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24.01.2018 Position

Nationale Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten

Positionierung des Landesvorstandes der Landfrauen zur Reformulierung von Lebensmitteln

Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband nehmen die Internationale Grüne Woche zum Anlass, statt einer Reformulierung von Lebensmitteln eine umfassende praxisorientierte Ernährungsbildung von klein auf zu fokussieren.
Veränderte Rezepturen für Lebensmittel (Reformulierung von Lebensmitteln) mit weniger Zucker, Salz und Fett sind das Ziel der nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten, für die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits im Mai 2017 einen Entwurf erarbeitet hat.
© Sunny-thought/fotolia.com
Der Landesvorstand der Landfrauen beurteilt die Reformulierung von Lebensmitteln wie folgt:

Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband nehmen die Internationale Grüne Woche zum Anlass, statt einer Reformulierung von Lebensmitteln eine umfassende praxisorientierte Ernährungsbildung von klein auf zu fokussieren.

Veränderte Rezepturen für Lebensmittel (Reformulierung von Lebensmitteln) mit weniger Zucker, Salz und Fett sind das Ziel der nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten, für die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits im Mai 2017 einen Entwurf erarbeitet hat, der allerdings bis heute nicht konkretisiert wurde. Die nationale Strategie soll gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel auf freiwilliger Basis umgesetzt werden und eine gesündere Ernährungsweise fördern.

Die Reformulierung von Lebensmitteln kann aus Sicht der Landfrauen eine sinnvolle Lebensmittelauswahl - wie sie für eine ausgewogene und gesunde Ernährung nötig ist - nicht ersetzen. Denn bei einer gesunden Ernährung geht es auch um die Häufigkeit des Verzehrs von Fertiglebensmitteln oder gesüßten Erfrischungsgetränken.

Die Landfrauen sehen den wichtigsten Beitrag zu einer gesunden Lebensweise in der  praxisorientierten hauswirtschaftlichen Bildung, die sowohl Ernährungsbildung als auch die Vermittlung weiterer hauswirtschaftlicher Kenntnisse umfasst. Diese muss aus Sicht der Landfrauen in Kindergärten, Schulen und in der Erwachsenenbildung fest etabliert werden. Eine frühzeitige Ernährungsbildung ist die beste Grundlage, um bereits jungen Verbrauchern eine gesunde und ausgewogene Ernährung näher zu bringen. Mit einem umfangreichen Ernährungswissen kann jeder Verbraucher eine Lebensmittelauswahl treffen, die seinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben entspricht und eine gesunde Lebensweise fördert. Die Entscheidungsfreiheit des Verbrauchers muss gewahrt bleiben.

Verbraucheraufklärung und -bildung in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen sowie schulbegleitende Projekte legen den Grundstein zum mündigen Verbraucher. Ein interessanter Schulunterricht im Themenfeld Ernährung und Hauswirtschaft sowie Projekte im Bereich „Alltagskompetenz“, die fachliches Wissen mit hauswirtschaftlicher Praxis verknüpfen, setzen hier an. Insbesondere das selber Erleben und Herstellen von gesunden Speisen verbessert die eigene Handlungskompetenz und wirkt dem dauerhaften Verzehr von Fertigprodukten entgegen. Auch erhöht die Verbindung zur Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse die Wertschätzung für Lebensmittel.

Die Landfrauen setzen sich daher für die Vermittlung von „Alltagskompetenzen und Lebensökonomie“ im Schulunterricht aller allgemeinbildenden Schulen ein. Konkret bedeutet dies:
  • „Alltags- und Lebensökonomie“ verpflichtend von der 1. bis 10. Klasse an allen allgemeinbildenden Schulen umsetzen.
  • Hauswirtschaftliche Kompetenz bei der Lehreraus- und -fortbildung für Lehrkräfte stärken, die „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“ unterrichten sollen.
  • Externe Fachkräfte mit hauswirtschaftlichem und landwirtschaftlichem Hintergrund in die Ernährungsbildung im Schulunterricht einbinden.
  • Etablierte Programme, wie „Landfrauen machen Schule“, weiterführen, die Grundschulkindern die Wertschätzung für heimische Lebensmittel und deren Verarbeitung näher bringen.
  • Ansatz des bayerischen Landwirtschaftsministers unterstützen: Jedes Grundschulkind sollte in der Grundschulzeit einmal einen Bauernhof besuchen.
  • Programme zur Ernährungsbildung und zur Vermittlung von Landwirtschaft im Unterricht auch auf weiterführende Schulen ausweiten, um nachhaltig die Verbindung zur Ursprungsproduktion zu festigen.

Bereits im Mai 2016 haben sich die Landfrauen kritisch gegenüber der Ampelkennzeichnung und der Besteuerung bestimmter Nährstoffe wie Zucker oder Fett zur Förderung einer gesunden Ernährung ausgesprochen.
Die farbige Kennzeichnung von Inhaltsstoffen wie Zucker, Fett und Salz in Produkten mittels einer Ampel (rot, gelb, grün) soll dem Verbraucher die visuelle Erkennung der Bewertung eines Produktes auf der Verpackung ermöglichen. Die Landfrauen sehen darin die Gefahr der starken Vereinfachung und lehnen diese ab.
In der Besteuerung bestimmter Nährstoffe als staatliches Regelungselement sehen die Landfrauen eine drastische Maßnahme, die einen Eingriff in die persönliche Freiheit des Verbrauchers bedeutet und lehnen dies ebenfalls ab.

 

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