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v.l.: Ely Eibisch (Bezirkspräsident), Rosmarie Maier (Kreisbäuerin), Christian Lommer (Betriebsleiter), Rita Götz (Bezirksbäuerin), Irmgard Zintl (stellv. Bezirksbäuerin), Franz Holzapfel (Kreisobmann)

Erntepressegespräch 2026 in der Oberpfalz: Gute Erträge reichen nicht mehr aus

Steigende Betriebsmittelkosten, Wetterextreme und schwache Erzeugerpreise belasten die Landwirtschaft

15.07.2026 | Die Getreideernte 2026 ist in der Oberpfalz angelaufen. Trotz vielerorts durchschnittlicher Erträge setzen Wetterextreme, hohe Betriebsmittelkosten und schwache Erzeugerpreise die landwirtschaftlichen Familienbetriebe weiterhin unter erheblichen wirtschaftlichen Druck

Zum diesjährigen Erntepressegespräch lud der Bayerische Bauernverband Oberpfalz auf den Betrieb der Familie Lommer in den Landkreis Cham ein. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Ernteaussichten sowie die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Oberpfalz konfrontiert sind.

Mit der Wintergerstenernte ist die Getreideernte 2026 in der Oberpfalz gestartet. Die ersten Druschergebnisse lassen vielerorts durchschnittliche Erträge erwarten. Allerdings zeigt sich bereits jetzt ein regional sehr unterschiedliches Bild. Nach einem trockenen Frühjahr sorgten Niederschläge im Mai und Anfang Juni zwar für eine Entlastung, die anschließende Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 40 Grad setzte den Beständen – insbesondere auf leichteren Böden – jedoch erheblich zu. Besonders betroffen sind Frühjahrskulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben.

„Die Wetterextreme nehmen zu und stellen unsere Betriebe jedes Jahr vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig entwickeln viele Landwirtinnen und Landwirte ihre Anbausysteme konsequent weiter. Humusaufbau, Zwischenfrüchte, Mulchsaat und vielfältige Fruchtfolgen helfen dabei, Wasser besser in der Fläche zu halten und die Widerstandsfähigkeit unserer Böden zu stärken“, betonte BBV-Bezirkspräsident Ely Eibisch.

Neben den Witterungseinflüssen bereiten den Betrieben vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen große Sorgen. Hohe Kosten für Diesel, Dünger und Energie treffen auf sinkende Erzeugerpreise. Selbst gute Erträge reichen deshalb vielerorts nicht mehr aus, um kostendeckend zu wirtschaften.

Auch die Schweinehaltung steht weiterhin unter erheblichem Druck. Die Erlöse decken in vielen Betrieben die gestiegenen Produktionskosten nicht ausreichend, wodurch sich der Strukturwandel in der Region weiter beschleunigt.

BBV-Bezirksbäuerin Rita Götz machte deutlich: „Unsere Betriebe investieren kontinuierlich in Klima-, Umwelt- und Tierwohlmaßnahmen. Damit die heimische Landwirtschaft auch künftig hochwertige regionale Lebensmittel erzeugen kann, braucht sie faire Marktbedingungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen.“

Der Bayerische Bauernverband Oberpfalz appellierte deshalb an Politik und Gesellschaft, die Leistungen der bäuerlichen Familienbetriebe stärker anzuerkennen. Landwirtschaftliche Flächen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur regionalen Lebensmittelversorgung, sondern auch zum Wasserrückhalt, zur Grundwasserneubildung und zum Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaft.