Tier

© BBV
Sauenstall

Förderung für Stallumbau in der Sauenhaltung

BBV kritisiert das neue Förderprogramm

16.09.2020 |

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert den Stallumbau, um das Tierwohl in der Sauenhaltung zu verbessern. Anträge können bis zum 15. März 2021 bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unter www.ble.de/stallumbau gestellt werden.
 
Das BMEL bezuschusst 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Die Förderhöchstgrenze beträgt 500.000 Euro pro landwirtschaftlichem Betrieb und Investitionsvorhaben. Das Bauvorhaben muss bis Ende des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Das BMEL fördert außerdem die einzelbetriebliche Beratung für die Erstellung eines Um- oder Ersatzbaukonzepts. Dieses darf jedoch nicht mit einer Vergrößerung des Tierbestandes verbunden sein.

 

Vorgaben zu Platz und Aktivitätsbereichen einhalten

Das Bundesprogramm Stallumbau unterstützt die kurzfristige Umsetzung der Siebten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Diese legt Mindestanforderungen an die Haltung von Sauen fest: Bei der Gruppenhaltung müssen ab dem Absetzen der Ferkel bis zur Besamung für jede Muttersau mindestens fünf Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Buchten müssen in Liege-, Fress- und sonstige Aktivitätsbereiche untergliedert werden; außerdem sind Rückzugsmöglichkeiten vorzusehen. Abferkelbuchten müssen eine Mindestfläche von 6,5 Quadratmetern haben und die Sauen müssen sich frei bewegen sowie ungehindert umdrehen können.
 
Das BMEL hat die BLE mit der Umsetzung des Bundesprogramms Stallumbau beauftragt. Das Bundesprogramm ist Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung. Für die Förderung des Stallumbaus sind Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 eingeplant.
Weitere Details zur Antragstellung sind unter www.ble.de/stallumbau veröffentlicht. Auskunft erteilt die BLE außerdem unter der Rufnummer 0228/6845-2755 sowie per E-Mail an stallumbau@ble.de.    

 

Das sagt der BBV dazu:

Das Programm war im Rahmen des Corona-Konjunkturpakets und mit Blick auf die im Juli beschlossene Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung auf den Weg gebracht worden.

Der BBV kritisiert, dass der der Zeithorizont für die Antragstellung sowie die Umsetzung der Bauvorhaben allein angesichts der erforderlichen Baugenehmigungen völlig unrealistisch ist. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass der aktuelle ASP-Ausbruch die wirtschaftliche Situation gerade auch der Sauenhalter zusätzlich stark belastet. Es bedarf hier also wesentlich längerer Zeithorizonte für das Förderprogramm. Außerdem braucht es noch stärkere Unterstützungssignale an die Sauenhalter in Form von zum Beispiel höheren Fördersätzen, um einen Strukturbruch und den Verlust erheblicher Teile unserer heimischen Ferkelerzeugung zu verhindern.

Zu meiner Geschäftsstelle