Einblick in die Besonderheiten der bayerischen Milchviehhaltung
QM-Geschäftsführer Thomas May zu Besuch im Allgäu
Seitens der bayerischen Landwirtschaft nahmen neben Köninger auch Ruth-Maria Frech, stellvertretende Vorsitzende des BBV-Landesfachausschusses Milch, sowie Carmen Natterer, Milchreferentin des Verbands der Milcherzeuger Bayern, teil.
Praxisbeispiel: Kombinationshaltung im Fokus
Mit der Auswahl des Betriebs setzte der Bayerische Bauernverband bewusst ein Signal: Vorgestellt wurde ein Milchviehbetrieb mit Anbindehaltung und Weidegang – ein in den bayerischen Grünlandregionen weit verbreitetes und zukunftsrelevantes System.
Betriebsleiter Thomas Kögel zeigte anschaulich die Herausforderungen kleinerer und mittlerer Milchviehbetriebe auf. Deutlich wurde: Für viele Familienbetriebe steht nicht weiteres Wachstum im Vordergrund, sondern ein wirtschaftlich tragfähiger und überschaubarer Entwicklungsweg. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Tierhaltung gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Zugleich wurde am Beispiel des Betriebs deutlich, dass Tierwohlverbesserungen in allen Haltungssystemen möglich sind, wenn sie praxisnah umgesetzt werden.
Fachgespräch: Anforderungen und Grenzen von QM
Im Anschluss fand in der BBV-Geschäftsstelle Kempten ein intensiver fachlicher Austausch statt. Im Mittelpunkt standen die Überarbeitung des QM-Standards sowie die daraus resultierenden organisatorischen Änderungen, insbesondere die verpflichtende Programmkoordination.
Seitens des BBV wurde klar positioniert:
- Neue Anforderungen dürfen nicht zu steigenden Kosten ohne Mehrerlös für die Betriebe führen.
- Eine Zusammenführung der Kontrollen von QM und QS ist notwendig, um Doppelbelastungen zu vermeiden.
- Gefordert wird zudem eine verlässliche Bestandsgarantie für Zertifizierungen.
Darüber hinaus wurde betont: Systeme müssen schlank und praxistauglich bleiben. Doppelstrukturen, etwa bei Antibiotikadatenbanken, sind zu vermeiden. Und Erweiterungen – etwa im Bereich Nachhaltigkeit – müssen vorab auf ihre Folgen geprüft werden.
Der Besuch hat gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Systemverantwortlichen und landwirtschaftlicher Praxis ist. Die Gespräche haben zentrale Herausforderungen klar benannt und eine gute Grundlage für die weitere Zusammenarbeit geschaffen – mit dem gemeinsamen Ziel, Qualitätssicherung praxisgerecht, wirtschaftlich tragfähig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.