Kreisvorstandschaft informiert sich über Kompostierung und die Einführung der Biotonne
Vom Bioabfall zum Qualitätskompost
Die Einführung der flächendeckenden Biotonne zum 1. Juli 2026 bringt für den Landkreis Neumarkt neue Möglichkeiten, Bioabfälle sinnvoll zu verwerten. Wie daraus hochwertiger Qualitätskompost entsteht und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind, erfuhr die Kreisvorstandschaft des Bayerischen Bauernverbandes bei einer Betriebsbesichtigung der Kompostieranlage der Familie Wild in der Schlierfermühle.
Rainer und Elisabeth Wild führten gemeinsam mit ihren Töchtern Marlene und Josefine die Besucher über den Betrieb und erläuterten den Weg der organischen Abfälle – von der Anlieferung über den Kompostierungsprozess bis hin zum fertigen, Qualitätskompost. Dabei wurde deutlich, wie viel Erfahrung, Technik und Sorgfalt erforderlich sind, damit aus Bio- und Grüngut ein wertvoller Bodenverbesserer entsteht.
Ein Schwerpunkt des Austausches war die bevorstehende Einführung der Biotonne. Die getrennte Erfassung von Bioabfällen eröffnet die Chance, noch mehr organische Wertstoffe in den natürlichen Stoffkreislauf zurückzuführen. Gleichzeitig machten die Betreiber deutlich, wie wichtig eine saubere Mülltrennung ist. Bereits kleinere Mengen an Kunststoff können die Qualität des Komposts beeinträchtigen und müssen aufwendig - oft per Hand - aussortiert werden. Als besonders eindrucksvolles Beispiel berichtete Rainer Wild von einer Küchenmaschine, die tatsächlich einmal im Bioabfall angeliefert wurde – ein kurioser, aber zugleich anschaulicher Beleg dafür, wie wichtig die richtige Befüllung der Biotonne ist.
Neben den technischen Abläufen bot die Führung viele Einblicke in die tägliche Arbeit eines familiengeführten Betriebes. Die Kreisvorstandschaft zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Familie Wild und ihrem wichtigen Beitrag zur regionalen Kreislaufwirtschaft. Die Kompostieranlage sorgt dafür, dass organische Reststoffe aus der Region wieder als hochwertiger Kompost in den Stoffkreislauf zurückkehren und damit einen Beitrag zum Erhalt fruchtbarer Böden leisten.
Besonders erfreulich war auch der Blick in die Zukunft des Betriebes. Mit Marlene Wild arbeitet bereits die nächste Generation aktiv im Familienunternehmen mit und bereitet sich darauf vor, den Betrieb langfristig weiterzuführen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Josefine engagiert sie sich bereits heute in den verschiedenen Betriebsbereichen.
Die Kreisvorstandschaft bedankte sich herzlich bei der Familie Wild für die informative Führung und den offenen fachlichen Austausch. Betriebsbesichtigungen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil der Verbandsarbeit des Bayerischen Bauernverbandes. Sie ermöglichen den direkten Austausch mit Mitgliedsbetrieben, vermitteln wertvolle Einblicke in innovative Betriebszweige und greifen aktuelle Themen auf, die die Landwirtschaft und den ländlichen Raum bewegen.