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Die Biokönigin, Ehrenamtliche und Hauptamtliche des BBV mit Ministerin Kaniber auf der Biofach 2026
© BBV

10.-13. Februar 2026: BBV auf der Biofach in Nürnberg

Bayerischer Bauernverband: Heimisches Öko braucht Bio-Booster – jetzt!

23.02.2026 | Eine positive Bilanz zieht der Bayerische Bauernverband (BBV) zur Nürnberger Biofach-Messe vom 10. bis 13. Februar: Viele konstruktive Gespräche und neue Kontakte zwischen Landwirten, Partnern und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette prägten die Zeit auf der Biofach.

Auch heuer war der Bayerische Bauernverband (BBV) wieder auf der Biofach in Nürnberg vertreten, der mit knapp 32.000 Besucher und über 2.500 Aussteller aus rund 90 Ländern weltgrößten Messe der Branche. Ehrenamtliche und Mitarbeitende suchten das Gespräch mit Besuchern, die das BBV-Engagement für den bayerischen Ökolandbau oft positiv überraschte. Gesprächsthema am Stand waren daher vor allem die Angebote des Verbands für seine ca. 7.700 Ökobetriebe, aber auch die Herausforderungen des EU-Ökorechts.

Einen „Bio-Booster“ hatte der BBV im Vorfeld gefordert: ein klares Bekenntnis von Herstellern, Handel und Verbrauchern zu heimischem Bio, Abbau unnötiger regulatorischer Hürden und mehr politische Verlässlichkeit. 

Nachfrage und Erzeugung klaffen auseinander

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln steigt. Doch wie können heimische Bio-Erzeugerinnen und Erzeuger davon tatsächlich profitieren? Diese Frage stellt der BBV in seiner Pressemitteilung zum Messestart.

Positiv ist: Zwar wächst der Markt für Bio-Lebensmittel kontinuierlich: Im Jahr 2025 wurden über 18 Milliarden Euro umgesetzt – ein neues Allzeithoch. Diese Entwicklung ist nicht allein auf Preissteigerungen zurückzuführen. Bio-Lebensmittel haben sich in den vergangenen Jahren unterdurchschnittlich verteuert, die abgesetzte Menge ist real gestiegen. „Dennoch lässt sich aus der positiven Umsatzentwicklung nicht automatisch auf eine rundherum positive Situation des heimischen Bio-Sektors schließen“, sagt BBV-Präsident Günther Felßner.

Kaum Umstellungen und über 300 Ausstiege: Was sind die Ursachen?

  • In den vergangenen rund vier Jahren haben nur wenige Betriebe neu auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. 
  • Gleichzeitig sind 2025 allein in Bayern über 300 Betriebe vor allem infolge der verschärften Pflicht zur Weidehaltung aller Tiergruppen aus dem Ökolandbau ausgestiegen.
  • Marktwachstum findet vor allem im Discountbereich und bei Handelsmarken im Preiseinstiegssegment statt.  
  • Hinzu kommen äußerst kritische Verbraucherpreissenkungen im Lebensmitteleinzelhandel und kostengünstig erzeugte Importrohstoffe, die Erzeugerpreise heimischer Bio-Ware nach unten zu ziehen drohen.  
  • In der Außer-Haus-Verpflegung tut sich regionales Bio bislang schwer, Fuß zu fassen, da hier die Herkunft der Produkte häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt. 
  • Zudem blockieren regulatorische Vorgaben des EU-Ökorechts viele Betriebe. Dazu zählen unter anderem die schon genannten Verschärfungen bei der Pflicht zur Weidehaltung, der drohende Rückbau bestehender Auslaufüberdachungen von Schweine- und Rinderställen sowie die fehlende rechtssichere Anerkennung innovativer Stallsysteme mit ineinander übergehenden Innen- und Außenbereichen. 

Dringend nötig: Praktikables Ökorecht, Planungssicherheit und ein Bekenntnis zu heimischem Bio

„Die bayerischen Bio-Betriebe – und auch die, die es gerne werden würden – brauchen jetzt einen echten 'Öko-Booster': Ein klares Bekenntnis von Herstellern, Handel und Verbrauchern zu heimischem Bio, den Abbau unnötiger regulatorischer Fußfesseln sowie politische Verlässlichkeit und Planungssicherheit für die Betriebe“, fordert Felßner.