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Regional, saisonal, gut vorgesorgt

So gelingt die clevere Vorratshaltung

08.10.2026 | Was haben Kartoffeln, H-Milch, Wurstgläser, Äpfel, Kürbis, Kraut und selbstgemachte Marmelade gemeinsam? Sie können Teil eines gut geplanten Vorrats sein und zeigen, dass Vorsorge und Genuss wunderbar zusammenpassen.

Diese Frage nehmen die BBV-Landfrauen zum Anlass, einmal genauer hinzuschauen: Wie lässt sich ein Vorrat aufbauen, der im Alltag praktisch ist, Lebensmittelverschwendung vermeidet und gleichzeitig auf regionale und saisonale Produkte setzt?

Clever bevorraten: Was gehört in den Vorrat?

Ein guter Vorrat muss weder riesengroß noch kompliziert sein. Entscheidend ist, dass er zum eigenen Haushalt und zu den persönlichen Essgewohnheiten passt. Wer regelmäßig das kocht, was ohnehin gerne gegessen wird, hat einen guten Ausgangspunkt. Wichtig: Es sollten auch Vorräte dabei sein, die ohne Erhitzen, etwa bei einem Stromausfall, verzehrt werden können. 

Ein paar Ideen:

Kartoffeln, Äpfel & Co.
Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Gelbe Rüben, Rote Bete, Kürbis oder Äpfel sind – je nach Sorte und Lagerbedingungen – gute Kandidaten für den Vorrat. Kühl, trocken und dunkel gelagert, können viele dieser Lebensmittel über längere Zeit genutzt werden. Wichtig: regelmäßig kontrollieren und rechtzeitig verwerten. 

Gemüse und Obst haltbar machen
Was gerade im Überfluss vorhanden ist, muss nicht sofort gegessen werden. Vieles lässt sich einfrieren, einkochen, fermentieren oder trocknen. So können saisonale Lebensmittel auch später verwertet werden.

Grundnahrungsmittel nicht vergessen
Mehl, Haferflocken, Nudeln, Hülsenfrüchte, H-Milch, Wurstgläser und Fischdosen sowie Öl und Gewürze sind praktische und wichtige Ergänzungen. Sie lassen sich mit eingelagertem oder haltbar gemachtem Gemüse und Obst zu vielen einfachen Gerichten kombinieren.

Selbstgemacht oder gekauft?
Beides kann sinnvoll sein. Eingekochte Tomatensoße, Suppen oder Gemüse und Obst aus eigener Küche können den Vorrat ergänzen. Gekaufte Konserven und haltbare Lebensmittel bieten eine unkomplizierte Ergänzung – insbesondere dann, wenn Zeit oder Gelegenheit zum Haltbarmachen fehlen.

Der wichtigste Tipp: Den Vorrat regelmäßig „aufessen“

Ein Vorrat ist kein Museum. Was eingelagert wird, sollte auch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Ein einfacher Vorrats-Check, beispielsweise vor dem regelmäßigem Einkauf, hilft dabei, den Überblick zu behalten.

Dabei gilt das Prinzip „First in – first out“: Ältere Lebensmittel nach vorne stellen und zuerst verbrauchen, neu gekaufte nach hinten. So werden Vorräte regelmäßig erneuert und Lebensmittel landen weniger häufig im Abfall.

Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum ist bei dem angelegten Vorrat kein automatisches Wegwerfdatum. Bei vielen Lebensmitteln lohnt sich ein Blick, eine Geruchs- und Geschmacksprüfung.

Regional und saisonal bevorraten

Legen Sie Ihre Vorratshaltung mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln an:
Für den Griff zu regionalen Lebensmitteln eignet sich ein Blick auf folgende Siegel: 

 

Geprüfte Qualität – Bayern (GQ-Bayern)

Das Siegel garantiert die Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe in Bayern. Der Staat vergibt die Kontrolle der Herkunft an zertifizierte Kontrollunternehmen, die er selbst wiederum kontrolliert.


Bayerisches Bio-Siegel

Das Bayerische Bio-Siegel kennzeichnet Bio-Produkte, bei denen alle Rohstoffe aus Bayern stammen und die hier verarbeitet wurden. Die Kriterien übertreffen oft die EU-Bio-Verordnung. Beispiel Brot: das Korn in Bayern gewachsen und gemahlen, das Brot in Bayern gebacken. Lange Transportwege sind somit ausgeschlossen. 


Regionalfenster

Rund 4.600 Lebensmittel, Blumen und Zierpflanzen deutschlandweit tragen das Deklarationsfeld „Regionalfenster“. Damit können Konsumentinnen und Konsumenten auf den ersten Blick, woher die Hauptzutaten eines Produkts stammen und wo diese verarbeitet wurden.
Besonders interessant wird die Vorratshaltung, wenn sie mit dem saisonalen Kalender verbunden wird: 

Saisonkalender geben Aufschluss, in welchen Monaten welches Obst und Gemüse angebaut und angeboten wird: 

  • Frühling: Kräuter, Spinat, Brokkoli, Blumenkohl und Rhabarber können frisch genutzt oder verarbeitet werden.
  • Sommer: Beeren, Kirschen, Bohnen, Zucchini und Tomaten lassen sich einfrieren, einkochen oder anderweitig haltbar machen.
  • Herbst: Jetzt ist die Zeit für Äpfel, Birnen, Kürbis, Kartoffeln und Wurzelgemüse, viele davon eignen sich hervorragend für die Lagerung.
  • Winter: Im Winter dreht sich alles um Kohl und Wurzelgemüse. Aus verschiedenen Kohlsorten, Pastinaken und Lauch lassen sich Suppen und Eintöpfe zaubern, die auch eingekocht werden können.

So wird aus Vorratshaltung ein Jahreskreislauf: einkaufen, wenn Lebensmittel Saison haben, richtig lagern oder haltbar machen und später genießen.

 

Für den Fall der Fälle gut vorbereitet

Ein gut organisierter Vorrat ist nicht nur praktisch im Alltag. Er kann auch dabei helfen, für Situationen gerüstet zu sein, in denen Einkaufen oder frisch kochen vorübergehend nicht möglich ist. Der Vorrat sollte zur Haushaltsgröße passen.

Praktische Informationen und Empfehlungen zur persönlichen Vorsorge gibt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus:

Für den Notfall vorgesorgt – Gut gewappnet für den „Fall der Fälle“

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Wer wissen möchte, welche Mengen für den eigenen Haushalt sinnvoll sein können, findet beim Vorratskalkulatordes Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat eine praktische Unterstützung:

Zum Vorratskalkulator

 

2027: Gemeinsam kochen, ausprobieren und vorsorgen

Wie lässt sich ein Vorrat sinnvoll zusammenstellen? Was kann aus den eigenen Vorräten Leckeres entstehen? Und wie lässt sich auch dann eine warme Mahlzeit zubereiten, wenn einmal kein Strom zur Verfügung steht?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das BBV Bildungswerk 2027 in verschiedenen Bildungsangeboten rund um „Kompetenzen für unsichere Zeiten – Stark durch Bildung“. Geplant sind z.B. Veranstaltungen rund um die Themen „Kochen ohne Strom“, „sinnvolle Vorratshaltung“ und „Kochen aus dem Vorrat“.

Dabei geht es nicht nur um Theorie: In Kochkursen und Kochvorführungen geben unsere Ernährungsfachfrauen im BBV Bildungswerk praktische Tipps, Anregungen und Ideen, wie sich regionale und saisonale Lebensmittel sinnvoll bevorraten und zu schmackhaften Gerichten verarbeiten lassen. Auch für den Fall, dass die gewohnte Energieversorgung einmal nicht zur Verfügung steht, werden praktische Möglichkeiten vorgestellt.

Sicher wird es dazu auch in Ihrer Region passende Veranstaltungen geben. Schauen Sie regelmäßig nach den aktuellen Angeboten des BBV Bildungswerks und entdecken Sie, wie einfach, abwechslungsreich und lecker Vorsorge sein kann.

Weitere Informationen, Termine und die Anmeldung zu den kostenlosen Veranstaltungen finden Sie unter:

www.bildung-beratung.bayern.de