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© BBV Teilnehmer des Austausch zum Waldumbau
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Zukunftswald im Fokus

Austausch im Bestand

26.02.2026 | Der Wald steht vor gewaltigen Herausforderungen: Klimawandel, Schädlingsdruck und zunehmende Wetterextreme erfordern neue Strategien sowie ein entschlossenes Handeln.

Über diese Notwendigkeit herrschte bei einem Treffen von Vertretern aus Landwirtschaft und Jagd in Thann bei Riedenburg absolute Einigkeit. In einem intensiven Austausch diskutierten Alexander und Herbert Riepl, Siegfried Jäger und Hubert Hofmann (Bayerischer Bauernverband) sowie Jakob Liedl (ArGe Jagd Regensburg) und Wolfgang Fisch (ArGe Jagd Niederbayern) über die Kernfragen der Forstwirtschaft.

Die Teilnehmer diskutierten insbesondere den zukunftsorientierten Waldumbau und die Bedeutung waldangepasster Jagd zur Reduktion der Schalenwildbestände. Im Fokus standen zudem die Auswahl geeigneter Zukunftsbaumarten sowie das Leitbild eines stabilen, resilienten Ökosystems. Dabei war die entscheidende Frage: Wie schaffen wir es, unsere Wälder klimafit, ökologisch stabil und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig zu gestalten?

Waldumbau braucht gemeinsame Verantwortung

„Ein zukunftsorientierter Waldumbau bedeutet, heute die richtigen Entscheidungen für morgen zu treffen. Weg von anfälligen Reinbeständen – hin zu stabilen, artenreichen Mischwäldern mit standortgerechten und klimastabilen Baumarten“, erläuterte Alexander Riepl. Diese sogenannten Zukunftsbaumarten sollen auch unter veränderten Klimabedingungen bestehen können und langfristig Ertrag sowie ökologische Stabilität sichern. „Doch die besten Pflanzkonzepte nützen wenig, wenn Naturverjüngung und junge Kulturen durch überhöhte Schalenwildbestände beeinträchtigt werden“, ergänzte sein Bruder Herbert. Schnell war man sich einig: Waldumbau und Jagd gehören untrennbar zusammen. 

Waldangepasste Jagd als Schlüssel

Hubert Hofmann führte aus, dass „eine waldangepasste Jagd die Voraussetzung für das Gelingen des Waldumbaus“ sei. Auch sei es das Ziel „die Schalenwildbestände – insbesondere Rehwild auf ein Maß zu reduzieren, das eine natürliche Verjüngung ohne aufwendige Schutzmaßnahmen ermöglicht“. Zusammenfassend machte Hofmann klar: „Nur wenn junge Bäume ohne flächendeckenden Zaun- oder Einzelschutz aufwachsen können, ist ein wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller Umbau möglich“.

Wirtschaftlichkeit im Einklang mit Nachhaltigkeit 

Siegfried Jäger (BBV) betonte, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gleichzeitig berücksichtigt werden müssen. „Der Umbau von Fichtenbeständen durch Laubholz ist nicht überall wirtschaftlich sinnvoll. Vorgaben wie das geplante Naturwiederherstellungsgesetz, vorgeschriebene Totholzmengen und weitere Auflagen könnten die Wirtschaftlichkeit der Forstwirtschaft erheblich beeinträchtigen“, so Jäger. Gerade auf Standorten mit hohen Niederschlägen sei die Fichte nach wie vor eine wirtschaftlich und ökologisch tragfähige Baumart. Sein Ziel: den Waldbau auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu stärken.

Zukunftswald braucht klare Rahmenbedingungen

Einigkeit bestand darin, dass der Waldumbau nur im Schulterschluss von Waldbesitzern, Jägerschaft und Politik gelingen kann. Neben fachlichen Konzepten braucht es praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen.

Der Bayerischer Bauernverband setzt sich daher für klimaangepasste Wälder, eine konsequent waldangepasste Jagd und verlässliche gesetzliche Vorgaben ein. Denn nur wenn Ökologie, Klimaanpassung und Wirtschaftlichkeit zusammen gedacht werden, kann der Zukunftswald dauerhaft bestehen.