BBV-Kreisverbände tauschen sich mit Bundestagsabgeordnetem David Mandrella aus
Fachlicher Austausch der BBV-Kreisverbände Neumarkt und Amberg-Sulzbach
Nach der Begrüßung durch die Kreisobmänner Michael Gruber und Peter Beer nutzten die Kreisvorstandschaften beider Kreisverbände die Gelegenheit, zentrale Anliegen der regionalen Landwirtschaft mit dem Bundestagsabgeordneten David Mandrella (SPD) anzusprechen. Im Mittelpunkt standen insbesondere die geplante Neuregelung der Düngeverordnung, die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), der zunehmende Flächenverbrauch, die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe sowie Fragen der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft. Als Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat nutzte Mandrella den Termin, um sich aus erster Hand über die aktuellen Herausforderungen der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Region zu informieren.
Ein Schwerpunkt des Austauschs war die anstehende Neuregelung der Düngeverordnung infolge des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts. Der BBV machte deutlich, dass die neue Regelung fair, praxistauglich und nachvollziehbar sein müsse. Die bisherige Bewertung anhand einzelner Messstellen werde den tatsächlichen Gegebenheiten häufig nicht gerecht und führe aus Sicht des Berufsstandes zu pauschalen Einschränkungen für landwirtschaftliche Betriebe.
Ebenso wurden die Auswirkungen steigender Produktionskosten, hoher Energiepreise und zunehmender bürokratischer Anforderungen auf die Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe thematisiert. Die Kreisvorstandschaften machten deutlich, dass hohe Energie- und Betriebskosten bei gleichzeitig anhaltendem Preisdruck die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe zunehmend gefährden. Im Zusammenhang mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie der Tierhaltungskennzeichnung warben die Vertreter des BBV zudem eindringlich für faire Wettbewerbsbedingungen. Zusätzliche nationale Vorgaben dürften nicht dazu führen, dass heimische Betriebe gegenüber Erzeugern aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder Drittstaaten benachteiligt werden.
Darüber hinaus wurden die zunehmenden Herausforderungen durch Wolf und Biber thematisiert. Die Vertreter des BBV machten deutlich, dass die Ausbreitung beider Tierarten in vielen Regionen erhebliche Belastungen für die Land- und Forstwirtschaft mit sich bringt. Die Kreisvorstandschaften warben dafür, die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und praxistaugliche Lösungen sowie angemessene Entschädigungen für die Betroffenen zu ermöglichen.
Auch die Bedeutung der Ernährungsbildung nahm einen wichtigen Platz im Gespräch ein. Bezirks- und Kreisbäuerin Rita Götz sowie Kreisbäuerin Erika Loos warben im Namen der Landfrauen dafür, die Themen Alltagskompetenzen und den bewussten Umgang mit regional erzeugten Lebensmitteln an Schulen weiter zu stärken.
David Mandrella gab den Teilnehmenden einen Einblick in die aktuellen politischen Beratungen auf Bundesebene und erläuterte den Stand verschiedener Gesetzgebungsvorhaben. Er machte deutlich, dass viele Entscheidungen auf Bundes- und EU-Ebene eng miteinander verzahnt seien, und betonte die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs mit der landwirtschaftlichen Praxis. Die zahlreichen Anregungen und Forderungen aus den Reihen des BBV nahm er für seine weitere parlamentarische Arbeit mit.
Zum Abschluss bedankten sich beide Seiten für den offenen und konstruktiven Austausch. Die Kreisvorstandschaften hoben hervor, wie wichtig der regelmäßige Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern sei. Mit einem Bundestagsabgeordneten aus der Region, der dem Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat angehört, bestehe eine gute Möglichkeit, die Anliegen der heimischen Landwirtschaft frühzeitig in die politischen Diskussionen einzubringen.