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Fairer Preiskorridor und partnerschaftlicher Umgang sollen regionale Wertschöpfungsketten sichern

Fleischerverband Bayern und Bayerischer Bauernverband appellieren an Zusammenhalt in der Schweinekrise

22.07.2026 | Die Lage am Schweinemarkt bleibt angespannt. Um unsere bewährten regionalen Wertschöpfungsketten in Bayern zu erhalten und Schweinehaltern in der aktuellen Marktphase Planungssicherheit zu geben, haben sich der Fleischerverband Bayern und der Bayerische Bauernverband auf eine gemeinsame Empfehlung verständigt.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

1. Empfohlene Preisuntergrenze: 1,60 €/kg Schlachtgewicht
Handwerksmetzgereien wird empfohlen, mit ihren Vertragslandwirten eine faire Preisuntergrenze von 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht zu vereinbaren. Das soll Ihnen als Erzeuger eine verlässliche Kalkulationsbasis geben, auch wenn der Marktpreis unter Druck steht.

2. Orientierungswert nach oben: 2,20 €/kg
Damit Fairness in beide Richtungen gilt, empfehlen die Verbände zugleich einen Orientierungswert von 2,20 Euro je Kilogramm als mögliche Obergrenze für den Fall einer Markterholung. Der Gedanke dahinter: Wenn die Preise später wieder steigen, sollen auch die Metzgereien nicht einseitig belastet werden.

3. Gültigkeit: Kalenderjahr 2026
Der empfohlene Preiskorridor bezieht sich auf das laufende Jahr 2026.

4. Wichtig – keine verbindliche Vorgabe
Der Preiskorridor ist ausdrücklich kein Muss und keine feste Vereinbarung, sondern ein Fairness-Appell und eine Orientierungshilfe. Die konkrete Preisgestaltung handeln Sie weiterhin individuell mit Ihrer Metzgerei vor Ort aus.

 

Warum diese Empfehlung wichtig ist

BBV-Präsident Günther Felßner macht deutlich, dass es für viele Ferkelerzeuger und Schweinemäster in der aktuellen Erzeugerpreiskrise um die Existenz geht. Seine zentrale Botschaft: Das Marktrisiko darf nicht allein bei Ihnen als Erzeuger hängen bleiben. Bricht die Schweinehaltung in der Fläche weg, gefährdet das die gesamte regionale Wertschöpfungskette – von der Ferkelerzeugung über die Mast bis zur Versorgung mit bayerischem Schweinefleisch.

Auch der Landesinnungsmeister des bayerischen Metzgerhandwerks, Konrad Ammon, betont, dass viele Metzgereien bereits von sich aus Preisuntergrenzen mit ihren Landwirten vereinbart haben. Er macht aber auch klar: Eine gute Partnerschaft funktioniert nur in beide Richtungen. Das heißt für Sie: Sollten die Preise künftig wieder steigen, ist auch von Erzeugerseite ein faires Miteinander gegenüber den Metzgereien gefragt.

 

Was das für Sie konkret bedeutet

  • Sprechen Sie mit Ihrer Metzgerei über eine Preisuntergrenze von 1,60 €/kg – viele Betriebe haben eine solche Vereinbarung bereits.
  • Die Entscheidung liegt bei Ihnen beiden vor Ort. Der Verband kann nur empfehlen und appellieren, nicht vorschreiben.
  • Denken Sie auch an Ihre eigenen Vorlieferanten: Felßner appelliert ausdrücklich an Schweinemäster, ihre Ferkelerzeuger nicht zu vergessen und die Partnerschaft auch nach hinten in der Kette fair zu gestalten.
  • Langfristig zählt Verlässlichkeit: Beide Verbände wollen, dass Fleisch aus der Region kein Ramschprodukt wird – das sichert auf Dauer auch Ihre wirtschaftliche Basis als Betrieb.