Bayerisches Pilotprojekt „Biogascluster“: Neue Perspektiven für bestehende und künftige Biogasanlagen
Biogas – unverzichtbar für Versorgungssicherheit, Netzstabilität und regionale Wertschöpfung
Pilotprojekt Biogascluster
- Ziel des Projekts „Biogascluster“ ist es, neue Perspektiven für bestehende und künftige Biogasanlagen durch regionale Clusterlösungen zu eröffnen.
- Die nun geförderte Machbarkeitsstudie betrachtet über 200 Biogasanlagen in den Landkreisen Altötting, Mühldorf am Inn und Rottal-Inn mit einer Gesamtenergieerzeugung von rund 1.880 GWh Biomethan.
- Untersucht wird, unter welchen technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen
- Biogasanlagen gemeinsam Gas aufbereiten,
- als Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen oder
- Industrie- und Gewerbebetriebe direkt versorgen können.
- Ziel ist, am Schluss genügend Auswertungen und Standortanalysen als zentralen Ausgangspunkt für ein künftiges Einspeisevorhaben zu haben.
- Die Ergebnisse sollen als Blaupause für ganz Bayern dienen dienen – wir informieren!
- Projektlaufzeit: 01.10.2025 bis 31.03.2026
- Ablauf und Stand:
- Datenerfassung durch RegPower GmbH: Zunächst hat die RegPower GmbH einen mehrseitigen, sehr umfangreichen Fragebogen für Anlagenbetreiber im Projektgebiet erstellt. Neben allgemeinen Beschreibungen zur Anlage waren hier Angaben zu Einsatzstoffen, Komponenten, BHKW, Wärmebedarf, Wärmenutzung und zu wirtschaftlichen Kennzahlen zu machen.
- Datenaufbereitung durch den BBV Töging / Eggenfelden: Hier begann die Arbeit für die Kolleginnen und Kollegen der BBV-Geschäftsstelle Töging/Eggenfelden: Sie haben die Daten eingeholt und aufbereitet. Dadurch kam eine erhebliche Mehrarbeit auf die Kolleginnen und Kollegen zu, aber die Begeisterung und die Motivation für das Projekt sind so groß, dass sie das gemeinsam geschultert haben.
- Auswertung: Inzwischen ist die Arbeit im BBV so gut wie abgeschlossen – die Auswertung liegt nun bei RegPower.
Hintergrund: Was sind Biogascluster?
Vielen Biogasanlagenbetreibern stehen die Sorgenfalten auf der Stirn: Nach 20 Jahren fallen ihre Anlagen aus der EEG-Förderung; der Strompreis am Markt deckt oft die Betriebskosten nicht.
Eine Option für die Zukunft: das erzeugte Rohbiogas aufbereiten und als Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen. Dieses ließe sich transportieren und speichern, sowie räumlich und zeitlich flexibel nutzen. Es könnte so fossiles Erdgas in sämtlichen aktuellen Anwendungen direkt ersetzen. Allerdings reichen die Gasmengen einzelner Anlagen meist nicht aus, um eigene Biogasaufbereitungs- und -einspeisungsanlage zu betreiben.
Viele statt einer – das Cluster
Der Ausweg: Mehrere Anlagen schließen sich zu einer Biomethan-Gemeinschaftsanlage zusammen und nutzen Infrastruktur wie Speicher-, Aufbereitungs- und Einspeiseanlagen gemeinsam. Ganz nach der Raiffeisen-Idee: Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele. Bei einem solchen Zusammenschluss spricht man von einem Biogas-Cluster. Deutschlandweit gibt es bereits vereinzelt kleinere Cluster, die große Trendwende fürs Biogas aber ist noch nicht in Sicht.
Bayern geht jetzt voran. Hier kommt der Bayerische Bauernverband mit den Wegbereitern ins Spiel: Gemeinsam mit dem Ingenieurbüro RegPower GmbH aus Regensburg führen wir eine Machbarkeitsstudie für die biogasstarken Landkreise Altötting, Mühldorf am Inn und Rottal-Inn durch – gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Dieses Projekt passt zu 100 Prozent zu unserer Visionsposition „Wir erkennen Trends und sind treibende Kraft für Innovationen“.
Warum Biogas so wichtig ist und Perspektiven braucht:
Förderprogramm „BioMeth Bayern“: ein richtiger Schritt
Der BBV begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich das neue Förderprogramm "BioMeth Bayern" als richtigen Schritt der Staatsregierung. "Clusterbildungen können für Bestands- und Neuanlagen eine echte Chance sein – wirtschaftlich wie strukturell. Gleichzeitig ist klar: Die Gründung solcher Cluster ist anspruchsvoll und braucht verlässliche Rahmenbedingungen, insbesondere einen wirtschaftlich tragfähigen Gasnetzzugang", sagte von Butler.