Wald & Jagd

© BBV/Koch
Larven des Borkenkäfers

Der Borkenkäfer fliegt wieder

Wer früh sucht und bekämpft, fährt am besten!

27.04.2018 |

Das ist das aktuellste Ergebnis des Borkenkäfer-Monitoring der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Deshalb ist es gerade jetzt für die Waldbesitzer wichtig, ihre Wälder gewissenhaft zu kontrollieren und bei festgestelltem Befall die Bäume zügig einzuschlagen, aufzuarbeiten und abzufahren bzw. in 500 Meter Entfernung zum Wald zu lagern. Der Bayerische Bauernverband appelliert deshalb an die Waldbesitzer, jetzt mit der Bohrmehlsuche zu starten.

Die Kontrolle während der ersten Hauptschwärmzeit im Jahr ist deshalb besonders wichtig, da sich Versäumnisse in dieser Zeit enorm auf die Entwicklung der Borkenkäferpopulationen im restlichen Jahresverlauf auswirken. Ein Weibchen des Buchdruckers legt im Verlauf der Vegetationsperiode 100 bis 150 Eier. Ausgehend von einem Käferweibchen können sich innerhalb eines warmen und trockenen Jahres drei Generationen und zwei Geschwisterbruten entwickeln. So kann ein Käferweibchen mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen!

„Natürlich können sich auch später noch bei längeren trocken-warmen Witterungsperioden gefährliche Borkenkäferpopulationen aufbauen. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass diejenigen Waldbesitzer am besten gefahren sind, die von Beginn an konsequent kontrolliert und bekämpft haben“ erklärt der Waldreferent des Bayerischen Bauernverbandes, Johann Koch.

Die Buchdrucker und Kupferstecher nutzten die sehr heißen Tage der vergangenen Woche (16. KW), um auszuschwärmen. Dabei wurden an einigen Monitoringstandorten bereits sehr hohe Werte mit über 3.000 Buchdruckern in einer Woche gefangen. Die Anflugzahlen beim Kupferstecher sind derzeit noch niedrig.

 

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Sägemehl eines Borkenkäfers
Der BBV rät: Starten Sie jetzt damit, die Bäume nach Bohrmehl abzusuchen.

Angesichts der hohen Populationsdichten aus dem Vorjahr – 2017 gab es rund 3,55 Mio. Festmeter Schadholz durch Borkenkäferbefall! – ist beim Hauptschwärmflug mit Stehendbefall zu rechnen. Aus Oberbayern, Schwaben und Niederbayern liegen bereits erste Meldungen vor. Die Bohrmehlsuche ist daher in den kommenden Tagen unerlässlich. Nur durch die rasche Entfernung der befallenen Bäume samt Ast- und Kronenmaterial ist eine Ausweitung des Befalls auf benachbarte Fichten sowie der Wiederausflug zur Anlage einer Geschwisterbrut zu verhindern. Bei warmer Witterung kann zwischen Befall und Anlage der Geschwisterbrut ein Zeitraum von nur 2 Wochen liegen!

Ausführliche Informationen einschließlich Checkliste, konkrete Handlungsempfehlungen und die aktuelle Gefährdungslage in ihrer Region finden Sie im Internet unter www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/.

 


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