Pflanze

© BBV
Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes Markus Peters

Pflanzengesundheit unter Beschuss

Kommentar von BBV-Pressesprecher Markus Peters

15.11.2018 |

Mit dem Wörtchen Glyphosat hat sie die Aufmerksamkeit auf sich gezogen und verkündet, dass bestimmte chemische Pflanzenschutzmittel trotz gültiger Zulassung künftig nur noch dann eingesetzt werden dürfen, wenn gleichzeitig zehn Prozent der Fläche als Ausgleichsfläche bereitgestellt werden. Die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung soll entsprechend geändert werden, fordert die SPD-Politikerin – und erwartet auch noch die Unterstützung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für diesen nicht abgestimmten Vorstoß aus dem Bundesumweltministerium.

Ist es nur ein weiterer Beleg dafür, wie weit manche Politiker von der Realität auf den Feldern und Höfen entfernt sind? Oder glaubt Frau Schulze im Ernst, dass die SPD durch solch abstruse Vorschläge wieder an Zustimmung gewinnen kann? Oder kann sich die bayerische Landwirtschaft bei Schulzes Forderung einfach lässig zurücklehnen? Macht doch jeder zweite Landwirt im Freistaat bereits bei den Agrarumweltprogrammen mit. Knapp 40 Prozent der Flächen werden nach den Kulap-Richtlinien oder im Rahmen des Vertragsnaturschutzes bewirtschaftet.

Nein, es geht um viel mehr. Denn Umweltministerin Schulze verfolgt gemeinsam mit einer ganzen Flotte von Gleichgesinnten ein völlig anderes Ziel. Die Möglichkeiten zum Schutz der Pflanzengesundheit sollen Stück für Stück abgeschafft und das Konzept insgesamt sturmreif geschossen werden. Stattdessen soll Landbewirtschaftung in Zukunft unter völlig anderen Vorgaben stattfinden. Ackerbau soll nicht effizient oder ertragreich sein, sondern für Artenreichtum sorgen. Das hat weitreichende Folgen für die Eigentumsrechte und unsere Ernährung.

Denn was im lauten Getöse unterzugehen droht: funktionierender Pflanzenschutz auf dem Acker ist die Grundlage für die nächste Ernte und für sichere Lebensmittel. Egal, ob das mit unterschiedlichen Wirkstoffen passiert, ob mechanische Alternativen zum Einsatz kommen oder Unkraut abgeflammt wird. Wer wie Umweltministerin Schulze diesen Grundgedanken unter Beschuss nimmt, versenkt am Ende den heimischen Ackerbau.

 

 


Zu meiner Geschäftsstelle