Erfolgreiches Netzwerk in Franken: Fachlicher Austausch zur Schweineveredelung
Hybrid-Veranstaltung mit hoher Beteiligung und breitem Themenspektrum
Der Bayerische Bauernverband Oberfranken veranstaltete am 20. Januar 2026 ein frankenweites Veredelungsnetzwerk für schweinehaltende Betriebe. Die Hybrid-Veranstaltung mit Präsenzteilnahme in Bamberg sowie Online-Zuschaltung wurde sehr gut angenommen und bot den Teilnehmenden ein vielfältiges fachliches Programm mit intensiven Diskussionen.
Große Bandbreite an Themen beschäftigt die Schweineveredelung
Im Mittelpunkt des Programms: aktuelle und zukunftsrelevante Themen der Schweineveredelung, darunter die Marktlage, Perspektiven der Schlachthofstrukturen in Bayern, die afrikanische Schweinepest (ASP) und damit verbundene Präventionsprojekte, neue Versuchsreihen der BaySG Schwarzenau, geplante EU-Regelungen zu Tiertransporten, internationale Handelsabkommen, Antibiotika-Monitoring sowie Fragen der Stall- und Investitionsplanung. Darüber hinaus informierte die Veranstaltung über die erfolgte Fusion zwischen den bäuerlichen Schweinezucht-Organisationen Erzeugergemeinschaft und Züchtervereinigung für Zucht- und Hybridzuchtschweine in Bayern EGZH und SUISAG.
In der Diskussion zur Marktlage wurde unter anderem erörtert, ob der Selbstversorgungsgrad für Schweinefleisch künftig differenzierter nach Teilstücken betrachtet werden sollte, um das selektive Verbraucherverhalten und dadurch notwendige Absatzverschiebungen realistischer abbilden zu können.
Afrikanische Schweinepest: Wachsamkeit trotz guter Vorbereitung erforderlich
Im Themenblock zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) wurde deutlich, dass Bayern organisatorisch und fachlich gut vorbereitet ist. Gleichzeitig wurde betont, dass ein Eintrag der ASP jederzeit von außen erfolgen kann, beispielsweise über Verkehrsachsen oder Parkplätze an Bundes- und Autobahnen, was weiterhin eine hohe Aufmerksamkeit in der Praxis erfordert.
Praxisferne Investitionsanforderungen beim Stallbau
Breiten Raum nahm auch der Austausch zur Schweinestallplanung ein. Diskutiert wurden aktuelle Investitionsanforderungen, Fördermöglichkeiten sowie die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Neu- und Umbauten. In diesem Zusammenhang wurde die Berechnungsgrundlage der Großvieheinheiten (GVE) bei Schweinen kritisch hinterfragt. Insbesondere die daraus resultierenden Förderbeschränkungen durch die Grenze von 2 GVE je Hektar sowie die Einstufung im Rahmen der EU-Industrieemissionsrichtlinie wurden von den Teilnehmenden als praxisfern bewertet.