"Sauberes Wasser: Welchen Beitrag liefert die Landwirtschaft?"
Referent: Prof. Dr. Tobias Licha - AG Hydrogeologie und Umweltgeologie (HEG), Ruhr-Universität Bochum
Sauberes Wasser ist die Grundvoraussetzung für gesundes Leben – welchen Beitrag liefert die Landwirtschaft? Diese Frage ist nicht nur für Landwirte essentiell. Eine teilweise überraschende Antwort lieferte jetzt der Professor für Umwelt- und Hydrogeologie Tobias Licha von der Ruhr-Universität Bochum. Der Fachmann für Gewässeranalyse war auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes ins Haus der Fischerei nach Kelheim gekommen, um seine Untersuchungsergebnisse vorzustellen und sich den Fragen der überaus interessierten Zuhörerschaft zu stellen.
„Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins, aber auch die Ursache für verheerende Schäden. Keiner kann das alleine managen, es geht nur gemeinsam", unterstrich Licha. Landwirte seien oftmals für die Belastungen verantwortlich gemacht worden. "Irgendwann sind Dinge geschehen, die jetzt wieder korrigiert werden müssen. Es hat nie jemand was mit Absicht gemacht", analysierte er die Erkenntnisse zu Wissensstand und den Gegebenheiten der vergangenen Jahrzehnte.
Immerhin 100.000 Substanzen können mittlerweile im Wasser nachgewiesen werden. Diese Mikroschadstoffe sind somit auch Indikatoren zu deren Herkunft und zu den Quellen des Eintrags, denn bestimmt Stoffe haben nur begrenzte Einsatzbereiche. Als Beispiele nannte er die erstaunlich hoch nachgewiesenen Werte von Koffein, Nikotin oder Arzneimitteln aus der Humanmedizin.Alleine 35.000 Tonnen Medikamente würden jährlich in Deutschland verbraucht. "In Pflanzenschutzmitteln sind deutlich weniger Wirkstoffe zugelassen als in der Humanmedizin", erklärte Licha die Hintergründe.
Biozide aus dem nicht-agrarischen Bereich zu Bekämpfung von Schädlingen sind von Zahnpasta bis Putzmittel sowie in sehr vielen Lebensbereichen enthalten und werden ebenso im Wasser nachgewiesen. "Pharmaka unterliegen keiner Umweltverträglichkeitsprüfung ."
Quelle: Mittelbayerische Zeitung