Betrieb & Entwicklung

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Überblick über die Themen der Woche der Erzeuger und Vermarkter am Haus der Bayerischen Landwirtschaft

Erzeugerwoche 2018: Forum für Markt und Meinung

Rund 500 Teilnehmer bei der Woche der Erzeuger und Vermarkter in Herrsching

30.11.2018 |

BBV-Präsident Walter Heidl unterstrich die Bedeutung der jährlichen Veranstaltung: „Der Markt ist ständig in Bewegung. Nur wer gut informiert ist, kann die Zeichen deuten.“ Traditionell startete die Erzeugerwoche mit dem Forum Obst und Gemüse. Die erfreulich hohe Teilnehmerzahl belegt die dynamische Entwicklung dieses Wirtschaftsbereiches, dessen Chancen dank aktueller Verbrauchertrends begünstigt werden. Bei den Schwerpunkttagen „Milch“ am Montag und Dienstag reichte die Themenpalette von Markt und Vermarktung bis zu weitreichenden Rahmenbedingungen wie Tiertransporte und Anbindehaltung. Intensiv diskutierten die rund 140 Teilnehmer mit den beiden politischen Vertreterinnen Ulrike Müller, Europaabgeordnete der Freien Wähler, und Sigi Hagl, Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen.

Der Schwerpunkttag „Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien“ am Dienstag stand im Zeichen der herausfordernden politischen Rahmenbedingungen, ob bei EEG oder Biokraftstoffen. Aber auch der Blick auf interessante Zukunftsperspektiven in diesem Bereich fehlte nicht, zum Beispiel im Bereich der Bioökonomie und Geschäftsmodelle für PV-Anlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung. Die verschiedenen Märkte – Getreide, Ölsaaten und Soja – standen am Schwerpunkttag „Getreide und Ölsaaten“ am Mittwoch im Mittelpunkt. Die Themen Mindestpreisabsicherung und Digitalisierung im Agrarhandel sorgten für interessierte wie auch kritische Nachfragen. Der Schwerpunkttag „Ökologischer Landbau“ begann mit spannenden Einblicken in die Biolandwirtschaft in Österreich: 21 Prozent der Betriebe wirtschaften dort biologisch, sind aber vor allem bei der Milch sehr exportabhängig. Lebhaft diskutiert wurde auch die von der Firma Horsch vorgestellte pfluglose Bewirtschaftung im Ökolandbau und die Einblicke in den Naturkostfachhandel durch den Einkaufsleiter von basic, Gerhard Seiler.

Beim Schwerpunkttag „Kartoffeln“ standen Versicherungslösungen gegen Extremwetter, Bewässerungsmaßnahmen und auch die Marktauswirkungen der diesjährigen Trockenheit im Vordergrund. Dazu passte der Vortrag von Chef-Meteorologe Gunther Tiersch beim Bayerischen Ackerbauabend, der mögliche Klimawandel-Szenarien darstellte und damit auch die Herausforderungen für Mensch und Landwirtschaft. Wichtige Brennpunkte für die Zukunftsperspektiven
der Tierhaltung beschäftigten die über 90 Teilnehmer an den Schwerpunkttagen „Vieh und Fleisch“ am Donnerstag und Freitag: von Ferkelkastration über Tierwohlkennzeichnung bis zu Antibiotikaeinsatz und Schlachtbefunddaten. Der Einblick in den Betrieb und die Betriebsentwicklung des Mehrfamilienbetriebs
des ehemaligen Thüringer Bauernverbandspräsidenten Helmut Gumpert rundeten das Programm im Bereich Vieh und Fleisch ab.

 


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