Almbegehung am Hörnle
Politprominenz aus Bund und Land mit on Tour
Austausch vor malerischer Kulisse
Am Freitag, dem 31.07.2026 fand bei herrlichstem Sommerwetter die diesjährige Almbegehung des Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen - diesmal am Hörnle in Bad Kohlgrub - statt.
Rund 200 Gäste aus Nah und Fern, darunter auch Politprominenz folgten der Einladung und fanden sich am Morgen an der Talstation der nostalgischen und sich im Moment in Erneuerungsarbeiten befindlichen Hörnle-Schwebebahn ein, um aus genannten Gründen entweder zu Fuß oder mithilfe der eingesetzten Busse zur Hörnlealm zu gelangen.
Alphornbläser begrüßen die Gäste
Das Hörnle und seine dazugehörigen Gipfel zeigen sich an diesem Tag von ihrer besten Seite. Der wunderbare Blick ins Alpenvorland wurde auf dem Weg zum "Hinteren Hörnle" von den 4vier einheimischen Alphornbläsern untermalt - was nicht nur den Mann aus Berlin zum Schwärmen brachte. Doch der eigentliche Fokus liegt bei der jährlichen Almbegehung nicht nur darauf, die herrliche Landschaft zu genießen, sondern eben genau darauf, diese zu erhalten und auf die vielfältigen Probleme der Landwirte in der Region hinzuweisen.
So machten sich nach den Begrüßungsworten durch Landrat Anton Speer, Kreisobmann Solleder und Bürgermeisterin Martina Höck die ca. 200 Teilnehmer bei hochsommerlichen Temperaturen an den Abstieg zu Schlickers Stadel, wo neben Speis und Trank auch schon diverse Redner auf ihr Publikum warteten.
Heiße Themen bei heißen Temperaturen: "Uns druckt Einiges"
Im vollbesetzten Schlickers Stadel tritt zuerst Kreisobmann Klaus Solleder ans Mikrofon und wendet sich mit klaren Worten v.a. an die Gäste aus der Politik, sprich an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Landrat Anton Speer, Landesbäuerin und Europaabgeordnete Christine Singer, Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger und BBV-Präsident Günther Felßner.
"Wir sind hier heute an der Basis, wo betroffene Bauern sagen, was sie druckt" so Solleder.
Der eingeführte Wassercent gehörte zu den Kritikpunkten ebenso wie der zu niedrige Milchpreis und der zu hohe Dieselpreis. Kombihaltung, Rotwild-Tbc, Bürokratieabbau - es gäbe viele Themen, die den Landwirten unter den Nägeln brennen und wo "die Politik uns unterstützen muss", so Solleders Appell.
Sowohl das Entwaldungsgesetz als auch der Wegfall der Grünen Gebiete ist im Landkreis nicht durchführbar und führt gerade im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bei der Düngung zu erheblichem Mehraufwand.
Dass man Verständnis für die Anliegen der Bauern habe und an vielen Ecken unbedingt nachbessern müsse, bestätigte in seiner Rede der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer.
Durchaus kritische Anmerkungen äußerte Kreisobmann Klaus Solleder zu den Ausführungen von Staatsminister Hubert Aiwanger zum Thema Jagd.
Zwar klingt die von Staatsminister Aiwanger angesprochene Möglichkeit grundsätzlich positiv, den festgesetzten Abschuss im Rahmen eines Dreijahreszeitraums um bis zu 20 Prozent über- bzw. unterschreiten zu können. Solleder sieht darin jedoch die Gefahr, dass sich bei einer nicht vollständigen Erfüllung des Abschusses über einen längeren Zeitraum eine schleichende Absenkung der tatsächlich getätigten Abschüsse ergeben könnte.
Das TBC-Rotwildmonitoring wird grundsätzlich begrüßt. Allerdings besteht aus Sicht von Solleder deutlicher Ergänzungsbedarf, da die derzeitige Untersuchungsquote der bestehenden Gefahrenlage nicht gerecht werde. Angesichts der möglichen Bedeutung der Tuberkulose für Rotwildbestände und der Übertragungsmöglichkeit auf die Rinderbestände sollte die Untersuchungsquote aus seiner Sicht deutlich erhöht werden und möglichst bei 100 Prozent liegen.
Geselliger Ausklang und viel Lob für die gelungene Veranstaltung
In Schlickers Stadel klang die diesjährige Almbegehung bei intensiven und guten Gesprächen dann auch aus.
Für die gute Verköstigung bedanken sich alle bei den Landfrauen Bad Kohlgrub.
Ohne die gute Organisation und ehrenamtliche Mithilfe aller Beteiligten wäre diese Großveranstaltung nicht möglich, deshalb auch an dieser Stelle ein herzliches "Vergelt's Gott" für ihr großes Engagement.