Verschiedene Wege zu waldgerechten Wildbeständen
Diskussionsrunde fand am 24.10.2026 in Wallgau statt
Verpachtung oder Eigenregie?
Grundstückseigentümer bestimmen, wer auf ihren Flächen Wild bejagen darf. Wenn die Anzahl an Rehen, Rot- und Gamswild mit dem Angebot an Nahrungspflanzen im Gleichgewicht steht, können sich alle Jungpflanzen der verschiedensten Baumarten so entwickeln, dass neue Wälder entstehen, die den sich ändernden Klimabedingungen, im wahrsten Sinne, gewachsen sind.
Tatsächlich können die Eigentümer von Wald- und Wiesen-Flächen als Mitglieder einer Jagdgenossenschaft mitbestimmen, wer auf ihren Flächen jagen darf und sie legen gemeinsam auch die Rahmenbedingungen fest, wie Jäger das Ziel von „waldgerechten Wildbeständen“ verwirklichen können.
Am 24. Oktober 2026 trafen sich auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) – Kreisverband Garmisch-Partenkirchen - unter der Leitung des Sprechers der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften, Josef Sailer, in Wallgau nun 25 Vertreter verschiedener Jagdgenossenschaften und Fachbehörden, um sich informieren zu lassen, welche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen.
Das Recht, die Jagd auszuüben wird regelmäßig an interessierte Jäger über viele Jahre hinweg verpachtet. Vieles kann in gut ausgearbeiteten Pachtverträgen so geregelt werden, dass der Wunsch nach klimatoleranten Mischwäldern auch Realität wird.
Der Referent des BBV, Franz Faltermeier, konnte dazu ein professionell ausgearbeitetes Vertragsmodell vorstellen.
Alternativ dazu können sich die Mitglieder einer Jagdgenossenschaft per Beschluss auch dafür entscheiden, die Jagd durch eigene Mitglieder oder ortsansässige Jäger auf Basis jährlicher Jagd-Konzessionen ausüben zu lassen. Das System der „Eigenbewirtschaftung“ ist zeitlich und inhaltlich deutlich flexibler als eine Verpachtung, aber auch mit mehr Aufwand für die verantwortlichen Vorstände verbunden.
Im Anschluss an die Fachvorträge konnten sich die Teilnehmer in den Privatwäldern der Jagdgenossenschaft Wallgau davon überzeugen, welche Erfolge hinsichtlich Waldverjüngung die älteste, eigenbewirtschaftete Jagd in Bayern in den 50 Jahren ihres Bestehens erreichen konnte.
Es waren Waldbilder, die Hoffnung machen.