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06.08.2014 Pressemitteilung

Kooperation sorgt für gute Wasserqualität

Landwirte und Wasserversorger arbeiten für Trinkwasserqualität in Bayern zusammen

Zu jeder Zeit kommt in Bayern kühles, klares und frisches Trinkwasser aus der Leitung. Die Wasserqualität ist dabei sehr gut. Damit das gelingt, arbeiten Wasserversorger und Landwirte für die hohe Qualität des Trinkwassers zusammen.
Landwirte und Wassserversoger arbeiten für die bayerische Wasserqualität zusammen.
© marioArte - Fotolia.com
Mit einem Anteil von über 90 Prozent ist in Bayern das Grundwasser der wichtigste Wasservorrat für die Trinkwassergewinnung. Für seinen Schutz sorgen Wasserschutzgebiete mit entsprechenden Auflagen und freiwillige Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Landwirten. „Alles, was in den Untergrund gelangt, kann sich auf die Qualität unseres Trinkwassers auswirken. Ziel ist es, u.a. hohe Nitratwerte im Grundwasser zu vermeiden. Durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen können wir dies in den Griff bekommen“, sagt Markus Rauh, stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW). „Die bayerischen Land- und Forstwirte sind sich daher ihrer Verantwortung beim Grundwasserschutz als Bewirtschafter eines Großteils der Landesfläche bewusst“, sagt Alfred Enderle, Umweltpräsident des Bayerischen Bauernverbandes. Für eine Verbesserung der Grundwasserqualität treffen Landwirte und Wasserversorgung deshalb seit mehr als zwanzig Jahren geeignete Maßnahmen.

Grundwasser – ein wertvoller Schatz braucht Schutz
Für das pflanzliche Wachstum ist Stickstoff nötig. Um den Bedarf der Pflanzen zu decken, bringen Landwirte bedarfsgerecht und nach gesetzlichen Vorschriften Gülle und Mineraldünger auf die Felder aus. Dabei kann ein Teil der Nährstoffe ungewollt ins Grundwasser sickern. Das Risiko z.B. einer Nitratbelastung des Grundwassers ist aber nicht überall gleich hoch. Entscheidend dabei ist die Reinigungswirkung des Bodens. Das Prinzip ist einfach: Einsickerndes Regenwasser und weitere Stoffe, die auf die Böden aufgebracht werden, durchlaufen verschiedene Schichten im Untergrund und werden dabei gereinigt. Belastungen aus dem Wasser bleiben dabei wie in einem Filter hängen. „Im Normalfall ist die Reinigungswirkung umso höher, je länger das Wasser in Boden- und Gesteinsschichten verweilen kann. Diese natürliche Filterwirkung ist in Bayern aber nicht überall gleich gegeben“, sagt Rauh. „Ausschlaggebend dafür sind die Niederschlags- sowie Boden- und Gesteinsverhältnisse vor Ort.“
 
Hydrogeologische Faktoren sind entscheidend
Hydrogeologisch gesehen verfügt der Süden Bayerns über höhere Niederschläge und einen Untergrund, der das einsickernde Wasser gut aufnehmen, speichern und damit auch auf natürliche Weise reinigen kann. Im Norden ist die Niederschlagsmenge deutlich geringer und zugleich kann das Wasser dort aufgrund der sandigen und klüftigen Gesteinsschichten weniger gut gespeichert werden. Die Nitratbelastungen im Grundwasser können folglich trotz ähnlicher Bewirtschaftung in diesen Regionen höher sein.

Inzwischen wird in Bayern auch der Anbau von Energiepflanzen wie z.B. das Riesenweizengras Szarvasi als grundwasserschonende Alternativen im Wasserschutzgebiet angebaut.
© VBEW
Vorsorge zahlt sich aus
„Um eine hohe Trinkwasserqualität zu gewährleisten, bewirtschaften viele Landwirte ihre Flächen seit Jahren in sehr enger Kooperation mit den örtlichen Wasserversorgern und erzielen dabei gute Ergebnisse“, sagt Enderle. Dabei werden aufgrund der jeweiligen Situation vor Ort entsprechende Vorsorgemaßnahmen vereinbart. Bewährt haben sich beispielsweise der Anbau von Zwischenfrüchten, der mehrjährige Feldfutteranbau, die gezielte Begrünung von Stilllegungsflächen, der Verzicht auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger oder auch die Förderung grundwasserschonender Landmaschinentechnik, indem z.B. anstelle des Pflugs die Scheibenegge eingesetzt wird. Inzwischen wird in Bayern auch der Anbau von Energiepflanzen wie z.B. das Riesenweizengras Szarvasi, die Becherpflanze durchwachsene Silphie und weitere als grundwasserschonende Alternativen im Wasserschutzgebiet forciert und angebaut. „Die Nitratwerte im Grundwasser können dank der guten Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Wasserversorgern gesenkt werden“, beschreibt Rauh den Erfolg der Kooperationen.

Freiwillige Kooperationen – seit Jahren erfolgreiche Praxis
„Die Bauern müssen bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen grundsätzlich eine Vielzahl gesetzlicher Vorgaben beachten“, sagt Enderle. „Zur Sicherstellung der Grundwasserqualität in sensiblen Gebieten sind allerdings häufig besondere Bewirtschaftungsmaßnahmen notwendig.“ Für die Nachteile, die sich für die Bauern aus der eingeschränkten Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Wasserschutzgebieten ergeben, steht den betroffenen Betrieben ein Ausgleich zu. „Dieser gesetzliche Ausgleich wird in Bayern nicht zentral, sondern vor Ort über Kooperationen geregelt. Um einen Anreiz zur grundwasserschonenden Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen in Wasserschutzgebieten zu schaffen, gehen viele Wasserversorger im Rahmen der Kooperationen mit ihren Maßnahmen über die reine gesetzliche Ausgleichspflicht nach § 52 Abs. 5 Wasserhaushaltsgesetz hinaus“, erläutert Rauh.

Trinkwasserqualität – ein gemeinsames Anliegen
Zur Sicherstellung einer weiterhin hohen Trinkwasserqualität in ganz Bayern setzen Wasserversorger und Landwirte ihr hohes Engagement für den vorsorgenden Gewässerschutz auch in Zukunft fort. Dabei gelte es, noch mehr Kooperationspartner für den Grundwasserschutz zu gewinnen.
 

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