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© Kerscher Nicole LmSch Eröffnung Mitterdorf 2026
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Lebensmittel dierekt erfahren

Landfrauen machen Schule

26.05.2026 | Durch das Projekt ,,Landfrauen machen Schule" lernen Kinder woher ihre Lebensmittel kommen. Da Kinder vor allem in den letzten Jahren immer weniger von der Herkunft ihres Essens wissen, wird ihnen nun durch Bauernhofbesuche erklärt, wie ihr Schnitzel auf dem Teller überhaupt zum Schnitzel wird.

Es geht um Wertschätzung und Natur

Cham. ,,Kühe geben von selbst Milch. Kartoffeln für Pommes Frites wachsen im Supermarkt. Gemüse ist jeder Zeit und gleichmäßig verfügbar. Chicken Nuggets haben nichts mit Huhn zu tun."  Solche und ähnliche Aussagen kann man von Kindern hören. Sie wachsen in einer Zeit auf, in der Lebensmittel oft nur noch aus dem Supermarktregal kommen. Woher sie wirklich stammen ,wie sie erzeugt werden und welche Arbeit dahinter steckt - das bleibt für viele unsichtbar. Doch wer einmal ein Kälbchen gefüttert, Getreidekörner in der Hand gespürt oder frische Milch probiert hat, sieht Lebensmittel mit anderen Augen und erkennt die jeweilige Geschichte dahinter. Hier setzt das bayernweite Bildungsprojekt ,,Landfrauen machen Schule" an, welches seit 2006 vom Bildungswerk des Bayrischen Bauernverbands (BBV), vom Bayrischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt und von Landfrauen und Bauernhöfen durchgeführt wird. Laut dem Kultusministerium schafft es Wertschätzung für die Landwirtschaft, Verständnis für gesunde Ernährung, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, vermittelt Alltagskompetenzen und sensibilisiert für kurze Transportwege, Klimaschutz und regionale Wirtschaft. In 45 bayrischen Landkreisen ermöglichen rund 50 Ernährungsfachfrauen und 64 Bauernhöfe Grund- und Förderschülern einen intensiven Kontakt mit Landwirtschaft. In diesem Jahr fand der Projektauftakt im Landkreis am Montag im Chamer sonderpädagogischem Förderzentrum in er Außenstelle Schleinkloferstraße statt. Konrektorin Barbara Hiebl hieß im Mehrzweckraum, in dem sich die Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse mit ihren Lehrkräften versammelt hatten, Kreisbäuerin Rosmarie Meier willkommen. Diese machte die Kinder mit weiteren Landfrauen ihres Teams bekannt: mit ihrer Stellvertreterin Brigitte Luger, Nicole Kerscher von der BBV Geschäftsstelle und den beiden Ernährungsfachfrauen Anita Rohrmüller und Brigitte Stautner. ,,Wenn Landwirte mal nicht mehr sind, habt ihr nichts auf den Tellern". Mit diesen Worten wandte sich Meier an die Schüler, denen sie das Projekt erklärte. Sie würden im Unterricht erfahren, woher die Lebensmittel kommen,welche regionalen Produkte es gibt und wie sie verarbeitet werden. Jede der Klassen habe ein eigenes Schwerpunktthema: Obst und Gemüse, Milch und Käse, Kartoffeln und Fleisch und Wurst. Nach diesen Unterrichtseinheiten besuche jede Klasse einen Bauernhof. Dazu hätten sich fünf Betriebe bereiterklärt. Die Schüler werden kostenlos mit einem Kleinbus gefahren, wozu sich David Engl-Baumeister vom Autohaus Zehder bereiterklärt hatte. Dort können sie für praktische Erfahrungen aktiv werden, etwa beim Melken, Füttern, Ernten oder Basteln mit Naturmaterialien, und die Ställe, die Tiere, die Maschinen kennenzulernen. Jeder Betrieb sei anders aufgestellt. ,,Ihr werdet staunen, was ihr alles seht, fühlt und was ihr leckeres zu essen bekommt", so Meier. 

Welches Essen und Trinken Vorfahrt haben sollte

Anschließend ging es zur ersten Unterrichtseinheit in die Klassenzimmer. Während in der 2. Klasse Fachfrau Rohrmüller damit begann, die Inhaltsstoffe der Kartoffeln zu erforschen, erläuterte ihre Kollegin Stautner in der 4. Klasse zunächst sich die nach oben je nach Anzahl von Portionen verjüngenden Ernährungspyramide mit, die das Essen und Trinken für einen Tag abbildet. Die Ampelfarben zeigen Vorfahrt für Getränke (Wasser, ungesüßten Tee, Saftschorlen), Obst und Gemüse sowie Brot, Getreide und Beilagen. Sie sind im grünen Bereich. Rot bedeute, mit Vorsicht und Bedacht zu genießen (Süßigkeiten, Speck, Öl, Cola). Dann wurde über Fleisch und Wurst gesprochen und darüber, dass der Bauer sich immer stets bemühe, dass es seinen Tieren, seinen ,,Mitarbeitern", gut geht. Zum Schluss wurde gemeinsam ein gesundes Gericht zubereitet: Hackfleisch-Burger gebraten - auch vegan oder nur mit Rind- statt Schweinefleisch - und Kräuterquark in Klasse 2. 

© Mittelbayerische Zeitung