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11.07.2011 Pressemitteilung

Wetter verhagelt bayerischen Bauern die Ernte

Massive Ernteausfälle durch schwieriges Anbaujahr befürchtet

München (bbv) – Die Wetterkapriolen der vergangenen Monate haben der bayerischen Landwirtschaft stark zugesetzt. Entsprechend sieht auch die Ernteprognose aus: Die Bauern erwarten eher weniger als mehr. Nach Kahlfrösten im Winter kam die Frühjahrstrockenheit, gefolgt von verheerenden lokalen Unwettern.
Bilddownload in der BBV-Mediathek
„Die Niederschläge der letzten Wochen kamen vielerorts leider zu spät. Besonders in Franken müssen die Landwirte massive Ertragsausfälle bei Getreide und Ölsaaten verkraften“ betonte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, am 11. Juli bei der Erntepressefahrt des Bayerischen Bauernverbandes und des Bayerischen Landwirtschaftsministerium in Allershausen im Landkreis Freising.

Angesichts der laufenden Ernte geht Sonnleitner davon aus, dass diese noch schlechter ausfallen wird wie im Vorjahr. 2010 waren 6,3 Millionen Tonnen Getreide, ohne Körnermais, geerntet worden. Ein Ergebnis, das deutlich unter dem langjährigen Mittel von 6,7 Millionen Tonnen liegt.

Vegetationsverlauf
Die bayerischen Bauern blicken auf ein schwieriges Anbaujahr 2010/11 zurück. Durch den nassen Sommer 2010 kam es zu einer verspäteten Aussaat. Das wirkte sich negativ auf die Entwicklung der Pflanzen aus. Die Fröste bei Raps verursachten deutliche Schäden und somit Umbruch – 10 Prozent der Rapsflächen in Bayern, also rund 15.000 Hektar mussten umgepflügt werden und wurden im Frühjahr mit Sommergerste, Körnermais oder Zuckerrüben erneut bestellt,. Im Frühjahr traf es die Landwirte besonders hart, als in weiten Teilen Bayerns im April und Mai kaum ein Tropfen Regen fiel. „Glück hatten die Gebiete, die zu dieser Zeit wenigstens einen Gewitterschauer abbekommen haben“, so Sonnleitner. Die kürzlich erfolgten Regenfälle kamen für Wintergerste und Raps allerdings zu spät – und sorgten sogar für neue Probleme: Extremer Zwiewuchs verursacht, dass eigentlich reife Pflanzen neue Triebe ansetzen. Besonders zeigt sich die groteske Situation teilweise im Raps. Hier fangen eigentlich druschreife Bestände wieder an zu blühen! „Für die betroffenen Landwirte bedeutet das noch höhere Drusch- und Trocknungskosten“, so Sonnleitner.

Anders als in weiten Teilen Frankens, wo die Weizenbestände schon Anfang Juni nahezu verdorrt waren, lassen die Niederschläge im Juni die südbayerischen Landwirte und an Standorten mit einer besseren Wasserspeicherkapazität, noch auf ordentliche Erträge bei Winterweizen hoffen. Zum Glück für die Getreidebauern sorgt das bisher eher kühle Sommerwetter mit wenigen Tagen über 30 Grad Celsius dafür, dass der Weizen langsamer reift. So konnte die Kornfüllung einen guten Verlauf nehmen. Die Chancen stehen gut, dass trotz deutlich weniger ährentragender Halme mit einer geringeren Anzahl von Körnern je Ähre – die Folgen der Trockenheit – noch ein ordentlicher Ertrag, bei der mit 524.000 Hektar anbaustärksten Getreideart in Bayern, erreicht werden. Bei der Sommergerste, die sich in diesem Jahr um 16.000 Hektar auf ca. 120.000 Hektar Anbaufläche in Bayern gesteigert hat, zeigt sich ebenfalls ein sehr heterogenes Bild von guten und schlechten Beständen. „Durch die Witterungsextreme haben wir berechtigte Sorgen, in wie weit die Sommer-gerste die Qualitätsanforderung als Braugerste, besonders hinsichtlich des Proteingehaltes erfüllen kann“, so Leonhard Keller, Vorsitzender des pflanzlichen Ausschusses im Bayerischen Bauernverband.

Futteranbau 2011
Die Wetterkapriolen bestimmen auch den Futteranbau 2011: Beim ersten Grünlandschnitt – eine der wichtigsten Futtergrundlagen für das Milchvieh – zeigten sich die schwerwiegenden Folgen der Trockenheit. In vielen Fällen wurde nicht einmal ein Drittel der normal durchschnittlichen Menge eingebracht. Nach diesen massiven Ausfällen blicken viele Landwirte hinsichtlich der Futterversorgung für ihre Tiere erleichtert auf die Entwicklung des Maises: Der Juniregen hat den bayerischen Beständen gut getan. „In einigen Teilen Südbayerns steht er so gut da wie schon lange nicht mehr“, so Sonnleitner. Aber auch diese guten Maisbestände können dem Wetter zum Opfer fallen. Das zeigt sich deutlich bei den Schäden der verheerenden Gewitterstürme, die Mitte Juni über Südbayern hinweggefegt sind. Hagel-schauer „häckselten“ Getreide, Mais und sogar das Gras auf den Wiesen förmlich klein.

Preisentwicklung
Die Preisentwicklung zur diesjährigen Ernte wirft Fragezeichen auf. Im Juni sind Erzeugerpreise und Terminmarktnotierungen trotz der niedrigen Ernteerwartungen in weiten Teilen Europas deutlich gesunken. Gerd Sonnleitner sieht die Aufhebung des Exportstopps in Russland und die sehr hohen Ernteprognosen für Mais aus den USA als Ursache dafür. Die mäßige Ernteerwartung in Europa konnten den Abwärtstrend in den letzten Tagen jedoch abfangen. Nach zwei katastrophalen Jahren haben sich die Getreidepreise mit dem Beginn der Ernte 2010 deutlich erholt und ersprachen für die bayerischen Ackerbauern im letzten Jahr wieder einen wirtschaftlich tragfähigen Getreideanbau. Die Kosten für Saatgut, Dünge- und Pflanzen-schutzmittel haben sich aber im gleichen Zeitraum deutlich verteuert und stiegen, anders als die Getreidepreise, über die Rekordwerte aus 2008. Den Landwirten rät Sonnleitner zur ständigen Marktbeschickung: „In den vergangenen vier Jahren haben wir gelernt: Wer seine Verkäufe aufteilt, fährt unter dem Strich ganz gut!“

Ausblick
Die aktuelle Ernte bringt auch wieder die Aufgaben der bayerischen und deutschen Land- und Forstwirtschaft zur Sicherstellung der Welternährung und zur Bereitstellung von Bioenergie auf den Tisch. „Wenn unsere Bauern diesen Aufgaben gerecht werden sollen, bedarf es dringend einer  Neubewertung der Flächenausgleichsregelungen,“ so Sonnleitner. „Es muss aufhören, dass in Bayern der Landwirtschaft durch Siedlungs- und Verkehrsprojekte täglich 16 Hektar entzogen werden“. Für jeden der 111.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern bedeutet dies im Durchschnitt den Verlust von knapp 1,5 Quadratmetern pro Tag – eine Fläche auf der Brotweizen für anderthalb Laib Brot wachsen könnte. „Für die nächsten Wochen brauchen wir warmes und vor allem trockenes Wetter, damit die Ackerbauern neben den Ertragseinbußen nicht auch noch Qualitätseinbußen verkraften müssen,“ gibt Sonnleitner einen Ausblick auf die restliche Erntephase. 

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