Kiebitzschutz
Hinweise für Landwirtschaft und Jäger
Der Kiebitz ist ein charakteristischer Bodenbrüter unserer Kulturlandschaft, doch leider gehen seine Bestände seit Jahren stark zurück. Gerade jetzt, zur Brutzeit, sind seine Nester am Boden leicht zu übersehen und daher besonders gefährdet. Die Brutzeit beginnt Ende März und dauert bis Ende Mai.
Zum Schutz dieser gefährdeten Art werden auf den vorkommenden Äckern die Nester von Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit der Gebietsbetreuung für Wiesenbrüter im Donautal sowie der unteren Naturschutzbehörde gesucht und mit Stöcken markiert. In enger Abstimmung mit dem entsprechenden Landwirt können dann Bewirtschaftungsmaßnahmen angepasst werden, um Brutverluste zu vermeiden, ohne den Betriebsablauf wesentlich zu beeinträchtigen.
Dies kann unter anderem das Umfahren seiner Gelege oder eine kurze Kontrolle vor der Bearbeitung sein.
Darüber hinaus stehen Förderprogramme wie das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) und KULAP zur Verfügung. Diese bieten finanzielle Ausgleichszahlungen für naturschonende Bewirtschaftungsweisen, die dem Kiebitz und anderen Feldvögeln zugutekommen.
Bei Interesse oder Fragen berät das zuständige AELF oder die untere Naturschutzbehörde.
Im Nachgang ist auch das Management der Prädatoren zum Schutz der Gelege und Jungvögel wichtig.
Folgende Punkte werden dabei als essentiell für die Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Jägerschaft angesehen:
- Information an den Landwirt über gefundene/ vermutete Neststandorte. Jäger und Kitzrettungsvereine können auch Wärmebilddrohnen aktiv zur Nestersuche einsetzen. Frühmorgens kann man so die brütenden Altvögel auf ihren Nestern ausfindig machen.
- Konstante Bejagung von relevanten Prädatoren (Fuchs, Wildschwein, etc.).
- Keine Pflanzung von Hecken in bekannten Kiebitz-Lebensräumen, da Einstand für Fuchs, Marder und Co.
- Vermeidung von Störungen zur Brutzeit (z. B. durch aktiv genutzte Hochsitze und Kirrungen in unmittelbarer Brutplatznähe). Bei der Rehwildjagd Ansitze im Bereich mit nistenden Wiesenbrütern während der Brutzeit möglichst vermeiden.