© Grecaud Paul - fotolia.com

Künftiger EU-Haushalt: 500 Milliarden Euro für Landwirtschaft und Ernährungssicherung nötig!

Vor EU-Gipfel: BBV fordert starkes Agrarbudget ab 2028

12.10.2026 | Auf dem EU-Gipfel am 15. und 16. Oktober in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) für die Jahre 2028 bis 2034. Der Bayerische Bauernverband (BBV) fordert dabei ein klares Signal für die Landwirtschaft zu setzen: Das Agrarbudget soll verbindlich auf 500 Milliarden Euro festgelegt werden.

„Der vor über einem Jahr vorgestellte Kommissionsvorschlag für das Agrarbudget von 2028 bis 2034 innerhalb des MFR muss dringend nachgebessert werden“, erklärt Carl von Butler, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes. „Die verschiedenen weltpolitischen Krisen der letzten Jahre haben überdeutlich gezeigt, wie wichtig eine größere Unabhängigkeit Europas ist. Das gilt insbesondere für die Sicherung der Lebensmittelversorgung der 450 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger durch regionale Produktion und stabile Lieferketten. Deshalb fordere ich von den Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel ein klares Signal für eine stark finanzierte EU-Agrarpolitik mit einem verbindlichen Budget von 500 Milliarden Euro.“ 

Verlässlicher Rahmen für gesellschaftliche Leistungen der Land- und Forstwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft will ihre Leistungen für die Gesellschaft auch in Zukunft verlässlich erbringen: Ernährungssicherung, Bereitstellung erneuerbarer Energien, Bioökonomie, Ressourcenschutz und Biodiversität. „Dafür braucht es einen soliden wirtschaftlichen Rahmen durch die künftige EU-Agrarpolitik“, so von Butler. „Wenn die Staats- und Regierungschefs Sicherheit und Stabilität in den ländlichen Räumen gewährleisten wollen, sind 500 Milliarden Euro für die Gemeinsame Agrarpolitik in den kommenden sieben Jahren eine zukunftsweisende Investition.“

Kleine und mittlere Betriebe gezielt stärken

Die bayerische Landwirtschaft ist geprägt von rund 100.000 überwiegend familiengeführten Betrieben, die im Schnitt etwa 34 Hektar bewirtschaften. Ein hoher Anteil an Nebenerwerbsbetrieben sowie rund 14.000 Bergbauernbetriebe stellen besondere Anforderungen an die Ausgestaltung der künftigen EU-Agrarpolitik.

„Gerade diese vielfältigen, kleinstrukturierten Betriebe sichern die flächendeckende Bewirtschaftung, regionale Wertschöpfung, lebendige ländliche Räume, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Stabilität“, betont der Generalsekretär. Daher fordert der BBV zudem, die Umverteilungsprämie, die sogenannte Erste-Hektare-Regelung, deutlich auszubauen. Sie soll an die Stelle des Kommissionsvorschlags für Kappung und Degression treten und so die vielfältige Struktur der Landwirtschaft sowie kleine und mittlere Familienbetriebe konkret unterstützen.

„In einer Zeit großer Unsicherheit und kritischer wirtschaftlicher Lage braucht es für Investitionen eine hohe Einkommenswirkung und Planungssicherheit“, erklärt von Butler. „Landwirtschaft ist und bleibt systemrelevant. Europa braucht deshalb eine starke, gemeinsame Agrarpolitik mit klaren Leitplanken und einer vorausschauenden Finanzierung.“

Europäische Umfragewerte stützen Bauernverbandsforderungen

Eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage unterstreicht diese Forderung: Von 24.546 befragten Europäerinnen und Europäern sprach sich jede zweite Person für eine Aufstockung der Mittel für die EU-Agrarpolitik in den nächsten zehn Jahren aus. 70 Prozent sind zudem der Ansicht, dass alle EU-Bürger von der Agrarpolitik profitieren, und 82 Prozent sehen die Ernährungssicherung dadurch gewährleistet. Mehr Infos dazu hier. 

Weiterführend

"Familiengeführte Landwirtschaftsbetriebe stärken!" (BBV-Position,  Pdf, Stand 7/2026)