Politik & Förderung

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Regionaler Anbau von Eiweißfutter in Bayern
Durch das Greening werden zusätzliche Umweltleistungen verlangt. So wird zum Beispiel der Anbau von heimischem Eiweißfutter in Bayern gefördert.

EU-Agrarpolitik: Durchblick beim Greening

Diese zusätzlichen Umweltauflagen müssen Landwirte beachten

Das sind die drei Greening-Vorgaben:


1. Erhalt von Wiesen und Weiden

Für das am 1. Januar 2015 bestehende Dauergrünland in FFH-Gebieten gilt ein Umwandlungs- und Pflugverbot. Für das übrige Dauergrünland sind einzelbetriebliche Genehmigungen für eine Umwandlung oder einen Pflegeumbruch nötig. Eine Umwandlung von Dauergrünland ist in der Regel nur möglich, wenn dafür an anderer Stelle neues Dauergrünland angelegt wird.
 

2. Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen

Betriebe mit über 30 Hektar Ackerland müssen mindestens drei Kulturen anbauen, wobei der Flächenanteil der Hauptkultur nicht mehr als 75 Prozent und der Flächenanteil der ersten beiden Kulturen zusammen nicht mehr als 95 Prozent betragen darf. Betriebe mit zehn bis 30 Hektar Acker müssen mindestens zwei Kulturen anbauen. Dabei darf der Flächenanteil der Hauptkultur 75 Prozent nicht überschreiten.

Betriebe mit bis zu zehn Hektar Ackerland und Betriebe mit einem Anteil von mehr als 75 Prozent Grünland (Dauergrünland, Ackergras und andere Grünfutterpflanzen) sind von dieser Verpflichtung freigestellt.
 

3. „Ökologische Vorrangflächen“ auf fünf Prozent des Ackerlands

Landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 15 Hektar Acker müssen fünf Prozent der Fläche als ökologische Vorrangflächen (z. B. Hecken oder Pufferstreifen zu Gewässern) bereitstellen. Eine landwirtschaftliche Nutzung bleibt unter bestimmten Bedingungen aber zulässig. Die unterschiedliche ökologische Wertigkeit der verschiedenen Arten von ökologischen Vorrangflächen wird über Gewichtungsfaktoren berücksichtigt.
 

Weitere Informationen zu ökologischen Vorrangflächen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
 

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Anrechnungsfaktoren bei ökologischen Vorrangflächen
Die ökologischen Vorrangflächen beim Greening werden mit unterschiedlichen Faktoren angerechnet.

Greening-Bilanz

Im Jahr 2017 haben bayerische Bauern auf einer Fläche von mehr als 228.000 Hektar ökologische Vorrangflächen geschaffen. Auf diesem Wege ist viel zusätzlicher Lebensraum für Wildtiere, Bienen, Insekten und Wildpflanzen entstanden.

Spitzenreiter sind Zwischenfrüchte mit etwa 158.000 Hektar. Außerdem haben Landwirte über 27.000 Hektar Brachen angelegt, die oftmals mit Blühmischungen bestellt sind. Hinzu kommen etwa 2.000 Kilometer Randstreifen an Gewässern, Feld- und Waldrändern. Das entspricht einer Strecke von Gibraltar nach Hamburg, also einmal quer durch Europa!
 

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Abwechslungsreiche Landschaft in Bayern
Vielfalt in Feld und Flur: In Bayern ist die Landschaft von der Arbeit der Bäuerinnen und Bauern geprägt.

Gemeinsamer Aufruf: Mehr Brachen und Randstreifen anlegen!

In einer gemeinsamen Erklärung rufen das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Bayerische Bauernverband die Bauern auf, noch weitere Vorrangflächen anzulegen – und zwar dort, wo sich Streifen und Brachen positiv auf die Gewässerqualität auswirken, wo sie vor Erosion schützen oder durch die zusätzlicher Lebensraum für Wildtiere, Bienen und viele weitere Insekten entsteht.

In der Erklärung wird auch für die neue Maßnahme „Brachen mit Honigpflanzen“ geworben. Der Anrechnungsfaktor liegt mit dem Faktor 1,5 um die Hälfte höher als bei normalen Brachen. Im Jahr 2018 gilt außerdem eine vereinfachte Regelung, wonach die solche Flächen lediglich mit mindestens einer blühenden Art aus einer Artenliste angesät werden muss. Ab dem Anbaujahr 2019 Jahr wird eine spezielle Mischung von Blühpflanzen vorgegeben sein.
 

Empfehlung von Landwirtschaftsministerium und Bauernverband

Verbot bremst regionales Eiweißfutter aus

Außerdem hat das Greening zu einen regelrechten Boom beim dem Anbau von Eiweißpflanzen wie Sojabohnen, Ackerbohnen, Erbsen und Luzerne geführt. Seit 2015 ist die Anbaufläche um 70 Prozent gestiegen und so konnte deutlich mehr heimisches Eiweißfutter erzeugt werden.

Doch diese erfreuliche Entwicklung wurde durch das komplette Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf Greening-Flächen ausgebremst. Den meisten Landwirten ist das Ertragsrisiko beim Anbau dieser heimischen Eiweißfuttermittel ohne Pflanzenschutz zu hoch.
 


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