Tier

© BBV
Schweine in einem bayerischen Stall der Initiative Tierwohl

Dialogforen Nutztierstrategie

Landwirte diskutieren über Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung

17.01.2020 |

Zu den ersten zwei der insgesamt vier regionalen Dialogforen kam jeweils rund 30 Teilnehmern am 8. Januar nach Mettenheim und am 9. Januar nach Triesdorf. Nach der Begrüßung durch BBV-Veredelungspräsident Stadler sowie einem Vertreter der Landjugend folgten Impulse zum Spannungsfeld rund um die Nutztierhaltung sowie die Präsentation des derzeitigen Entwurfstands der Vorschläge des Kompetenznetzwerks um den früheren Bundeslandwirtschaftsminister Borchert.

Anschließend diskutierten die Teilnehmer in Gruppen von 8 bis 10 Personen intensiv über die Vorschläge, mögliche Wirkungen, nötige Leitplanken beziehungsweise Voraussetzungen für eine Umsetzung und rote Linien. Die Ergebnisse wurden von den Mitgliedern der Arbeitsgruppen jeweils gewichtet und dann im Plenum präsentiert. Ergänzend wurden im Plenum dann noch die Fragen nach alternativen Ideen sowie der Rolle des Bauernverbandes diskutiert. BBV-Veredelungspräsident Stadler beendete die Veranstaltungen mit einem kurzen Fazit sowie einem Dank an die aktive und konstruktive Mitarbeit der Teilnehmer.

Große Skepsis und Sorgen herrschten hinsichtlich einer Finanzierung von mehr Tierwohl über eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel. Eventuell könnten dadurch die Nachfrage sinken beziehungsweise. Verbraucher stärker auf pflanzliche Alternativen wie Pflanzenöl statt Butter ausweichen und damit auch zusätzlicher Preisdruck entstehen. Grundsätzlich wurden Eingriffe des Staates in Marktprozesse als kritisch gesehen, weil sie leicht falsche Anreize setzen können. Ebenfalls beschäftigte die Teilnehmer die Sorge, in der Gesellschaft noch mehr als Subventionsempfänger hingestellt zu werden. Darüber hinaus konnten sich die Diskutanten schwer vorstellen, wie eine Finanzierung verlässlich über einen für Investitionen nötigen längeren Zeitraum aufgestellt werden könnte, der deutlich über eine Legislaturperiode hinausgeht.

Immer wieder wurde in den Diskussionen auch deutlich, dass die Initiative Tierwohl als Orientierung für einen gangbaren und marktkonformen Weg zu mehr Tierwohl dienen kann und sollte. Auch die Frage, wie mehr Tierwohl bei Wettbewerbsdruck durch Importe aus Drittstaaten und immer weniger Außenschutz umgesetzt werden kann, spielte eine Rolle.

 


Zu meiner Geschäftsstelle