Politik & Förderung

© BBV
Fahrender Traktor auf einem Feld im Fünfseenland.
Die EU-Agrarpolitik gilt in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten. Die Förderung und die Regeln, die für Landwirte in Bayern und ganz Europa gelten, werden immer wieder angepasst.

Gemeinsam ist nicht gleich

EU-Agrarpolitik gleicht höhere Kosten aus und ermöglicht gezielte Förderung

Seit inzwischen mehr als 60 Jahren gehört die gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) zu einem der wichtigsten Aufgabenfelder der EU. Sie unterstützt Landwirte und den ländlichen Raum in ganz Europa. Die Ausrichtung und die Regeln wurden immer wieder angepasst.

Die gemeinsame EU-Agrarpolitik soll…

  • … die Erzeugung von sicheren und regionalen Lebensmitteln sichern
  • … ein Gegengewicht zu großen Preisschwankungen und Marktkrisen bilden
  • … Investitionen in moderne Höfe und die Wirtschaft auf dem Land unterstützen
  • … Arbeitsplätze schaffen und erhalten
  • … die Umwelt schützen und den Tierschutz verbessern

Bei aller Kritik an der gemeinsamen EU-Agrarpolitik: diese Herausforderungen meistert die GAP verhältnismäßig gut. Seit über 60 Jahren ist sie ein wichtiger Motor der europäischen Integration und zielt darauf ab für bessere Lebensbedingungen und für Bleibeperspektiven auf dem Land in ganz Europa zu sorgen.

Zusätzliche Leistungen für Umwelt- und Naturschutz

Durch das Greening werden den Bauern zusätzliche Leistungen für den Umweltschutz abverlangt, durch die Umverteilungsprämie werden kleinere Betriebe unterstützt. Der „Zuschlag für die ersten Hektare“ hat dazu geführt, dass seit 2015 rund 40 Millionen Euro zusätzlich bei den bayerischen Familienbetrieben ankommen. Mehr Informationen zum Greening gibt's hier.

Die EU-Agrarpolitik gilt inzwischen in 28 Ländern und damit in allen EU-Mitgliedsstaaten. Denn: Die Landwirtschaft ist ein Politikbereich, für den die Mitgliedsstaaten die Zuständigkeit beinahe vollständig abgegeben haben. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft zwischen Finnland und Malta aber enorm unterschiedlich.
 

© BBV
Obwohl es viele kleine Bauernhöfe in Bayern gibt, sind unsere Betriebe im EU-Vergleich überdurchschnittlich groß.
Obwohl es in Bayern viele Bauernhöfe gibt und die Strukturen im bundesweiten Vergleich die kleinsten sind, sind die bayerischen Betriebe im EU-Vergleich überdurchschnittlich groß. 110.000 Betrieben mit durchschnittlich 34 Hektar in Bayern stehen EU-weit 10,8 Millionen Bauernhöfe mit durchschnittlich 15 Hektar Land gegenüber.

In der EU gibt es knapp elf Millionen Bauernhöfe. Ein Großteil davon – insbesondere die Betriebe im Süden und Osten der EU – wirtschaftet in extrem kleinen Dimensionen. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt EU-weit bei etwa 15 Hektar. Alle Betriebe mit mehr Fläche gehören zu den 20 Prozent der größeren Betriebe in der EU. 

Die Direktzahlungen sind enorm wichtig für die bayerischen Bauern: Sie machen rund 50 Prozent des landwirtschaftlichen Einkommens aus, sorgen für Stabilität – und sind ein Ausgleich für höhere Standards und Kosten.

Bayerische Landwirte profitieren von den starken Maßnahmen in der zweiten Säule und dem zusätzlichen Geld, das der Freistaat z.B. für das „Bayerische Kulturlandschaftsprogramm“ oder das Vertragsnaturschutzprogramm bereitstellt.

Während anderswo die Gelder aus der zweiten Säule vielfach außerhalb der Landwirtschaft eingesetzt werden oder wegen der nötigen Ko-Finanzierung gar nicht erst abgerufen werden, wird in Bayern das Engagement der Bauern für den Umwelt- und Naturschutz sowie für den Erhalt der bäuerlichen Struktur honoriert.


Das heißt: Die EU setzt zwar gemeinsame Regeln, doch die Umsetzung für die Bauern ist nicht überall gleich. Und vor allem nicht gleich gut!

In der zweiten Säule werden in Bayern 75 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel in der Landwirtschaft eingesetzt – und damit der Öko-Landbau sowie der Umwelt- und Klimaschutz gestärkt. Durch die Kombination von einkommenswirksamen Maßnahmen in der ersten Säule und weiteren, vom Freistaat Bayern mitfinanzierten Maßnahmen in der zweiten Säule entsteht ein gut gefüllter „Werkzeugkasten“ für die Agrarpolitik in Bayern.

© BBV
Elemente der Agrarpolitik in Bayern
Die unterschiedlichen Bestandteile und Fördermaßnahmen der aktuellen EU-Agrarpolitik.

Regeln, Kontrollen & Cross Compliance

Alle Vorschriften und Regelungen, die Landwirte im Rahmen der EU-Agrarpolitik beachten müssen, finden Sie in der Cross Compliance-Broschüre.

Cross Compliance-Broschüre zum Download

Wie geht’s mit der EU-Agrarpolitik weiter?

Ab 2020 werden für die Landwirtschaft voraussichtlich fünf Prozent weniger im EU-Haushalt bereitstehen. Die Direktzahlungen sollen nach den Plänen von EU-Kommissar Phil Hogan deshalb sinken. Auch wenn bei den Verhandlungen in Brüssel scheinbar nur um Euros gefeilscht wird, geht es darum, was aus der gemeinsamen Idee von Europa wird. Der Brexit und die EU-kritische Debatte zeigen: Kurzsichtige Sparmaßnahmen und nationale Alleingänge sind der falscher Weg.

Bauernverband für Stabilität, Vereinfachung und Stärkung kleinerer Betriebe

Der Bayerische Bauernverband setzt sich deshalb für Stabilität beim Landwirtschaftsbudget, echte Vereinfachungen und eine weitere Stärkung kleinerer Betriebsstrukturen ein. BBV-Generalsekretär Georg Wimmer macht deutlich: „Immer höhere Standards auf der einen Seite und weniger Geld für die EU-Agrarpolitik auf der einen Seite: Das passt nicht zusammen!“

Die Position des Bayerischen Bauernverbandes zur EU-Agrarpolitik nach 2020 finden Sie hier.

Geschichte der gemeinsamen Agrarpolitik

Der Grundstein für die Europäische Union wurde 1957 in Rom gelegt. Durch die Römischen Verträge gründeten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), aus der sich der europäische Binnenmarkt, die gemeinsame Agrarpolitik und die Europäische Union mit derzeit 28 Mitgliedsländern – und damit die Grundpfeiler des Wohlstands der europäischen, deutschen und bayerischen Bürger – entwickeln konnten.

Weitere Infos auf der Website der EU-Kommission und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.


Zu meiner Geschäftsstelle