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Bodendruck kann stark reduziert werden, wenn bei Nutzfahrzeugen der Reifendruck stark gesenkt wird. Im Praxisteil des Bodenschutztages demonstrierte dies das Team der Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) Triesdorf den Teilnehmenden in der Bodenhalle.

Schwammlandschaften für mehr Wasser in der Fläche

80 Teilnehmende beim 2. Bodenschutztag der Initiative Heimat.Boden.Wasser in Triesdorf am 21.10.2026

23.10.2026 | Flächen klimaresilient gestalten

„Wenn der Boden austrocknet und die Ernte auf den Äckern verdorrt – Handlungsstrategien für Landwirtschaft und Kommunen“, darum ging es beim zweiten Bodenschutztag am 21. Oktober 2026 in Triesdorf. Rund 80 Interessierte aus Behörden, Kommunen und Landwirtschaft nahmen an der Fachtagung teil, zu der die Initiative Heimat.Boden.Wasser, getragen vom BBV und dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach, eingeladen hatte.  

Klimaextreme nehmen zu

„Das Thema Klimawandel ist aktueller denn je, herrschte doch in Deutschland in diesem Sommer eine mehrwöchige Hitzeperiode. Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius und ausbleibender Regen wurden für Mensch, Tier und Umwelt zunehmend zur Belastungsprobe“, betont Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach. Pegelstände von Flüssen und Seen sanken täglich, während die Bevölkerung immer mehr Wasser benötigte. Gärten, kommunale Grünanlagen und landwirtschaftliche Nutzflächen vertrockneten. „Auf den Wiesen fehlte der Aufwuchs sowohl als Futter für Weidetiere als auch zum Einbringen für die Wintermonate. Auf dermaßen ausgetrockneten Flächen würde Starkregen ungehindert abfließen, zu Überschwemmungen führen und fruchtbaren Boden abtragen“, erklärt Peter Köninger, Präsident des BBV Bezirksverbandes Mittelfranken.

Wasser in der Fläche halten

Der Boden dient dem Menschen zur Lebensmittelerzeugung, als Wasserspeicher und ist zugleich Lebensraum. Wie Boden „klimafit“ gemacht werden könnte, wurde im Rahmen des zweiten Bodenschutztages mit Kommunen und Landwirten vielseitig erörtert. Welche Auswirkungen etwa klimatische Veränderungen auf die Anbaustrategien in der Landwirtschaft haben, erläuterte Prof. Dr. Bernhard Bauer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT).
Das System Schwammlandschaften mit erhöhtem Potenzial zur Speicherung und Rückhaltung von Wasser in der Landschaft wurde von Norbert Bleisteiner von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) Triesdorf im Detail vorgestellt. Da Städte und Gemeinden zunehmend vor der Herausforderung stehen, Lebensräume zu erhalten und klimaresilient zu gestalten, wird das Thema Schwammlandschaften auch für Kommunen und Städte deutlich an Bedeutung gewinnen.

© BBV Die Herausforderungen des Klimawandels und damit einhergehender Extremwetterereignissen diskutierten Prof. Dr. Bernhard Bauer, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (links, stehend), Norbert Bleisteiner, Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf im Rahmen des zweiten Bodenschutztages in Triesdorf.
Die Herausforderungen des Klimawandels und damit einhergehender Extremwetterereignisse diskutierten Prof. Dr. Bernhard Bauer, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (links, stehend), Norbert Bleisteiner, Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf im Rahmen des zweiten Bodenschutztages in Triesdorf.

Keyline Design und Agroforst

Keyline Design gilt als Zukunftstechnologie für Wasserrückhalt, Erosionsschutz und Klimaanpassung. Dr. Philipp Gerhardt von der Baumfeldwirtschaft Deutsche Agroforst GmbH erläuterte, wie landwirtschaftliche Wässersysteme geplant und umgesetzt werden können, damit sie Extremwetterereignisse wie etwa Trockenperioden oder Starkregen abpuffern. Praxisbeispiele für Klimalandschaften sollen aufzeigen, wie sich wirksames Wassermanagement betrieblich integrieren lässt und welche Chancen der Zusammenarbeit sich für Landwirtschaft und Kommunen im Umgang mit Wasser eröffnen.

© BBV Dr. Philipp Gerhardt, Baumfeldwirtschaft Deutsche Agroforst GmbH (Mitte, stehen), erläuterte, wie landwirtschaftliche Wässersysteme geplant und umgesetzt werden können, damit sie Extremwetterereignisse wie etwa Trockenperioden oder Starkregen abpuffern. Im Bild Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Ansbach (rechts, stehend), das Partner der gastgebenden Initiative Heimat.Boden.Wasser des Bodenschutztages ist.
Dr. Philipp Gerhardt, Baumfeldwirtschaft Deutsche Agroforst GmbH (Mitte, stehen), erläuterte, wie landwirtschaftliche Wässersysteme geplant und umgesetzt werden können, damit sie Extremwetterereignisse wie etwa Trockenperioden oder Starkregen abpuffern. Im Bild Thomas Keller, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Ansbach (rechts, stehend), das Partner der gastgebenden Initiative Heimat.Boden.Wasser des Bodenschutztages ist.

Bodendruck reduzieren

Neben den Fachvorträgen wurde auch das Thema „Bodendruck“ thematisiert. Schmale Reifen an Zugmaschinen und Anhängern etwa erhöhen den Bodendruck auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Verdichtungen in tieferen Schichten lassen den Boden weniger Wasser aufnehmen und Ertragseinbußen sind die Folge. 

Wie Boden unter Druck reagiert und welche technischen Maßnahmen ergriffen werden können, um Bodenverdichtungen zu vermeiden, zeigte Norbert Bleisteiner mit seinem Team von den Landwirtschaftlichen Lehranstalten (LLA) Triesdorf anhand von Versuchen in der Bodenhalle praxisnah auf.

© BBV Anhand von Versuchen demonstrierte das Team der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, dass Bodendruck stark reduziert werden kann, wenn bei Nutzfahrzeugen der Reifendruck auf 0,6 bar gesenkt wird.
Anhand von Versuchen demonstrierte das Team der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, dass Bodendruck stark reduziert werden kann, wenn bei Nutzfahrzeugen der Reifendruck auf 0,6 bar gesenkt wird.