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Rücksicht macht Wege breit

gegenseitige Wertschätzung auf Wirtschaftswegen

28.07.2026 | Apell an ein partnerschaftliches Miteinander statt Verbote

Untersiemau / Landkreis Coburg. Der Bayerische Bauernverband (BBV) setzt ein klares Zeichen für ein besseres Miteinander im ländlichen Raum. Im Gemeindegebiet Untersiemau startete die BBV-Geschäftsstelle Coburg gemeinsam mit Ersten Bürgermeister Rolf Rosenbauer sowie dem gemeindlichen Bauhof die Aktion „Rücksicht macht Wege breit“. An viel frequentierten Abschnitten wurden auffällige Zeichnungen mithilfe von Schablonen direkt auf den Asphalt aufgebracht. Diese zeigen einen Traktor sowie Freizeitnutzer, die sich freundlich grüßen. Sie sollen alle Wegenutzer für eine vorausschauende Fahr- und Gehweise sensibilisieren.

Wirtschaftswege sind primär Arbeitsplatz der Landwirte
Viele der heute so beliebten Rad- und Wanderwege wurden ursprünglich von den Landwirten und Grundstückseigentümern im Zuge von Flurbereinigungen zur Verfügung gestellt, um die Feinerschließung und Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen zu sichern. Dass diese oft wunderschön gelegenen Routen vermehrt zur Naherholung genutzt werden, freut die Landwirtschaft grundsätzlich. Doch gerade die Sommermonate bergen Konfliktpotenzial: Die arbeitsintensive Erntephase fällt exakt in die Schönwetterperioden, in denen auch die meisten Ausflügler draußen unterwegs sind.

Bürgermeister Rolf Rosenbauer stellt sich voll und ganz hinter die Kampagne des Berufsstandes: „Unsere Flurwege sind ein wertvolles Gut für die Naherholung im Gemeindegebiet. Wir dürfen dabei aber niemals vergessen: Diese Wege sind die Arbeitsplätze unserer heimischen Bauernfamilien. Wenn hier ein Mähdrescher oder ein Traktorgespann fährt, können die Fahrzeuge schlicht nicht mal eben im Graben verschwinden. Ein kurzes Innehalten oder das Ausweichen auf den Grünstreifen nimmt sofort die Schärfe aus der Situation. Uns als Gemeinde ist es ein großes Anliegen, dieses Bewusstsein und das gegenseitige Verständnis vor Ort aktiv zu stärken.“

Appell an ein partnerschaftliches Miteinander statt Verbote
Die Aktion setzt bewusst auf Aufklärung statt auf Verbotsschilder. Ziel ist es, den Blick füreinander zu schärfen. Gabriel Lieb, Geschäftsführer der BBV-Geschäftsstelle Coburg, erläutert den Hintergrund: „Mit diesen Schablonen und Vorlagen wollen wir hier jeden noch einmal ganz unkompliziert an die gegenseitige Rücksichtnahme erinnern. Es geht nicht darum, irgendjemandem die Nutzung der Wege streitig zu machen. Doch wo gegenseitige Rücksicht herrscht, werden auch schmale Wege für alle Beteiligten plötzlich breit genug.“

Auch die Landfrauen im BBV machen sich für die Kampagne stark. Kreisbäuerin Kathrin Bauer wirbt um Verständnis für die Erzeuger von Lebensmitteln: „Wir Landwirte und Landfrauen freuen uns über jeden, der unsere gepflegte Kulturlandschaft schätzt. Wenn im Sommer die Ernte ansteht, sind unsere Betriebe jedoch unter hohem Zeitdruck auf freien Wegenetzverkehr angewiesen, um das Korn trocken einzubringen. Ein freundliches Lächeln, ein kurzes Handzeichen und ein Moment des Abwartens auf beiden Seiten sorgen dafür, dass wir alle – ob beim Ernten oder beim Entspannen – sicher, unfallfrei und vor allem entspannt ans Ziel kommen.“

Dank der schnellen und tatkräftigen Unterstützung durch die Mitarbeiter des Untersiemauer Bauhofs sind die Symbole ab sofort auf den Fluren sichtbar. Der Bayerische Bauernverband bittet alle Bürgerinnen und Bürger, diese Botschaft im täglichen Miteinander aktiv zu leben. Falls weitere Gemeinden die Schablonen ausleihen wollen, können Sie sich gerne an die Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes wenden. 

© BBV Gabriel Lieb Untersiemau