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Waldbrand
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Waldbrandgefahr bleibt hoch - BBV ruft zu besonderer Vorsicht auf

Bauernverband rät zu Achtsamkeit im Wald und waldnahen Gebieten

29.05.2026 | Die Waldbrandgefahr bleibt in weiten Teilen Bayerns auch in den kommenden Tagen auf einem hohen Niveau. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gilt vielerorts weiterhin die zweithöchste Warnstufe. Deshalb werden die Waldbrand-Beobachtungsflüge in besonders gefährdeten Regionen fortgesetzt.

Waldbrandgefahr bleibt hoch - zweithöchste Warnstufe in weiten Teilen Bayerns

Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen haben bereits zu mehreren Waldbränden geführt. Erst in diesen Tagen mussten Feuerwehren unter anderem im Landkreis Cham zu einem größeren Waldbrand ausrücken. Die Brände zeigen erneut, wie schnell sich unter den aktuellen Bedingungen selbst kleine Brandherde ausbreiten können.

Der Bayerische Bauernverband appelliert deshalb eindringlich an alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, höchste Vorsicht walten zu lassen. Bereits ein einzelner Funke, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder heiße Fahrzeugteile können einen Waldbrand auslösen.

Auch das Bayerische Landwirtschaftsministerium warnt vor der angespannten Situation. Forstministerin Michaela Kaniber weist darauf hin, dass in Bayerns Wäldern derzeit ein einziger Funke ausreichen kann, um innerhalb weniger Minuten einen Großeinsatz auszulösen.

Diese Bereiche sind besonders gefährdet:

Nach Einschätzung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus ist die Gefahr insbesondere in folgenden Bereichen erhöht:

  • lichte Kiefern- und Fichtenwälder
  • sonnige Südhänge
  • stark frequentierte Ausflugs- und Erholungsgebiete

Auch alltägliche Situationen können zum Risiko werden: Bereits heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren können trockenes Gras entzünden. Fahrzeuge sollten daher keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund abgestellt werden. Weitere Informationen vom Landwirtschaftsministerium finden Sie hier. 

Der BBV erinnert deshalb an die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen: 

  • Zwischen März und Oktober gilt ein Rauchverbot im Wald.
  • Offenes Feuer und Grillen sind im Wald und in Waldnähe unbedingt zu unterlassen.
  • Zigarettenkippen dürfen keinesfalls aus Fahrzeugen geworfen werden.
  • Fahrzeuge und Motorräder sollten nicht auf trockenem Gras oder leicht entzündlichem Untergrund abgestellt werden.
  • Waldwege und Zufahrten für Einsatzfahrzeuge freihalten.
  • Bei Rauchentwicklung oder Feuer sofort den Notruf 112 verständigen.

Die aktuelle Trockenheit belastet nicht nur die Land- und Forstwirtschaft erheblich, sondern erhöht auch das Risiko schwerer Waldbrände. Viele Waldbestände sind durch Trockenstress und Borkenkäferbefall bereits geschwächt. Umso wichtiger ist jetzt ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur.

Der Bayerische Bauernverband bittet deshalb alle Bürgerinnen und Bürger um besondere Aufmerksamkeit und Rücksicht. Jeder vermiedene Funke hilft, Menschen, Wälder, Tiere und Einsatzkräfte zu schützen.

Bauernverband: Wie Sie Gefahren vermeiden

Auf folgende Punkte macht der Bayerische Bauernverband aufmerksam:

  • Präventionsvorschriften (Art. 17 des Bayerischen Waldgesetzes) sind zwingend zu beachten! Ein Beispiel: Das Verbot offener Feuer (z. B. Verbrennen von Reisig, Grillen, Rauchen von Zigaretten) näher als 100m vom Wald entfernt. Vielfach ist fahrlässiges Verhalten von Waldbesuchern Ursache für die Entstehung von Waldbränden. 
     
  • Vorsicht auch bei Waldschutzmaßnahmen im Rahmen der Borkenkäferbekämpfung, v.a. in Franken, der nördlichen Oberpfalz und in den von Unwetterschäden im Wald betroffenen Gebieten: Statt fängisches Ast- und Kronenmaterial im Wald zu verbrennen, sollten die Waldbesitzer dieses Holz besser häckseln oder aus dem Wald rausfahren.

Waldbesucher informieren

Regelmäßig veröffentlichen die forstlichen Behörden bei erhöhter Waldbrandgefahr Warn- und Verhaltenshinweise für Waldbesucher. Als Waldbesitzer/innen können Sie mit waldrandnahen Hinweistafeln oder in Gesprächen ebenfalls dazu beitragen, die Bevölkerung aufzuklären und zu sensibilisieren.

 

Bei erhöhter Waldbrandgefahr beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Melden Sie Waldbrände sofort an die Feuerwehr unter Tel. 112
  • In den Wäldern gilt Rauchverbot vom 1. März bis 31. Oktober (gilt zwar nicht für Waldbesitzer und Waldarbeiter, sie sollten aber Vorbild sein)
  • Werfen Sie beim Autofahren keine Zigarettenkippen aus dem Fenster
  • Machen Sie im Wald oder in Waldnähe (bis 100 m) kein offenes Feuer
  • Parken Sie Ihren PKW nicht auf trockenem Gras, da es sich am heißen Katalysator entzünden kann
  • Parken Sie stets so, dass Betriebs-, Rettungs- und Löschfahrzeuge nicht behindert werden
  • Seien Sie besonders vorsichtig in lichten, grasreichen Wäldern, denn trockenes Gras entzündet sich sehr leicht. Da reicht eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe
  • Waldbesitzer sollten Reisig und Restholz bei Waldbrandgefahr nicht verbrennen, sondern abtransportieren, häckseln oder einen Witterungsumschwung abwarten

Die Waldbrandbekämpfung ist extrem schwierig. Die finanziellen Folgen für den Brandverursacher und die landeskulturellen Folgen für den Wald und für die Bevölkerung können enorm sein.

So können Brände entstehen:

  • Besonders anfällig für Waldbrände sind junge Kiefern- und Fichtenbestände auf trockenen Standorten sowie Flächen mit starker Vergrasung. 
  • Auch Wälder mit einer dichten Schicht aus trockenem, noch nicht zersetztem Laub im Frühjahr können ein erhöhtes Brandrisiko aufweisen. 
  • Feuer entstehen fast immer als Bodenfeuer und können später über den Stamm auf die Kronen übergreifen. Mit dem Erlöschen des nährenden Bodenfeuers wird jedoch gleichzeitig immer dem Feuer in den Baumkronen die Energie entzogen.

 

Diese Schäden drohen:
Je nach Intensität, Art und Dauer des Waldbrandes fallen die Schäden unterschiedlich stark aus. 

  • Wird schnell eingegriffen und ein Übergreifen in die Kronen verhindert, ist der Bestand meist noch zu retten. 
  • In jungen und dichten Beständen von circa 15 bis 20 Metern Höhe sind dagegen schnell existenzgefährdende Waldbrandschäden am Bestand möglich.

Mit Mischwäldern und Brandschutzstreifen vorbeugen

Da vor allem reine Nadelholzbestände durch Waldbrände gefährdet sind, schützen am besten standortsangepasste Mischbestände. Laubbäume sind weniger brandanfällig und wirken wie eine Barriere. Bei akuter Waldbrandgefahr erfüllen Brandschutzstreifen, Wege oder Linien, die von Bewuchs freigehalten werden, den gleichen Zweck.

Güllefässer mit Wasser füllen

Da im Falle eines Brandes im Wald eine ausreichende Versorgung mit Löschwasser oft nicht sichergestellt ist, sollten Landwirte ihre Güllefässer mit Wasser füllen. So steht dieses Wasser schnell zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Gerade die ersten Minuten entscheiden oft darüber, ob ein Brand schnell unter Kontrolle und zum Erlöschen gebracht werden kann. Gerade die Landwirte sind als Einsatzkräfte für die Freiwillige Feuerwehr gesucht, da sie im Gegensatz zu immer mehr anderen Berufstätigen im ländlichen Raum, auch untertags für Einsätze zur Verfügung stehen.

Versicherung und Förderung bei Waldbrand

Als Waldeigentümer können Sie sich gegen Waldbrandschäden versichern. Über die genauen Kosten und den Umfang der Leistung informieren Sie die unterschiedlichen Versicherungsunternehmen oder die Waldbesitzervereinigungen. Hier steht auch die BBV Service beratend zur Seite.

Weiterführende aktuelle Links:

Karte des DWD mit dem tagesaktuellen Waldbrandgefahrenindex:  Hier klicken

Karte UFZ Dürremonitor: Hier klicken

Karte Bayerischer Walddürremonitor: Hier klicken

Wo in Bayern die Waldbrandgefahr steigt: Quelle BR24