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Kleine Ferkel im Kastenstand der Mutter-Sau.

Sauenhaltung: Bundesrat entscheidet

Bauernpräsident setzt sich für Rechtssicherheit und praktikable Regelungen ein

04.06.2020 |

Nachdem im Februar die Verordnungsänderung kurzfristig von der Tagesordnung genommen worden war, haben Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein einen Kompromissvorschlag erarbeitet, der nun zur Abstimmung gebracht wird. Dieser Vorschlag sieht vor, dass die Sauen im Deckzentrum ihre Gliedmaßenausstrecken können müssen, ohne auf bauliche Hindernisse zu stoßen, wobei während der Übergangszeit eine Sau in der Nachbarbucht kein Hindernis darstellt. Allerdings muss dann nach acht Jahren das „ungehinderte Ausstrecken in Seitenlage“ möglich sein. Für die Übergangsfristen zur Haltung im Deckzentrum werden drei Jahre für ein Umbaukonzept, weitere zwei Jahre für die Stellung eines Bauantrages und anschließend weitere drei Jahre bis zur Umsetzung der Baumaßnahme vorgesehen. Für Härtefälle sollen zwei weitere Jahre hinzukommen. Der Bayerische Bauernverband erachtet es zwar als wichtig, dass die nach dem „Magdeburger Kastenstandsurteil“ entstandene Rechtsunsicherheit für die Sauenhaltung beseitigt wird. Genauso wichtig ist es aber auch, Regelungen zu finden, die die Sauenhaltung in Deutschland und Bayern erhalten und damit die Basis für die heimische Schweinfleischerzeugung sichern. Der eingebrachte Kompromissvorschlag stellt besonders wegen der vorgesehenen sehr knappen Übergangsfrist für die Kastenstände im Deckzentrum eine äußerst große Herausforderung für die Sauenhalter dar. Der Vorschlag bezieht sich außerdem nur auf den Kastenstand in der Sauenhaltung. Dies bedeutet, dass nach wie vor weitere Verschärfungen in der Sauenhaltung wie auch zusätzliche Auflagen für andere Tierarten zur Abstimmung stehen, allen voran ein Antrag zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung in der Rinderhaltung. Dies würde in Bayern einen dramatischen Strukturbruch nach sich ziehen.

Bauernpräsident Walter Heidl hat sich daher nochmals an Ministerpräsident Markus Söder gewandt, die Sorgen der Tierhalter geschildert und eindringlich gefordert: „Bitte unternehmen Sie alles, damit der Bundesrat im Plenum eine tragfähige Zukunftsperspektive für die Sauenhalter mit praktikablen und zeitlich zu schaffenden Regelungen beschließt sowie eine Ausdehnung der Verordnungsänderung über die Sauenhaltung hinaus auf andere Tierarten ablehnt“.

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