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EU-Agrarrat: Bekenntnis zu stark finanzierter GAP ab 2028 jetzt nötig!

Felßner fordert von EU-Agrarministern ein Agrarbudget von 500 Milliarden Euro bis 2034

13.07.2026 | Am Montag, dem 13. Juli, tagen die Agrarminister und Agrarministerinnen der 27 Mitgliedstaaten. Ein Themenschwerpunkt ist die EU-Agrarpolitik, wo die vor einem Jahr vorgestellten Vorschläge der EU-Kommission für das Agrarbudget von 2028 bis 2034 dringend nachgebessert werden muss. „Die verschiedenen weltpolitischen Krisen der letzten Jahre haben überdeutlich gezeigt, wie wichtig mehr Unabhängigkeit Europas von Importen und zugleich die Versorgungssicherheit ist.

Das gilt auch für die Ernährungssicherung der 450 Millionen Bürgerinnen und Bürger der EU-Mitgliedstaaten. Deshalb fordere ich, dass der EU-Agrarrat jetzt ein klares Bekenntnis für eine stark finanzierte EU-Agrarpolitik mit einem verbindlichen Budget von 500 Milliarden Euro beschließt“, erklärt Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. „Die Landwirtschaft will weiterhin die Ernährungssicherung, Bereitstellung von erneuerbarer Energie, Bioökonomie sowie Ressourcenschutz und Biodiversität für die Gesellschaft leisten. Dafür braucht es aber einen wirtschaftlichen Rahmen über die künftige EU-Agrarpolitik.“  

Die bayerische Landwirtschaft ist geprägt von rund 100.000 überwiegend familiengeführten Betrieben mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 34 Hektar. Ein hoher Anteil an Nebenerwerbsbetrieben sowie rund 14.000 Bergbauernbetriebe stellen besondere Anforderungen an die Ausgestaltung der GAP. „Gerade diese vielfältigen und kleinstrukturierten Betriebsformen sichern flächendeckende Bewirtschaftung, regionale Wertschöpfung und lebendige ländliche Räume. Deshalb fordere ich den EU-Agrarrat auf, die Umverteilungsprämie – die so genannte Erste-Hektare-Regelung – deutlich auszubauen und damit den Kommissionsvorschlag für Kappung und Degression zu ersetzen. Damit würden der gesellschaftliche Wunsch nach vielfältigen Strukturen der Landwirtschaftsbetriebe sowie kleinen und mittleren Familienbetriebn viel wirksamer unterstützt“, betont Felßner. „In der von Unsicherheit und kritischer wirtschaftlicher Situation geprägten Zeit braucht es über die künftige Agrarpolitik eine hohe Einkommenswirkung und Planungssicherheit für Investitionen. Die Landwirtschaft ist und bleibt systemrelevant. Europa braucht eine starke, gemeinsame Agrarpolitik mit klaren Leitplanken und einer zukunftsweisenden Finanzierung“, betont Felßner. Er sei deshalb verwundert, dass Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am 13. Juli nicht am Agrarrat teilnimmt, was das Ministerium durch seinen Terminplan veröffentlicht hat. Denn die irische Ratspräsidentschaft wird kommenden Montag im Agrarrat ihr Arbeitsprogramm für das kommende, wichtige Halbjahr vorstellen.