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Hochrein und Heidl
In Würzburg sprachen unter anderem Bauernpräsident Walter Heidl (rechts) und Claus Hochrein, Landwirt aus Unterfranken und Vorstandsvorsitzender des Vereins "Landwirtschaft verbindet Bayern" (LSV) (links).

Heidl: Klares Veto zu den überzogenen und praxisfernen EU-Plänen

Bauern protestieren in Würzburg gegen EU-Verordnungsvorschläge

31.08.2022 |

„Angesichts der irrwitzigen Vorschläge der EU-Kommission zum Pflanzenschutz und zur Naturwiederherstellung scheint Brüssel eine abgeschottete Insel der Glückseligen zu sein.“ In seiner Rede nahm Heidl, der als erster auf dem Podium sprach, kein Blatt vor den Mund und sicherte den Bäuerinnen und Bauern zu, hier weiter klare Kante zu zeigen. Landwirtinnen und Landwirte seien Garant für Versorgungssicherheit vor der Haustür in Bayern, Deutschland und Europa. Sofort nach Bekanntwerden der Vorschläge habe der Bauernverband im Juni ein klares Veto zu den völlig überzogenen und praxisfernen Plänen bereits im Juni eingelegt, so Heidl vor den mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Demo. Dabei betonte der Bauernpräsident vor allem folgende Punkte:

•    Nein zu dem pauschalen Ziel einer Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes flächendeckend.
•    Nein zu Pauschalverboten des Pflanzenschutzes in sensiblen Regionen bzw. geschützten Gebieten.
•    Nein aber auch zu weiteren, beispielhaften Vorschlägen der EU-Kommission,

  • künftig 10 % aller Landwirtschaftsflächen – Äcker, Wiesen und Sonderkulturen – zwangsweise stilllegen zu wollen
  • Landwirtschaftsflächen auf Moor- und Feuchtgebietsstandorten fluten zu wollen
  • Tierhaltung über die Industrie-Emissionsrichtlinie teilweise an die Wand zu fahren
  • 10 % unserer Wälder unter strengen Schutz zu stellen.

Daneben machte Heidl auf den seit Langem harten Einsatz des Bauernverbandes auch bei nationalen Brennpunktthemen deutlich und mahnte Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit an, unter anderem bei der Düngeverordnung. „Wir brauchen jetzt eine einzelbetriebliche Ausnahme für präzise düngende Landwirte bei den überzogenen Vorgaben in den roten Gebieten. Schnellstens braucht es ein fundiertes Messnetz und ein bundesweites Nitrat-Monitoring. Die Politik in München und Berlin muss dringend nachbessern, denn die Klagen der rund 1.000 Bauern in Bayern untermauern, dass die bisherige Ausweisung der roten und gelben Gebiete nicht rechtskonform ist“, sagte Heidl. „Nahrungsmittel, Energie, NawaRo, Klimaschutz und Biodiversität - Vielfalt ist unsere Stärke! Das geht nur mit uns Bäuerinnen und Bauern!“

 

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