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Hochwasserschäden BGL

Hochwasser: Hilfe für Betroffene

Bauernverband startet bundesweite Spenden- und Hilfsaktion

22.07.2021 |

In den von Starkregen und Hochwasser betroffenen Regionen wurden auch landwirtschaftlichen Betriebe mit voller Wucht und zum Teil in existenzgefährdender Weise von der Flut getroffen. In guter bäuerlicher Tradition leisten die Bauernfamilien in der Region gegenseitig Nothilfe. Viele Landwirte unterstützen darüber hinaus die Hilfskräfte vor Ort mit Maschinen und Geräten bei der Beseitigung der Schäden. Über diese ersten Maßnahmen hinaus wird aber der Wiederaufbau für viele betroffene Betriebe nur mit zusätzlicher finanzieller Hilfe gelingen.

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Hochwasser 2021: Spendenaufruf Schorlemer Stiftung

Hochwasser 2021: Spendenaufruf von Bauernpräsident Walter Heidl

„Die Wasser- und Geröllmassen haben vieles zerstört. Deswegen ist dringend Hilfe notwendig. Um den Betroffenen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen oder bei uns hier in Bayern schnell und koordiniert zu helfen, beteiligt sich der Bayerische Bauernverband an der gemeinsamen Aktion der Landesbauernverbände und des Deutschen Bauernverbandes“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl bei einem Termin bei einem betroffenen landwirtschaftlichen Betrieb in Bischofswiesen (Lkr. Berchtesgadener Land). „Meine dringende Bitte: Unterstützen Sie die betroffenen Bäuerinnen und Bauern über das Spendenkonto der Schorlemer Stiftung!“

Den kompletten Spendenaufruf gibt's hier zum Download.

 

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Hochwasser: Bauernpräsident Walter Heidl vor Ort in Bischofswiesen
Gemeinsam mit Kreisobmann Baumgartner Georg Baumgartner (r.) sowie Betriebsleiter Johann Angerer (m.) und seiner Familie machte sich Bauernpräsident Walter Heidl (l.) ein Bild von der Situation in Bischofswiesen.

Spendenkonto der Schorlemer Stiftung

Kontoinhaber: Schorlemer-Stiftung des Deutschen Bauernverbandes

IBAN: DE57 3806 0186 1700 3490 43

BIC: GENODED1BRS / Volksbank Köln-Bonn

Verwendungszweck: Hochwasserhilfe Juli 2021

Spenden kommen vollständig bei Betroffenen an und sind steuerlich abzugsfähig. Sie können auch einen Hinweis hinterlassen, in welches Bundesland die Spende fließen soll. Um eine Spendenquittung ausstellen zu können, bittet die Stiftung um Angabe von vollständigem Namen und Anschrift.

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Hochwasser: Ministerin Kaniber in Bischofswiesen
Auch die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber machte sich vor Ort ein Bild von den Schäden in ihrem Heimatlandkreis.

So wird die Hilfe im Katastrophengebiet koordiniert

Die Hilfsbereitsschaft ist gigantisch. Hunderte Landwirte, Unternehmen und Privatpersonen sind mit ihren Maschinen, ihrem Knowhow und enormem Engagement als freiwillige Helfer vor Ort.

Egal ob Futtermittel, Manpower oder Stellplätze: Die Kolleginnen und Kollegen vom Rheinische Landwirtschafts-Verband koordinieren Hilfsangebote in der RLV-App unter "Mithilfe".

Um die Angebote und Nachfragen koordinieren zu können, betreibt der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) ein Vermittlungsportal. Per Telefonkontakt mit den Kreisgeschäftsstellen des Verbandes können Hilfsangebote in das Portal eingestellt werden. usätzlich hat der BWV nun eine Hotline für Spender und Hilfesuchendeeingerichtet, über die die Kreisgeschäftsstellen unterstützt werden: 0261/9885-1234

Damit den Geschädigten der Hochwasserkatastrophe im Landkreis Ahrweiler möglichst schnell und koordiniert geholfen werden kann, hat auch die Verbandsgemeindes Adenau eine Online-Plattform eingerichtet. Dort können sich freiwillige Helfer registrieren. Auch wer Geräte wie z.B. Kräne, Bagger, Spezialgeräte oder anderes Material, das zur Krisenbewältigung beitragen kann, bereitstellen kann, soll sich dort melden.

Die Behörden bitten dringend darum, dass Hilfsgüter und Lebensmittel nicht ohne Absprache gesammelt und anliefert werden! Die Lager seien voll. Helferinnen und Helfer sollen nicht auf eigene Faust ins Katastrophengebiet reisen!

 

Futtermittelbörse des Bayerischen Bauernverbandes

Sie können vom Hochwasser betroffenen Betrieben mit Grundfutter helfen oder Sie suchen gerade Futtermittel? Geben Sie in der Futtermittelbörse des Bayerischen Bauernverbandes einfach Ihre Anzeigen auf. Unser Tipp: Seien Sie dabei so genau wie möglich, was Art, Menge, Qualität, Preis und sonstige Konditionen angeht – das erleichtert die Absprache unter Interessenten!

Hier geht's direkt zur Futtermittelbörse des Bayerischen Bauernverbandes.

Auch einzelne Familienbetriebe der Molkerei Berchtesgadener Land sind von der Hochwasserkatastrophe i betroffen. Insbesondere wurden Futterlagerstätten, aber auch Futterflächen von Geröll überdeckt oder sind Murenabgängen zum Opfer gefallen. Die Molkerei reagierte schnell und unbürokratisch. So wurde am Dienstag über die Sammeltankwagenfahrer und die sozialen Medien ein Aufruf für Futterspenden an die Landwirte der Genossenschaft im Berchtesgadener Land und im benachbarten Landkreis Traustein verteilt.

Die Solidarität und Hilfsbereitschaft innerhalb der Genossenschaft ist überwältigend. Einen Tag später wurden schon 377 Grasballen und knapp 100 Heuballen als Spende gemeldet. Am Donnerstagmorgen waren es dann schon 700 Gras- und 300 Heuballen. Mit dieser riesigen Hilfsbereitschaft kann allen Betroffenen mit genug Futter geholfen werden. Jetzt gilt es die Futterspenden zu den Landwirten in Berchtesgaden, Bischofswiesen und Marktschellenberg zu bringen. Das organisiert die Molkerei in enger Abstimmung mit dem Maschinenring Laufen. Geplant sind die Transporte dann für die kommende Woche.

Weitere Infos zur Aktion der Molkerei Berchtesgadener Land gibt's hier.

 

Bäuerlicher Hilfsdienst unterstützt schnell und unbürokratisch

Auch der Bäuerliche Hilfsdienst unterstützt die unverschuldet in Not geratenen Bauernfamilien schnell und unbürokratisch. „Wir wollen ein schnelles Zeichen der Solidarität setzen für die betroffenen Familien in Bayern und auch im Westen Deutschlands“, sagt Anneliese Göller, Landesbäuerin und Vorsitzende des Bäuerlichen Hilfsdienstes. „Damit die landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt werden können, haben wir bereits 10.000 Euro an die Schorlemer Stiftung gespendet. Außerdem erhalten besonders betroffene Familien in Bayern s über die BBV-Geschäftsstellen schnell und unbürokratischeine Unterstützung des Bäuerlichen HIlfsdienstes oder der Ballauf Stiftung.“

Johann Angerer aus Bischofswiesen ist einer der Betroffenen. Er ist überwältigt von den Futtermittelspenden und der Hilfsbereitschaft. Nachdem er ein paar Bilder auf Facebook gepostet hatte, sind Privatpersonen gekommen – lauter Unbekannte – und alle haben mitangepackt. Und nachdem der Katastrophenschutz aufgehoben worden war, sind die Bundeswehrsoldaten privat wiedergekommen und haben weiter gearbeitet. Eine unvorstellbare Welle an Hilfsbereitschaft durften wir erleben“, sagte Angerer der Molkerei Berchtesgadener Land. Er bleibt trotz allem positiv und blickt nach vorne: „Wir können alles wieder sauber machen, aufräumen. Am Ende des Tages können wir in eine trockene Stube gehen, uns waschen und ausrasten. Da hat es andere mit dem ganzen Hab und Gut viel schwerer getroffen.“

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Hochwaseer: Heidl und Kaniber in Bischofswiesen
Landwirt Johann Angerer aus Bischofswiesen schildert die Auswirkungen des Unwetters.

Bayerisches Kabinett beschließt Soforthilfen für Hochwassergeschädigte

Die Bayerische Staatsregierung stellt zur Linderung der akuten Notlage und zur Beseitigung der entstandenen Schäden einen Finanzrahmen von bis zu 50 Mio. Euro bereit.

Die Staatsregierung unterstützt die von den Naturkatastrophen im Juli 2021 Geschädigten in den sich durch eine besondere Schadensintensität auszeichnenden Gebieten in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Ansbach, Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim, Erlangen/Höchstadt, Fürth, Kitzingen, Schweinfurt und Hof durch ein Soforthilfeprogramm.
Für betroffene Privathaushalte in diesen Gebieten stehen folgende Soforthilfen des Finanzministeriums zur Verfügung:

  • Es wird eine Soforthilfe „Haushalt/Hausrat“ in Höhe von bis zu 5.000 Euro je Haushalt gewährt (bei Versicherbarkeit Abschlag von 50 %).
  • Zudem wird eine Soforthilfe „Ölschäden an Gebäuden“ in Höhe von bis zu 10.000 Euro je Wohngebäude gewährt (bei Versicherbarkeit Abschlag von 50 %).

Auch für Unternehmen und Angehörige Freier Berufe sowie für die Land- und Forstwirtschaft werden Soforthilfen gewährt. Die Staatsregierung beauftragt die jeweils zuständigen Ministerien, auf dieser Grundlage spezifische Richtlinien zum Vollzug der Hilfsprogramme zu erarbeiten.

Bei drohender Existenzgefährdung werden zudem Zuschüsse aus dem Härtefonds an Privathaushalte, Gewerbebetriebe, selbstständig Tätige und Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft (Hilfeleistungen je nach finanzieller Leistungskraft der Geschädigten bis max. 100 %; keine Überkompensation) gewährt.

Die Staatsregierung unterstützt selbstverständlich auch alle Bürger, Gewerbetriebe, selbständig Tätige sowie Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft, die in ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Gebieten Bayerns in eine Notlage gekommen sind. Ihnen stehen bei drohender Existenzgefährdung ebenfalls Zuschüsse aus dem Härtefonds zur Verfügung (Hilfeleistungen je nach finanzieller Leistungskraft der Geschädigten bis max. 100 %; keine Überkompensation, Versicherungsleistungen werden angerechnet). Die Staatsregierung stellt auf diese Weise sicher, dass durch derartige Unglücksfälle niemand in seiner Existenz gefährdet wird.

Daneben stehen allen vom Hochwasser Betroffenen steuerliche Erleichterungen und für die Wiederherstellung der kommunalen Infrastruktur die einschlägigen Förderprogramme aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) zur Verfügung.

Über zusätzliche Aufbauhilfen wird in enger Abstimmung mit der Bundesregierung entschieden.

Weitere Infos gibt's hier.

Gemeinsames Liquiditätshilfeprogramm von Rentenbank und Bundesministerium

Um die betroffenen Betriebe in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für schnelle und unbürokratische Hilfen eingesetzt: Das erste Programm geht laut BMEL nun an den Start.

Wesentliche Punkte des Soforthilfe-Programms des Bundes:

  • Zur unmittelbaren Beseitigung von Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur vor Ort sowie zur Überbrückung von Umsatzausfällen und Notlagen beteiligt sich der Bund zunächst mit bis zu 200 Millionen Euro – hälftig – an den entsprechenden Soforthilfeprogrammen der betroffenen Länder (damit stehen zunächst bis zu 400 Millionen Euro Gesamt-Soforthilfe zur Verfügung).
  • Die Beseitigung der Schäden und der Wiederaufbau der Infrastruktur werden in den nächsten Jahren große finanzielle Anstrengungen erfordern. Auch an diesen Aufbauhilfen sichert der Bund seine finanzielle Beteiligung zu – im erforderlichen Umfang wie bei früheren Hochwasserkatastrophen. Hierzu strebt der Bund eine Einigung mit den Ländern an, die auf einer Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder Ende Juli oder Anfang August, wenn der aktuelle Gesamtschaden besser abgeschätzt werden kann, getroffen werden könnte.
  • Der Bund wird sich dafür einsetzen, dass zur Bewältigung der Hochwasserschäden auch der EU-Solidaritätsfonds einen möglichen Beitrag leistet und die hierfür erforderlichen Anträge stellen.
  • Die Bundesregierung richtet einen Staatssekretärsausschuss „Koordinierung der Wiederaufbauhilfe des Bundes für die Hochwasserschäden 2021“ unter Federführung des BMI und BMF ein, an dem BMWi, BMJV, BMAS, BMVG, BMEL, BMG, BMVI, BMU, BMBF und BKAmt beteiligt sind.

Zum Programm der Landwirtschaftlichen Rentenbank:

  • Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet ab sofort Darlehen zur Liquiditätssicherung für Unternehmen der Landwirtschaft, des Wein- und des Gartenbaus an, die Schäden durch Unwetter oder Hochwasser erlitten haben.
  • Die Förderdarlehen zur Liquiditätssicherung werden zu den besonders günstigen Konditionen der Rentenbank angeboten. Die Ratendarlehen haben eine Laufzeit von vier, sechs oder zehn Jahren und sind mit einem Tilgungsfreijahr ausgestattet.
  • In der für die betroffenen Betriebe teils sehr angespannten Liquiditätssituation bietet die Rentenbank zusätzlich Tilgungsaussetzungen für bestehende Förderdarlehen an. Die Tilgungsaussetzungen können für einen Zeitraum von einem halben Jahr bis zu zwei Jahren vorgenommen werden. Die Kreditanträge sowie die Anträge zur Tilgungsaussetzung sind an die jeweilige Hausbank zu richten.

Weitere Informationen unter: www.rentenbank.de.

EU-Kommission sagt unbürokratische Hilfe zu

Die EU-Kommission sagte zu, entsprechende Anliegen der Mitgliedstaaten rasch zu bearbeiten. Neben nationalen Beihilfen stehen den Mitgliedstaaten für Hilfen für die Landwirtschaft unter anderem auch die Unterstützungsinstrumente in der Zweiten Säule der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik zur Verfügung. Diese erlaubten etwa die Förderung der Wiederherstellung von Produktionskapazitäten. Für den Wiederaufbau öffentlicher Infrastruktur könnten die Mitgliedstaaten auch den EU-Solidaritätsfonds in Anspruch nehmen.

SVLFG stundet auf Antrag Beiträge für Hochwasser-Betroffene

Viele Versicherte der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) leben in den betroffenen Regionen. Die SVLFG hat am 20. Juli 2021 darüber informiert, dass sie Versicherten in den betroffenen Gebieten eine zinslose Stundung aller fälligen Beiträge bis zum 14. September 2021 anbietet.

Es reicht ein formloser Antrag an alle bekannten Anschriften der SVLFG (www.svlfg.de/so-erreichen-sie-uns), ein Anruf unter 0561 785-2044 oder eine E-Mail an versicherung@svlfg.de.

Weitere Infos gibt's hier.

Landfrauen helfen

Um konkrete Hilfsangebote von Landfrauen in den stark vom Hochwasser betroffenen Gebieten sinnvoll zu vernetzen haben die Landfrauenverbände Rheinland und Rheinland-Nassau eine Facebook-Gruppe installiert, über die konkrete Hilfsangebote und Hilfegesuche gemeldet werden können. Wer ein konretes Hilfsangebot machen möchte oder Hilfe benötigt kann sich hier registrieren.

Detaillierte Informationen zum dem Hilfeaufruf gibt es unten zum Download.

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