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‚Jetzt machen!‘: Kreisobmänner fordern entschlossenes Handeln für die Landwirtschaft

Tagung in Herrsching: Kreisobmänner und stellvertretende Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbands schildern Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die schwierige Lage vieler Familienbetriebe und richten konkrete Forderungen an ihn

16.10.2026 | Die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe in Bayern ist äußerst angespannt. Massive Kostensteigerungen, gravierende Ertragsausfälle und insbesondere katastrophale Erzeugerpreise in der Schweinehaltung stellen zahlreiche Betriebe vor existenzielle Herausforderungen. Bei der Tagung der Kreisobmänner und stellvertretenden Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Herrsching war die Botschaft deshalb unmissverständlich: Die Politik muss jetzt handeln, damit die bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern eine Zukunft haben.

Kurzfristige Maßnahmen zur Liquiditätssicherung nötig

Vertreter aus allen bayerischen Landkreisen kamen am Freitag zum Auftakt der Tagung zusammen, um über die aktuellen agrarpolitischen Herausforderungen und die Perspektiven der Landwirtschaft zu beraten. Im Mittelpunkt standen die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union, die Situation in der Tierhaltung und insbesondere die dramatische Lage der Schweinehalter. Für viele Betriebe geht es längst nicht mehr nur um langfristige Perspektiven, sondern um die wirtschaftliche Sicherung ihrer Existenz. Gerade die Schweinehalter benötigen aus Sicht der Teilnehmer kurzfristige politische Maßnahmen, um ihre Liquidität zu sichern. Es müsse jetzt eine Vorauszahlung von mindestens der Hälfte der Direktzahlungen erfolgen und der Rest der Direktzahlungen im Dezember 2026.

Klare Forderungen an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer

Ein besonderer Höhepunkt der Tagung war der Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am Abend. Nach seiner Rede stellte er sich den Fragen der Teilnehmer. Dabei schilderten die Kreisobmänner und ihre Stellvertreter mit deutlichen Worten die sehr kritische Situation vieler landwirtschaftlicher Familienbetriebe. 


Grundlage des Austauschs war ein zuvor verabschiedetes Forderungspapier, in dem die Teilnehmer ihre Anliegen und Erwartungen an Landwirtschaftsminister konkret formuliert hatten. Die Hoffnung ist noch da, dass der Bundesminister die Forderungen aufgreift, einbringt und auch durchsetzen kann. So in der aktuell entscheidenden Phase der europäischen Beratungen zur künftigen Agrarpolitik sowie bei den zahlreichen nationalen Themen. Hier gilt es jetzt sich mit Nachdruck für die Belange der Land- und Forstwirtschaft einzusetzen.


Der Tenor der Diskussionen war klar: Weitere Verzögerungen in der Umsetzung von Maßnahmen können sich viele Betriebe nicht leisten. Gefragt sind konkrete Entscheidungen und wirksames Handeln – sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene.


Ebenfalls ein Thema am Rande der Tagung waren die Anliegen der Obstbauern im Verband. Mit der Aktion „Ein Fünftel ist nicht genug“ macht die Branche derzeit bundesweit auf den niedrigen Selbstversorgungsgrad bei heimischem Obst aufmerksam. Dieser liegt in Bayern mit etwa zehn Prozent sogar nochmals unter dem Bundesschnitt – Tendenz weiter sinkend. An Bundesminister Rainer übergaben die Betriebe in Herrsching daher ihre Forderungen für bessere Produktionsbedingungen für Obst in Deutschland.

 

Neuwahlen im Verband und gemeinsames Zeichen aus Herrsching

Neben der aktuellen Agrarpolitik blickten die Teilnehmer auch auf die zu Ende gehende fünfjährige Wahlperiode zurück. Derzeit werden im Bayerischen Bauernverband die Gremien auf allen Ebenen neu gewählt – von den Ortsverbänden über die Kreis- und Bezirksverbände bis hin zur Landesebene im Jahr 2027.


Die Tagung verdeutlichte, wie vielfältig die Herausforderungen sind, mit denen die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in der Praxis konfrontiert werden. Die Themen reichen von Forderungen nach einem sofortigen Stopp bestimmter Maßnahmen bis hin zu konkreten Erwartungen an längst überfällige politische Entscheidungen.


Die zentrale Botschaft aus Herrsching lautet daher: Die Landwirtschaft braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, spürbare Entlastungen und politische Entscheidungen, die den Fortbestand der bäuerlichen Familienbetriebe sichern. Aus Sicht der Kreisobmänner ist die Zeit des Abwartens vorbei: Jetzt muss gehandelt werden.


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