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Landwirtschaft unter Strom: Aktuelle Wege der Energiezukunft - PV, Biogas, Wind

Zahlreiche Besucher bei der Veranstaltung zu den Bayerischen Energietagen

28.07.2026 | Die Landwirtschaft übernimmt eine immer wichtigere Rolle für die Energieversorgung der Zukunft. In einer gemeinsamen Informations- und Dialogveranstaltung der Lechwerke AG (LEW) und des Bildungswerks des Bayerischen Bauernverbandes im Rahmen der Bayerischen Energietage stand die Energiewende im Mittelpunkt.

Wie können landwirtschaftliche Betriebe die Energiewende aktiv mitgestalten und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Zukunft sichern? Mehr als 200 Interessierte aus Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Politik nutzen die Gelegenheit, sich unter dem Motto „Energiewende. Hier. Jetzt“ über aktuelle politische Rahmenbedingungen, technische Entwicklungen und wirtschaftliche Perspektiven auszutauschen.

„Die Partnerschaft der LEW mit der Landwirtschaft hat eine lange Tradition. Viele Betriebe sind längst selbst Energieerzeuger. Jetzt geht es darum erneuerbare Energien, leistungsfähige Netze, Speicher und marktwirtschaftliche Lösungen zu einem stabilen, effizienten Gesamtsystem zusammenzuführen. Daran arbeiten wir gemeinsam mit der Landwirtschaft, Verbänden und der Politik.“, sagte Dr. Dietrich Gemmel, LEW-Vorstand, bei der Eröffnung der Veranstaltung.

Tobias Gotthardt, Staatsekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie betonte in seiner Keynote, dass die Energiewende kein „Rosinenpicken“ sei, sondern dass das ganze Energiesystem in den Blick genommen werden müsse. Bayern sei beim Ausbau der erneuerbaren Energien bereits weit vorangekommen: Rund 75 Prozent der Stromerzeugung stammen inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leiste die Landwirtschaft. Er sprach sich für eine deutliche Verkürzung der Genehmigungszeiten und eine stärkere Praxisorientierung aus.

 

© LEW - Peter Fastl Tobias Gotthardt,  Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium  für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Auch Ely Eibisch, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbands und Vorsitzender im Landesfachausschuss für Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien, unterstrich die Bedeutung der Landwirtschaft und forderte Planungssicherheit, damit die Wertschöpfung bei landwirtschaftlichen Betrieben und in den ländlichen Räumen bleibt. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn Biogas, Photovoltaik und Windkraft gemeinsam gedacht werden.

Ein Schwerpunkt des Abends lag auf der aktuellen Regelung zur Photovoltaik-Einspeisung. Michael Vogtmann, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, erläuterte die Auswirkungen des Solarspitzengesetzes sowie die geplanten Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Besonderes Augenmerk legte er auf den Weiterbetrieb sogenannter Ü20-Anlagen, deren Förderung nach 20 Jahren ausläuft. Je nach Situation kämen Weitereinspeisung, Eigenversorgung, Direktvermarktung oder neue Modelle wie Energy Sharing infrage. Gerade gemeinschaftliche Stromnutzung böten künftig interessante Möglichkeiten für den ländlichen Raum, so Vogtmann.
 

© LEW - Peter Fastl Michael Vogtmann, Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie

Das Zukunftsthema „Energy Sharing“ aus Sicht eines Netzbetreibers führte Fabian Grundmann von der LEW Verteilnetz GmbH weiter aus. Er zeigte auf, wie lokal erzeugter Strom künftig gemeinschaftlich genutzt werden kann. Gawan Heintze vom Technologie- und Förderzentrum Straubing erläuterte das Potenzial von Agri-Photovoltaik-Anlagen. Die Kombination aus landwirtschaftlicher Nutzung und Stromerzeugung ermögliche eine doppelte Flächennutzung und eröffne Betrieben neue wirtschaftliche Perspektiven. Barbara Plura von der LEW Verteilnetz GmbH stellte ergänzend Rahmenbedingungen und die praktische Umsetzung innovativer Netzanschlüsse vor.

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Energiewirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Neben den vielen Herausforderungen entstehen neue Chancen für landwirtschaftliche Betriebe – von innovativen Technologien über neue Vermarktungsmodelle bis hin zu regionalen Energiegemeinschaften.