Erweiterte Bezirksversammlung Oberbayern 2026
Versammlung im Landkreis Freising
Neben den Kreisbäuerinnen und Kreisobmännern sowie der Kreisvorstandschaft des gastgebenden Kreisverbandes Freising nahmen auch Ehrenkreisbäuerinnen und Ehrenkreisobmänner, die Ehrenlandesbäuerin, ehemalige Direktoren sowie Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes teil. Das Treffen bot einen gelungenen Rahmen, um aktuelle agrarpolitische Themen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und den Zusammenhalt innerhalb der BBV-Familie zu stärken.
Bezirkspräsident Ralf Huber und Bezirksbäuerin Irmgard Posch hießen die Gäste herzlich willkommen. Anschließend stellten Ralf Huber – zugleich Kreisobmann des Kreisverbandes Freising – und Kreisbäuerin Elisabeth Mayerhofer in einem kurzweiligen Porträt den Landkreis Freising vor. Als Region im unmittelbaren Einzugsbereich Münchens ist der Landkreis gleichermaßen von einer leistungsfähigen Landwirtschaft wie von einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Der Anbau von Kartoffeln, Mais und Sonderkulturen wie Hopfen spielt ebenso eine wichtige Rolle wie der hohe Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe. Einen tiefgreifenden Strukturwandel löste der Bau des Flughafens München aus, der die Region bis heute nachhaltig prägt. Während die Rinder- und insbesondere die Schweinehaltung in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen sind, gewinnt die Geflügelhaltung mit Legehennen zunehmend an Bedeutung. Mit den vielen Bildungs-Einrichtungen, besonders für die Landwirtschaft in Weihenstephan verfügt der Landkreis zudem über einen herausragenden Bildungs- und Forschungsstandort auch für die Landwirtschaft.
In ihren Grußworten betonten Bürgermeister Uwe Gerlsbeck, Angelika Spitzer, Leiterin des Bereichs Ernährung und Landwirtschaft an der Regierung von Oberbayern, sowie Anton Dippold, Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter, die große Bedeutung einer leistungsfähigen heimischen Landwirtschaft. Sie würdigten das Engagement der bäuerlichen Familien und des Berufsstandes für die Versorgung der Bevölkerung, den Erhalt der Kulturlandschaft und einen lebendigen ländlichen Raum.
Den inhaltlichen Höhepunkt des Vormittags bildete das Hauptreferat von Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. Unter dem Titel „Gemeinsam Landwirtschaft für morgen gestalten“ spannte er einen Bogen von aktuellen agrarpolitischen Herausforderungen bis hin zur Rolle des Berufsstandes in Politik und Gesellschaft.
Mit anschaulichen Vergleichen zwischen Fußball und Landwirtschaft verdeutlichte Felßner, dass erfolgreiche Interessenvertretung nur mit Teamgeist, Ausdauer und einer klaren Strategie gelingen kann. Er zeigte auf, welche Erfolge der Bayerische Bauernverband in den vergangenen Monaten – insbesondere bei den Verhandlungen zum Koalitionsvertrag – erreichen konnte. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der fortschreitende Flächenverbrauch die Ernährungssicherung aus heimischer Produktion zunehmend erschwere. Auch internationale Handelsabkommen wie Mercosur würden die Wettbewerbsbedingungen für die heimische Landwirtschaft maßgeblich beeinflussen. Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zahlreiche Fragen und Wortmeldungen machten deutlich, wie wichtig der persönliche Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen für die bäuerlichen Familienbetriebe ist.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen rückte mit dem Programm der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ein weiteres wichtiges Thema in den Mittelpunkt: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Land- und Forstwirtschaft. In einer praxisnahen Vorführung vor der Gaststätte wurden zahlreiche technische Hilfsmittel vorgestellt, die das Unfallrisiko im Arbeitsalltag deutlich reduzieren können. BBV-Präsident Günther Felßner schlüpfte selbst in die richtige Sicherheitsausstattung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Sichere Leitern und Tritthilfen, Rückfahrkameras sowie anschauliche Beispiele zu Verpuffungen und Bränden machten deutlich, dass bereits einfache Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Mensch und Betrieb leisten.
Mit viel Humor und einer guten Portion Selbstironie wurde das Thema anschließend bei einer Modenschau moderner Schutzkleidung aufgegriffen. Die Mitarbeiter der SVLFG zeigten scih selbst in verschiedene Sicherheitsausstattungen und präsentierten gemeinsam mit zwei Damen der Kreisvorstandschaft Freising Schutzkleidung für Forstarbeiten, Pflanzenschutz, Arbeiten im Freien mit UV-Schutz sowie Sicherheitsschuhe und weitere Ausrüstungsgegenstände. Die Kombination aus fachlichen Informationen, Musik und Bewegung mit gekonnter Moderation von Peter Kratzer sorgte für beste Stimmung und zeigte eindrucksvoll, dass sich Arbeitssicherheit praxisnah, verständlich und unterhaltsam vermitteln lässt.
Beim gemeinsamen Ausklang mit Kaffee und Kuchen zog Bezirksbäuerin Irmgard Posch ein positives Fazit. Die Erweiterte Bezirksversammlung habe einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der generationenübergreifende Austausch innerhalb des Bayerischen Bauernverbandes sei. Das Zusammenwirken von erfahrenen Ehrenamtlichen, aktiven Mandatsträgern und hauptamtlichen Mitarbeitern stärke den Verband und schaffe die Grundlage, die Interessen der bäuerlichen Familien auch künftig geschlossen und erfolgreich zu vertreten.