Zum Hauptinhalt springen
Zur Suche springen
Zum Footer springen
Zur Navigation springen
Teilnehmer der Sitzung der ARGE Jagdgenossenschaften
© BBV Hubert Hofmann

Biber sorgt für wachsende Konflikte

Jagdgenossenschaften fordern praxistaugliches Management

05.02.2026 | Aiterhofen

Der zunehmende Konflikt zwischen dem wachsenden Biberbestand in Bayerns Gewässern und den daraus resultierenden Schäden an land- und forstwirtschaftlichen Flächen stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Sitzung der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband der Bezirksverbände Oberpfalz und Niederbayern in Aiterhofen.

In ihren Beiträgen machten die Teilnehmer deutlich, dass Biberschäden an Gewässern, Äckern und Wäldern vielerorts ein Ausmaß erreicht haben, das für Bewirtschafter nicht mehr hinnehmbar ist. Zwar werde der ökologische Nutzen des Bibers anerkannt, zugleich brauche es jedoch ein deutlich praxistauglicheres Bibermanagement und verlässliche Regelungen zur Schadensvermeidung und -regulierung. Vor diesem Hintergrund hatte sich die Arbeitsgemeinschaft zwei Referenten, die in Sachen Bibermanagement sehr viel Erfahrung haben, eingeladen.

Die Biberberaterin Nicole Anzinger-Bitsch (Landkreis Freising) stellte in ihrem Vortrag die Lebensweise des Bibers vor und zeigte Lösungsansätze aus der Praxis auf. Entscheidend sei das abgestimmte Vorgehen von Landratsämtern, Bewirtschaftern und Biberberatern, um Konflikte frühzeitig zu entschärfen und Schäden zu vermeiden. Ohne klare Zuständigkeiten und schnelle Entscheidungen lasse sich die Situation in vielen Regionen jedoch kaum bewältigen.

Aus Sicht der Wasserwirtschaft schilderte Andreas Feuerer, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Ischler Ache, die praktischen Herausforderungen im Bibermanagement. Er forderte mehr Handlungsspielräume bei der Entnahme von Bibern sowie eine realistische Bewertung von Biberschäden im Rahmen der Schadensregulierung. Sein Bewertungsansatz orientiert sich an der ökologischen Aufwertung der Fläche durch den Biber. 

Darüber hinaus befasste sich die ARGE mit weiteren jagdpolitischen Themen. Die Vorsitzenden Stefan Graf (Oberpfalz) und Wolfgang Fisch (Niederbayern) verwiesen auf weiterhin zu hohe Rehwildbestände und die Bedeutung einer waldfreundlichen Jagd. Das Vegetationsgutachten bleibe eine unverzichtbare Grundlage für die Abschussplanung. Auch die Stärkung der Jagdvorsteher sowie verpflichtende Waldbegänge wurden als zentrale Instrumente genannt.

In den Berichten aus den Kreisverbänden wurde deutlich, dass sich ähnliche Konfliktlagen – ob beim Biber, beim Schalenwild oder bei Gänse- und Krähenpopulationen – in vielen Regionen verschärfen. Einigkeit bestand darüber, dass flächig für die Jagdvorsteher intensive Schulungen angeboten werden müssten.

Abschließend informierte Hubert Hofmann (BBV Niederbayern/Oberpfalz) über die geplante Novellierung des Bayerischen Jagdgesetzes. Ziel der Reform sei es, durch mehr Flexibilität und Entbürokratisierung ein besseres Wald-Wild-Verhältnis zu erreichen. Aus Sicht der Jagdgenossenschaften müsse sich dabei auch der Umgang mit Konfliktarten wie dem Biber künftig stärker an der Praxis orientieren.

© BBV Hubert Hofmann Sitzung ARGE Jagdgenossenschaften
Teilnehmer der Sitzung der ARGE Jagdgenossenschaften: v.l.: Siegfried Jäger (BBV Waldpräsident), Hubert Hofmann (BBV Bezirksgeschäftsführer), Nicole Anzinger-Bitsch (Biberberaterin), Andreas Feuerer (Geschäftsführer vom Wasser- und Bodenverband Ischler Ache), Manfred Hofmeister (Regierungsjagdberater), Wolfgang Fisch (Sprecher ARGE Jagdgenossenschaften Niederbayern) und Stefan Graf (Sprecher ARGE Jagdgenossenschaften Oberpfalz)