Termine und Seminare
Freitag 22. Juni 2018
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim | Ergersheim | Kirchenbuck 24
Werkkurs: Kreative Blumen- und Kräuterkränze
Wir binden aus den Naturmaterialien Blumen und [weiter...]
Freitag 22. Juni 2018
Unterallgäu | Dirlewang
Weidenflechtkurs
Unter fachkundiger Anleitung erlernen die [weiter...]
Freitag 22. Juni 2018

Landfrauen-Lehrfahrt nach Oberbayern (Ingolstadt, Ilmendorf)
 [weiter...]
 [Alle Termine...]
Zur Homeseite
05.04.2012 Position

Spezielle Punkte aus dem Landwirtschaftsbereich

zum Verordnungsentwurf der EU-Kommission für ELER:

Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen acht biophysikalischen Kriterien zur Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete ab 2014 werden abgelehnt, da sie zu sachlich nicht nachvollziehbaren Streichungen von benachteiligten Regionen in der bestehenden Gebietskulisse führen. Zudem würden sehr viele neu hinzukommende Gemeindebereiche über einen zweiten Prüfungs-schritt, dem „fine tuning“, wieder herausfallen, wenn sie die natürliche Benachteiligung zum Beispiel durch den Anbau von Hackfrüchten oder eine übliche Tierhaltung überwunden hätten. Bayern würde durch die Kommissionsvorschläge rund 30 Prozent (etwa 457.000 Hektar) seiner bestehenden benachteiligten Gebiete verlieren, womit tausende Bauern von dieser Förderung ausgeschlossen würden, zum Beispiel in den Landkreisen Neumarkt, Weißenburg-Gunzenhausen, Main-Spessart, Bad Kissingen, Forchheim, Donauries, Rosenheim und Rottal-Inn. Die EU-Kommission muss ab 2014 Mitgliedstaaten auch die Möglichkeit einräumen, bewährte Indexsysteme wie die Landwirtschaftliche Vergleichszahl oder die Ertragsmesszahl weiter einzusetzen, die im Gegensatz zum Kommissionsvorschlag die kumulierende Wirkung der Benachteiligungsfaktoren berücksichtigen. Der ergänzende Vorschlag der EU-Kommission, über sogenannte kleine Gebiete eine weitere Abrundung über sehr aufwendige Gutachten und Berech-nungen vorzunehmen, ist keine echte Lösung.

Die Ausgleichszulage ist für rund 60.000 Bauernfamilien im benachteiligten Gebiet und im Berggebiet in Bayern eine wertvolle Unterstützung, um die Erschwernisse in der Bewirtschaftung von naturräumlich benachteiligten Regionen auszugleichen. Regionen in Bayern, die entsprechend bisheriger Handhabung als Bergregion einzuordnen sind, sind ergänzend zum bestehenden Berggebiet Bayerns aufzunehmen. Die Ausgleichszulage muss weiterhin stark bleiben, was vor allem in der zweiten Säule der GAP über die Gesamtfinanzierung durch EU-Mittel, Bundes- und Landesmittel möglich ist. Deshalb ist hier auch ein Ausbau der Finanzierung und eine Verbesserung der Förderung anzustreben.

Die EU-Kommission schlägt für die neue Planungsperiode die Förderung von Bildung und Beratung in der zweiten Säule der GAP mit vor. Hier ist bei der Umsetzung eine starke Ausrichtung auf die Land- und Forstwirtschaft sicherzustellen. Für die Angebote muss das im Kommissionsvorschlag vorgesehene Prinzip der Freiwilligkeit gelten. Um mit freiwilligen Beratungsangeboten viele Interessenten zu erreichen, ist der Vorschlag hilfreich, Gruppenberatungen bzw. spezifische Bildungsangebote zu ermöglichen. Als zielführenden und effizienten Ansatz sehen die Betriebe hier ein Gutscheinsystem für Beratungen, Bildungsangebote und Coachings an, das die interessierten Landwirte einfach nutzen können.

Das Risikomanagement hat für land- und forstwirtschaftliche Betriebe immer mehr Bedeutung. Die „Notfall“-Instrumente und die Direktzahlungen in der ersten Säule der GAP unterstützen die Betriebe bei der Risikoabsicherung. Besonders hilfreich wäre eine Risikoausgleichsrücklage, weshalb die Bundesregierung erneut aufgefordert wird, dies in Deutschland einzuführen. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Möglichkeit, dass die Mitgliedstaaten staatlich geförderte Ertragsschadens-, Mehrgefahren- und Einkommensversicherungen auf breiter Ebene einführen, wird vom Berufsstand in Bayern nicht unterstützt. Denn hier würden auch 19 Prozent Versiche-rungssteuer in Deutschland anstehen. Aber unter anderem im Bereich der Hagelversicherung für besonders risikobehaftete landwirtschaftliche Erzeugungsbereiche – wie zum Beispiel Obst und Gemüse mit sehr hohen Versicherungsprämien – wird eine staatliche Förderung unterstützt. Darüber hinaus wird an Politik, Wissenschaft, die Versicherungswirtschaft und alle Beteiligten appelliert, weitere innovative Risikovorsorgeinstrumente zu suchen.

Diesen Artikel empfehlen:
Seite drucken Nach oben
Zur Homeseite
BBV vor Ort
Unterfranken Oberfranken Mittelfranken Oberpfalz Schwaben Oberbayern Niederbayern