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07.08.2014 Pressemitteilung

Getreideernte wird zum Glücksspiel

Regional sehr unterschiedliche Ernteverläufe

München (bbv) – Unbeständiges Wetter macht die Getreideernte in vielen Teilen Bayerns zum Glücksspiel. Während die einen noch gar nicht begonnen haben, Winterweizen, Sommergerste und Triticale einzuholen, haben die anderen die Ernte schon abgeschlossen. Insgesamt dürften bisher 4 von knapp 7 Millionen Tonnen Getreide in Bayern geerntet sein, so Matthias Kick, Referent für Getreide und Ölsaaten im Bayerischen Bauernverband.
Die diesjährige Getreideernte fällt regional sehr unterschiedlich aus.
© BBV
Bei den Erträgen bestätigt sich die Befürchtung von extremen Schwankungen. Bei Wintergerste reicht die Spanne der Ertragsmeldungen von 40 bis über 110 dt/ha, so Kick. Auch bei Winterweizen und Sommergerste zeichnen sich ähnliche Entwicklungen ab. Auf schweren Böden berichten Landwirte von Spitzenerträgen, während auf sandigen Standorten, wo im Juni das Wasser ausging, starke Ertragseinbußen zu verzeichnen sind.
 
Sorgen machen den Landwirten zunehmend die anhaltenden Niederschläge. Sie verzögern die Ernte. Was aber viel entscheidender ist, so Kick, ist die Gefahr, dass anhaltender Regen die Qualität des Getreides mindern kann. Das kann dazu führen, dass Winterweizen oder Braugerste die hohen Qualitätsanforderungen der Mühlen und Bäcker sowie der Mälzer und Brauer nicht mehr erfüllen. Kick fordert die Mühlen und Bäcker sowie Mälzer und Brauer auf, einzelene Qualitätsparameter zu überdenken. Kick stützt sich dabei auf die Ergebnisse des Max-Rubner Insititiusts (MRI). In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingeführt, beschreibt die Fallzahl weder den Auswuchs am Korn noch die Backeigenschaften eines Weizenteiges, so das MRI. Eine backtechologische Begründung für die Festlegung von Mindestwerten der Fallzahl gibt es deshalb laut MRI nicht. Neue Weizensorten können trotz niedriger Fallzahlwerte hervorragende Backeigenschaft haben. Bei Braugerste ist das Eiweiß in diesem Jahr wieder ein Thema. Anders als in der Vergangenheit, als den Mälzern und Brauern die Eiweißwerte oftmals zu hoch waren, soll es in diesem Jahr mancherorts zu niedrig sein. „Ich verstehe jeden Landwirt, der sagt jetzt reicht es, und den Braugerstenanbau zukünftig einstellen will“, so Kick. Auch die Landwirte wissen, dass Braugerstenpartien mit unterschiedlichen Eiweißwerten gemischt und daraus problemlos gutes Bier gebraut werden kann. Kick weis aber auch, dass man nicht umhinkomme, dass bestimmte Mindestqualitäten eingehalten werden und sich das auch in unterschiedlichen Preisen niederschlägt. In Extremjahren sollten aber einvernehmlich gewisse Zugeständnisse hinsichtlich Qualität und Preis möglich sein, so Kick.
 
Akzeptiert die aufnehmende Hand Getreideanlieferungen nur mit Preisabschlägen, träfe das viele Getreidebauern in diesem Jahr besonders stark. Welt- und europaweit hohe Ernteerwartungen haben die Getreidepreise mittlerweile soweit nach unten gedrückt, wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Aufgrund der anhaltend hohen Kosten für Betriebsmittel, Maschinen und Pachten bedeutet dies für die Landwirte ein sattes finanzielles Minus. Die Hoffnung auf eine positive Preisentwicklung hat Kick aber noch nicht aufgegeben: „Wir haben sehr oft erlebt, dass nach einer Delle in der Ernte die Getreidepreise im Winter oder Frühjahr wieder deutlich angezogen haben.

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