Bezirksversammlung
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Zukunftsvertrag zur Landwirtschaft in Bayern findet große Zustimmung

Bezirksversammlung des Bayerischen Bauernverbandes Niederbayern befasst sich mit den vertraglichen Zusagen der bayerischen Staatsregierung an die landwirtschaftliche Berufsvertretung.

10.10.2023 | "Daumen hoch" für den Zukunftsvertrag mit der Bayerischen Staatsregierung von der Bezirksversammlung des Bayerischen Bauernverbandes Niederbayern

Kollnburg (bbv) – Die Bayerische Staatsregierung ist bereit, jährlich 120 Millionen Euro zusätzlich für notwendige Maßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft und zur Ernährungssicherung auszugeben. Dies ist ein starkes Signal für unsere Betriebe, so Präsident Jäger bei der Vorstellung des Zukunftsvertrages in der Bezirksversammlung des Bayerischen Bauernverbandes Niederbayern in Kollnburg.

Der Vertrag, den der Bayerische Bauernverband im September mit der Bayerischen Staatsregierung geschlossen hat, enthält ein klares Bekenntnis zu den bäuerlichen Familienbetrieben und zur Nutztierhaltung in Bayern. Die Wahrung des Eigentums und der Grundsatz Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht sind wichtige Grundpfeiler in der Vereinbarung, stellte Jäger fest.

Besonders hervorgehoben wurde der tierwohlgerechte Umbau der Nutztierhaltung. So sollen für die praxisbezogene Beratung zusätzliche Mitarbeiter/innen in der Landwirtschaftsverwaltung eingestellt werden. Zudem werde das Bayerische Programm Tierwohl als langfristiges Programm mit mehrjährigem Förderzeitraum weiterentwickelt. Als besonderen Erfolg wertete Jäger die Einführung einer Gülle-App, mit der unter bestimmten Parametern und Zeitfenstern die Breitverteilung von Gülle auf Grünland weiterhin ermöglicht werden soll.
Auch das Wildtiermanagement werde mit erweiterten Möglichkeiten zur Entnahme von Problemtieren und vollständigem Schadensausgleich auf neue Füße gestellt.

Jäger berichtete weiter über zusätzliche Mittel zur Stärkung des Pflanzenbaus und insbesondere zur Züchtung widerstandskräftiger Sorten, was angesichts des Klimawandels unbedingt notwendig sei. Auch das Potenzial an erneuerbaren Energien soll in Bayern bestmöglich ausgeschöpft werden, u.a. mit Förderzusagen für „energieautarke Bauernhöfe“ und zur gemeinschaftlichen Vernetzung von Biogaserzeugungsbetrieben. Darüber hinaus soll ein aktives Wassermanagement zur Wasserspeicherung und Bewässerung vorangetrieben werden.

„Für die Bewirtschaftung von Grünlandflächen werden jährlich 20 Millionen Euro zusätzlich über das Kulturlandschaftsprogramm zur Verfügung gestellt“, berichtete Jäger. Er wertete dies als besonderen Erfolg, zur konkreten Umsetzung und Genehmigung werden noch Gespräche geführt. Als weitere Themen wurden die Verbraucheraufklärung und die Stärkung der regionalen Ernährung in dem Vertrag aufgenommen. Einige Teilnehmer verwiesen in diesem Zusammenhang auf die besondere Bedeutung der Außer-Haus-Verpflegung. Gerade bei öffentlichen Kantinen gebe es oft große Hürden für regionale Erzeuger, da die benötigten einheitlichen Mengen nicht von Einzelanbietern geliefert werden könnten oder besonders verarbeitete Produkte nachgefragt werden. Bezirksbäuerin Claudia Erndl verwies auf den Bezirk Niederbayern, in dessen Einrichtungen der Einsatz von regionalen und bioregionalen Lebensmitteln über Zuschussmittel gefördert wird. Dies könne auch als Vorbild für andere Einrichtungen dienen.

Die Teilnehmer der Bezirksversammlung waren sich darüber einig, dass der Zukunftsvertrag viele wertvolle Impulse und konkrete Maßnahmen für die Förderung und Zukunftssicherung der bayerischen Land- und Forstwirtschaft enthält. Präsident Jäger kündigte an, der Bayerischen Bauernverband werde sich intensiv in die weiteren Gespräche einbringen, damit die in dem Vertrag enthaltenen Vereinbarungen in den nächsten Jahren erfolgreich umgesetzt werden.