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Deutlicher Appell beim Deutschen Bauerntag 2026

29.06.2026 | Mit klaren Forderungen an die Politik und dem Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft ist der Deutsche Bauerntag 2026 in Freiburg zu Ende gegangen. Dabei waren auch MdEP Stefan Köhler, Bezirksgeschäftsführer Eugen Köhler Unterfranken, Kreisbäuerin Diana Reinhart und stellvertretender Kreisobmann Eugen Reinhart aus dem Landkreis Miltenberg.

Rund 600 ehrenamtliche Delegierte der Landesbauernverbände kamen am 25. und 26. Juni in Freiburg zum Deutschen Bauerntag 2026 zusammen. Im Mittelpunkt standen die angespannte wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Familienbetriebe und klare Forderungen an die Politik.

Bereits im Vorfeld machte Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, deutlich, wie ernst die Situation ist: „Die Situation ist alarmierend. Niedrige Erzeugerpreise für Fleisch, Milch und Marktfrüchte treffen auf massiv gestiegene Kosten für Treibstoffe, Energie und Düngemittel. Der temporäre Tankrabatt war ein erster Schritt – doch jetzt brauchen wir strukturelle Entlastungen!“

Am Donnerstag nahm Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am Deutschen Bauerntag teil. Günther Felßner forderte den Minister auf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Befreiung von der Energiesteuer für Biokraftstoffe und nicht-fossile Treibstoffe für die Land- und Forstwirtschaft nun umzusetzen. „Neben einer spürbaren Kostenentlastung wird so die deutsche Landwirtschaft auf ihrem Weg hin zur Klimaneutralität unterstützt, der Klimaschutz und die Ernährungssicherung gestärkt“, betonte Felßner.

Darüber hinaus richtete Felßner einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung: „Die Bundesregierung darf die Landwirtschaft als systemrelevanten Wirtschaftsbereich nicht länger im Stich lassen. Neben den großen Reformpaketen Arbeit, Soziales und Steuer müssen die Versprechen des Koalitionsvertrags endlich umgesetzt werden. Nur so sichern wir Ernährung, Klimaschutz und die Zukunft unserer Höfe.“ Bundeskanzler Friedrich Merz müsse auf EU-Ebene überfällige Nachbesserungen bei den Vorgaben der Naturwiederherstellungsverordnung initiieren. Ebenso notwendig seien ein Bestandschutz von 20 Jahren für umgebaute und neue Stallungen sowie praxistaugliche Emissionsregeln. Planungssicherheit sei entscheidend, um eine starke Kreislaufwirtschaft und damit die Ernährungssicherung zu gewährleisten. Zudem müsse das nationale Düngerecht nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Oktober vergangenen Jahres grundlegend überarbeitet werden, um eine praxistaugliche Düngung und eine verursacherbezogene Konzeption sicherzustellen.

Zum Deutschen Bauerntag kommen einmal jährlich die von den 18 Landesbauernverbänden gewählten ehrenamtlichen Landwirte und Landwirtinnen zusammen. Der Bayerische Bauernverband war als größter Landesbauernverband mit 80 Ehrenamtlichen in Freiburg vertreten.

© BBV Bauerntag