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30.05.2018 EU-Agrarpolitik

EU-Kommissar Hogan stellt Reformvorschläge vor

Bauernverband setzt sich für Vereinfachungen und Stärkung der Familienbetriebe ein

Wie geht es weiter mit der gemeinsamen EU-Agrarpolitik? Diese Frage stellen sich im Moment viele bayerische Landwirte. Am 1. Juni wird nun EU-Agrarkommissar Phil Hogan seine Vorschläge für die Förderung und die Regeln ab 2020 vorstellen.
In Bayern gibt es über 100.000 bäuerliche Familienbetriebe. Die Direktzahlungen aus der EU-Agrarpolitik gleichen Mehrkosten aus und sorgen für Stabilität in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
© BBV

Im Moment müssen Landwirte im Zuge der EU-Agrarpolitik bereits über 3.000 Anforderungen und Standards beachten. „Damit erfüllen bayerische Bauern weltweit höchste Standards – und das ist mit hohen Kosten verbunden“, sagt Matthias Borst, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes und Leiter des Fachbereichs Agrar- und Umweltpolitik. „Die EU-Agrarpolitik und die Direktzahlungen bieten einen finanziellen Ausgleich für höhere Kosten und Umweltauflagen. Bei weltweit offenen Märkten ist das dringend notwendig, damit die regionale Landwirtschaft trotz internationaler Konkurrenz erhalten werden kann.“

Eine aktuelle Studie zu den Kosten, die der deutschen Landwirtschaft durch Umweltstandards und zusätzlichen Auflagen entstehen, zeigt: Der Mehraufwand beträgt im Vergleich zur Konkurrenz weltweit durchschnittlich 315 Euro pro Hektar. „Wir wollen diese hohen Standards, unsere Bauernhöfe in Bayern und die einzigartige Kulturlandschaft erhalten“, sagt Borst. „Deshalb ist auch künftig eine starke Unterstützung durch die Agrarpolitik nötig!“

Bislang stehen im EU-Haushalt rund 58 Milliarden Euro für die Agrarpolitik und die Förderung des ländlichen Raums zur Verfügung. Das entspricht etwa einem Prozent aller öffentlichen Ausgaben innerhalb der EU.
 
Bei der Reform der EU-Agrarpolitik setzt sich der Bayerische Bauernverband insbesondere für Vereinfachungen und eine Umverteilungsprämie ein, die eine stärkere Förderung der über 100.000 bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern ermöglicht. Weil es in Bayern im bundesweiten Vergleich besonders viele kleine Betriebe gibt, fließen durch den „Zuschlag für erste Hektare“ bereits seit 2015 über 40 Mio. Euro mehr pro Jahr in den Freistaat. Das zeigt auch eine aktuelle Auswertung in Karten von SPIEGEL und NDR.

Matthias Borst, stellvertretender Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes und Leiter des Fachbereichs Agrar- und Umweltpolitik.
© BBV

Seit 2015 gibt es in der EU-Agrarpolitik außerdem das „Greening“ mit zusätzlichen Umweltauflagen. „Bayerische Bauern und Agrarpolitik im Freistaat bringen Umweltaspekte und Landbewirtschaftung in Einklang“, sagt BBV-Agrarexperte Borst. Das zeigt sich auch anhand von Zahlen: Durch das Greening werden Jahr für Jahr rund 2,3 Milliarden Quadratmeter ökologische Vorrangflächen in Bayern angelegt.
 
Außerdem hat sich jeder zweite bayerische Bauer vertraglich zu weiteren Umweltleistungen verpflichtet: Knapp 40 Prozent der Flächen in Bayern werden nach den Vorgaben der Agrarumweltprogramme bewirtschaftet. „Das ist sehr gut, aber unsere Landwirtschaft und die Agrarpolitik verbessern sich kontinuierlich. Wir arbeiten weiter mit, damit Politik so gestaltet ist, dass Bauern erfolgreich wirtschaften können – und gleichzeitig die Umwelt, die Kulturlandschaft und die Vielfalt in der bayerischen Landwirtschaft erhalten werden.“

Die Position des Bayerischen Bauernverbandes zur EU-Agrarpolitik nach 2020 finden Sie hier.

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