Betriebsbesichtigung: Ein Weg vom Anbindestall zum Laufstall
Arbeitsgemeinschaft Einkommenskombination und Nebenerwerb
Am 18. August lud die Arbeitsgemeinschaft Einkommenskombination und Nebenerwerb zu einer Abendveranstaltung zum Thema „Umbaulösungen“ ein. Rund 70 interessierte Landwirtinnen und Landwirte nutzten die Gelegenheit, den vor zehn Jahren umgebauten ehemaligen Anbindestall zu besichtigen und sich Anregungen für eigene Bauvorhaben zu holen.
Nach der Begrüßung durch Tom Niedermaier schilderte das Betriebsleiterpaar Bettina und Sepp Hanfstingl den Weg von der ersten Idee über die Planung und Umsetzung des Umbaus bis hin zu den heutigen Arbeitsabläufen.
Bestand clever nutzen und Arbeitsabläufe optimieren
Sepp Hanfstingl erläuterte, dass am Anfang eine detaillierte Bestandsaufnahme des vorhandenen Gebäudes stand. Bei der Planung war es ihm wichtig, möglichst viele bestehende Elemente weiterzuverwenden und dadurch Kosten zu sparen. Säulen und Fundamente konnten beispielsweise unverändert erhalten bleiben.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Planung der einzelnen Umbauschritte. „Man muss sich genau überlegen, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen umgesetzt werden und wie sich die täglichen Arbeitswege möglichst kurz halten lassen“, erklärte Hanfstingl.
Automatische Fütterung als große Arbeitserleichterung
Besonders großes Interesse weckte die selbstgebaute automatische Fütterungsanlage. Sie erleichtert den Betriebsleitern die tägliche Arbeit erheblich und wirkt sich gleichzeitig positiv auf Tiergesundheit und Leistung aus.
Beim Rundgang konnten die Teilnehmenden außerdem die heutige Stallaufteilung mit den Laufhöfen, den 5er-Side-by-Side-Melkstand, den Jungviehbereich sowie die angeschlossene Abkalbebox besichtigen und sich ein Bild von den praktischen Lösungen machen.
Klare Aufgabenverteilung und Zusammenhalt
Nach dem Rundgang standen Bettina und Sepp Hanfstingl für Fragen und den persönlichen Austausch zur Verfügung. Bettina Hanfstingl berichtete dabei auch darüber, wie das Betriebsleiterpaar die Arbeit auf dem Betrieb mit weiteren Standbeinen und Tätigkeiten unter einen Hut bekommt. Eine klare Aufgabenverteilung, regelmäßige Absprachen und bewusst eingeplante Zeit für gemeinsame Gespräche seien dabei entscheidend. Und ganz wichtig: „Wir müssen immer gut zusammenhalten.“
Bei kühlen Getränken ließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Abend anschließend gemütlich ausklingen. Es wurde weiter gefachsimpelt, Erfahrungen wurden ausgetauscht und Pläne für eigene Vorhaben wurden besprochen.
Das Fazit des Abends: Ein Stallumbau ist immer eine individuelle Lösung – kein Betrieb gleicht dem anderen. Mit einer guten Planung, Kreativität und dem Blick für praktikable Lösungen lässt sich jedoch vieles umsetzen.