Wald & Jagd

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Wald mit Holz-Lager

Wälder leiden unter Dürre, Sturm und Borkenkäfer

Wetterextreme führen zu drastischen Schäden: BBV setzt sich für Hilfen ein

11.09.2018 |

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat schätzt die Schäden in den deutschen Wäldern bereits jetzt auf rund zwei Milliarden Euro. „Die Auswirkungen werden über viele Jahre spürbar und für alle sichtbar sein. Die außergewöhnliche Schadenssituation auch in den bayerischen Wäldern und die Verwerfungen auf dem Holzmarkt machen umfangreiche Hilfsmaßnahmen nötig. Denn wir brauchen klimastabilere Waldbestände und zusätzliche Waldschutzmaßnahmen.“ In einem Positionspapier fordert die Präsidentenkonferenz des Bayerischen Bauernverbandes schnelle Hilfe bei der Aufarbeitung der Schäden – damit neue Schäden verhindert und der Waldumbau vorangetrieben werden können.

Nötig sei finanzielle und unbürokratische Unterstützung, zum Beispiel für den umgehenden Aufbau von Lagerkapazitäten, um Holz qualitätserhaltend einlagern zu können und so dem Borkenkäfer Brutraum zu entziehen. Dazu zählt aber auch die Unterstützung beim Einsatz von Schutznetzen und Pflanzenschutzmitteln bei lagerndem Holz gegen rindenbrütende Insekten. Der Bauernverband fordert außerdem, dass durch phytosanitäre Maßnahmen verhindert wird, dass über Rundholzimporte aus Tschechien neue, schädliche Käferarten nach Bayern eingeschleppt werden.Da auch in den kommenden Jahren große Schadholzmengen erwartet werden, die den bayerischen Holzmarkt belasten, sind Struktur- und Liquiditätshilfen für Waldbesitzer nötig. „Auf diesem Weg kann sichergestellt werden, dass die betroffenen Waldbesitzer weiterhin gegen Borkenkäfer vorgehen und Forstunternehmer bezahlen können, die die Aufarbeitung unterstützen“, sagt Wutz. „Für diese Hilfen sollte als erster und schnell umsetzbarer Schritt der Rückgriff auf noch nicht abgerufene Mittel aus den Unterstützungsleistungen nach Sturm ‚Kolle‘ geprüft werden.“ Zudem sollten aus Sicht des Bauernverbandes die bestehenden Spielräume genutzt werden, um Waldbesitzer steuerlich zu entlasten. Im Wege von Billigkeitsmaßnahmen gilt es die im Forstschädenausgleichsgesetz vorgesehenen Maßnahmen für die betroffenen Betriebe nutzbar zu machen, so wie es sich in der Vergangenheit bei Großkalmitäten bewährt hat. Dazu zählen die Anhebung der Betriebsausgabenpauschale, ein Absehen von der Aktivierung des eingeschlagenen und unverkauften Kalamitätsholzes und die Anwendung des Viertel-Steuersatzes ab dem ersten Festmeter. Langfristig werden eine Reform des Forstschädenausgleichsgesetzes, ein bayernweites Netz an Holzlagerplätzen, langfristige Rücklagen für Katastrophen, Zuschüsse für Sturm- und Waldbrandversicherungen gefordert.

 

Borkenkäfer eindämmen und Holzmarkt entlasten

„Zur Bewältigung der momentanen Situation ist aber auch die Solidarität unter allen Waldbesitzern entscheidend. Der Einschlag frischen Fichtenstammholzes muss massiv reduziert werden“, sagt Wutz. „Höchste Priorität hat jetzt die Käfersuche und die Aufarbeitung des Schadholzes. Nur so kann eine weitere Vermehrung des Borkenkäfers eingedämmt und der Holzmarkt entlastet werden.“

Auf Initiative des Bayerischen Bauernverbandes, des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und der Familienbetriebe Land und Forst in Bayern hat die Bayerische Staatsregierung bereits das „Waldumbauprogramm 2030“ mit zusätzlichen Fördermitteln in Höhe von 200 Mio. Euro auf den Weg gebracht. Außerdem sind 200 neue Stellen zur Beratung der Waldbesitzer und Fortbildungsangebote für Waldbesitzer und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse vorgesehen. Wenn durch die Trockenheit Jungpflanzen abgestorben sind, ist das Nachpflanzen durch das bereits bestehende Waldbauliche Förderprogramm (WALDFÖPR 2018) förderfähig. Wegen der Probleme und Schäden durch den Borkenkäfer hat das bayerische Landwirtschaftsministerium außerdem ein Maßnahmenpaket beschlossen. So können Waldbesitzer beim zuständigen Landwirtschaftsamt (AELF) eine Förderung von insektizidfreier Borkenkäferbekämpfung beantragen. Für das Entrinden oder Häckseln von befallenem Holz können Waldbesitzer Zuschüsse von bis zu vier Euro pro Festmeter erhalten, ebenso für eine Zwischenlagerung der Stämme außerhalb des Waldes.

Aufgrund der aktuell schwierigen Lage der Waldbesitzer und des akuten Handlungsbedarfs haben sich führende Vertreter aus Waldbesitz, Landwirtschaft, Grundeigentümer und Bewirtschafter bei einem Spitzentreffen beraten. In einer gemeinsamen Erklärung haben sie Forderungen an die Politik und die Behörden formuliert. Diese gemeinsame Erklärung von Bayerischem Waldbesitzerverband, Bayerischem Bauernverband, den Familienbetrieben Land- und Forst Bayern, den Forstwirtschaftlichen Vereinigungen und den Bayerischen Staatsforsten zur Situation in den bayerischen Wäldern finden finden Sie unten zum Download.
 


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