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Landwirtschaft im direkten Gespräch

MdB Siegfried Walch und MdL Konrad Baur zu Gast beim Traunsteiner Kreisobmann

22.09.2026 | Landwirtschaft im direkten Gespräch – MdB Siegfried Walch und MdL Konrad Baur zu Gast beim Traunsteiner Kreisobmann

Zu einem persönlichen Austausch zwischen Politik und Landwirtschaft trafen sich heute rund 30 interessierte Landwirte aus der Kreisvorstandschaft Traunstein und dem Berchtesgadener Land sowie zahlreiche Ortsobleute auf dem Betrieb von Kreisobmann Hans Steiner. Eingeladen hatte MdB Siegfried Walch, um mit den Bäuerinnen und Bauern direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Als Patriot liegt Walch die heimische Landwirtschaft besonders am Herzen. Auch über seine Zeit als Landrat hinaus möchte er den direkten Dialog mit den Landwirten fortführen und eine regelmäßige Gesprächsreihe etablieren, bei der die Anliegen der Landwirtschaft unmittelbar vor Ort zur Sprache kommen können. Der Auftakt dazu hatte bereits im Januar in Seeon stattgefunden.

Bei spätsommerlichem Wetter stand zunächst eine Betriebsführung auf dem Hof von Hans Steiner auf dem Programm. Anschließend bot sich ausreichend Gelegenheit für persönliche Gespräche und einen offenen Austausch.

Im Mittelpunkt standen zahlreiche Themen, die die heimischen Landwirte derzeit beschäftigen. Besonders großen Raum nahm der seit Jahren geforderte Abbau von Bürokratie ein. Zwar gebe es beispielsweise im Zusammenhang mit der aktuellen Dürre und der damit verbundenen Futterknappheit gewisse Erleichterungen, doch seien diese oftmals mit einem erheblichen Antrags- und Dokumentationsaufwand verbunden. Die Forderung nach spürbaren Vereinfachungen und weniger bürokratischen Hürden bleibt daher ein wichtiges Anliegen der Landwirtschaft.

Auch die zunehmend kritisch diskutierte Anbindehaltung wurde angesprochen. Die anwesenden Landwirte machten deutlich, dass bei Veränderungen der Haltungsbedingungen die Situation der einzelnen Betriebe und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit berücksichtigt werden müssten.
Ein weiteres Thema war die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage, der aus Sicht der Landwirtschaft eine wichtige Möglichkeit darstellen könnte, um besser auf schwankende Erträge, Wetterextreme und wirtschaftliche Risiken reagieren zu können.

Intensiv diskutiert wurden außerdem die steigenden Energiekosten und die CO₂-Bepreisung. Gerade die Landwirtschaft sei auf Diesel in besonderem Maße angewiesen, da für viele Arbeitsgänge derzeit noch keine praxistauglichen Alternativen zur Verfügung stünden. Elektrisch betriebene Schlepper und Erntemaschinen seien für viele landwirtschaftliche Einsatzbereiche noch nicht ausgereift. Die hohen Dieselpreise stellten deshalb für die Betriebe eine erhebliche Belastung dar.
Auch der Schutz von Rehkitzen beim Mähen wurde thematisiert. Die Landwirte wiesen dabei insbesondere auf die aus ihrer Sicht teilweise unverhältnismäßig harten rechtlichen Konsequenzen hin. Hier wurde eine gesetzliche Anpassung gefordert, die den praktischen Gegebenheiten der Landwirtschaft besser Rechnung trägt.
Besonders ausführlich wurde zudem die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und deren Auswirkungen auf die heimische Schweinehaltung diskutiert. Die notwendigen baulichen Anpassungen seien für viele Betriebe angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation kaum zu stemmen. Bei teilweise negativen Deckungsbeiträgen seien umfangreiche Investitionen für Umbauten wirtschaftlich nicht darstellbar. Die Sorge um die Zukunft der heimischen Schweinehaltung wurde entsprechend deutlich zum Ausdruck gebracht.

Der Nachmittag zeigte einmal mehr, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Landwirtschaft und Politik ist. Viele Themen lassen sich nur dann praxisnah beurteilen, wenn die Verantwortlichen die Situation auf den Betrieben kennen und die Anliegen der Landwirte unmittelbar hören.
Bei Brotzeit, Kaffee und Kuchen wurde deshalb nicht nur über politische Rahmenbedingungen diskutiert, sondern auch offen miteinander gesprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Der persönliche Kontakt soll auch künftig gepflegt und mit weiteren Gesprächsrunden fortgesetzt werden.