Energiewende gemeinsam gestalten: Chancen für Bürger, Bauern und Kommunen
Austauschrunde mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises
Zur Begrüßung stellten Kreisobmann Peter Beer und BBV-Geschäftsführerin Yvonne Stolpmann den Bayerischen Bauernverband als starke Stimme der Land- und Forstwirtschaft sowie als Partner im ländlichen Raum vor. Neben der politischen Interessenvertretung begleitet der BBV seine Mitgliedsfamilien mit Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten und bringt sich überall dort in den Dialog mit Städten und Gemeinden ein, wo gemeinsame Lösungen den landwirtschaftlichen Betrieben und der Region zugutekommen. „Die Gemeinden haben viele Berührungspunkte mit dem BBV“, betonte Beer. Themen wie regionale Wertschöpfung, Energie, Windkraft, Photovoltaik oder Bürgerenergie betreffen Landwirtschaft und kommunale Ebene gleichermaßen. Stolpmann unterstrich die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs: „Wo Landwirtschaft und Kommunen miteinander im Gespräch sind, entstehen oft die besten Lösungen für die Region.“
Wie regionale Bürgerenergieprojekte erfolgreich umgesetzt werden können, erläuterte Dr. Lena Käsbauer, Projektkoordinatorin „Wegbereiter Wind“ beim Bayerischen Bauernverband. Gemeinsam mit der Agrokraft GmbH, der verbandseigenen Tochtergesellschaft des BBV, begleitet sie Kommunen und Grundstückseigentümer bei der Entwicklung regionaler Energieprojekte – von der Flächensicherung bis zur Vertragsgestaltung.
Dass der Landkreis Amberg-Sulzbach bereits konkrete Schritte auf den Weg gebracht hat, zeigte Hermann Böhm, Erster Bürgermeister der Gemeinde Poppenricht und Vorsitzender des Verwaltungsrats des Regionalwerks Amberg-Sulzbach. Sieben Kommunen der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach haben ein gemeinsames Kommunalunternehmen gegründet, das künftig Energieerzeugung, Wärmeversorgung und Energievertrieb bündeln soll. Ziel ist eine sichere, bezahlbare und regionale Energieversorgung unter Beteiligung der Kommunen und ihrer Bürger.
Im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Lena Käsbauer stand die Frage, wie die Wertschöpfung möglichst in der Region bleibt. Bürgerenergieprojekte können einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums leisten, wenn Gemeinden, Grundstückseigentümer und Bürger frühzeitig gemeinsam handeln. Der BBV und die Agrokraft GmbH unterstützen dabei unter anderem bei der Entwicklung regionaler Konzepte, der Koordination von Eigentümergemeinschaften sowie bei Fragen der Flächensicherung und Vertragsgestaltung. Grundstückseigentümern empfahl Dr. Lena Käsbauer, Pacht- und Nutzungsverträge vor einer Unterschrift unabhängig fachlich und juristisch prüfen zu lassen.
Zum Abschluss lenkte Kreisbäuerin Erika Loos den Blick auf ein weiteres Feld der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Gemeinden: die Arbeit der Landfrauen. Mit Angeboten in der Ernährungs- und Verbraucherbildung, Projekten für Kinder und Familien sowie ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben im ländlichen Raum. Als verlässliche Ansprechpartnerinnen vor Ort bringen sie Menschen zusammen und unterstützen zahlreiche Aktionen und Projekte in den Gemeinden. Ihr Selbstverständnis brachte Erika Loos mit einem Satz auf den Punkt: „Wir reden nicht nur – wir machen.“
Die Austauschrunde machte deutlich, dass Landwirtschaft und Gemeinden viele gemeinsame Zukunftsaufgaben verbinden. Der Bayerische Bauernverband setzt sich dafür ein, die Interessen seiner Mitgliedsfamilien zu vertreten und zugleich den Dialog mit den Kommunen zu fördern. Gerade bei Themen wie regionaler Wertschöpfung, Energiewende oder dem gesellschaftlichen Leben im ländlichen Raum profitieren beide Seiten von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.