referenten Peter Ketterl ein Präsent als Dank für seinen informativen und praxisnahen Vortrag.