Termine und Seminare
Samstag 19. Mai 2018
Neuburg-Schrobenhausen | Köngismoos
Kunstvolle Flechtfrisuren
Die Kunst des Haareflechtens ist nicht nur in der [weiter...]
Samstag 19. Mai 2018
Neuburg-Schrobenhausen | Köngismoos
Make-up Best Ager 40 +
Dieser Kurs für „Best Agers“ richtet sich an [weiter...]
Samstag 19. Mai 2018
Dingolfing-Landau | Dingolfing
AK Photovoltaik - Vorführung Photovoltaikanlagenreinigung
Es beteiligen sich 10 Firmen mit [weiter...]
 [Alle Termine...]
Zur Homeseite
21.05.2013 Pressemitteilung

Droht das Aus für den Rapsanbau?

EU will heimische Eiweiß- und Ölquelle durch iLUC-Faktoren aus dem Markt drängen

München (bbv) – Rapsblüten lassen die bayerische Kulturlandschaft derzeit sonnengelb erstrahlen. Auf etwa 125.000 Hektar wächst der Raps in Bayern, in der gesamten Bundesrepublik wird er auf mehr als 1,4 Mio. Hektar angebaut. Im Sommer können dann in Deutschland mehr als fünf Mio. Tonnen Raps geerntet und in Ölmühlen weiterverarbeitet werden. „Wir Landwirte bauen Raps nicht nur an, um Erneuerbare Energien und Biokraftstoffe zu erzeugen. Der heimische Raps liefert auch beachtliche Mengen an Eiweißfuttermitteln, welche wir für die Erzeugung von Milch und Fleisch benötigen,“ beschreibt Franz Kustner, Vorsitzender des Landesfachausschusses für Nachwachsende Rohstoffe im Bayerischen Bauernverband, die doppelte Bedeutung von Raps für die bayerische Landwirtschaft.
Der heimische Rapsanbau ist in Gefahr.
© BBV

Aus zehn Kilogramm Raps können vier Kilogramm Rapsöl und sechs Kilogramm Eiweißfuttermittel gewonnen werden. Hochwertige Futtermittel wie Getreideschlempe oder Rapskuchen ersetzen in Deutschland zwei Mio. Tonnen Soja und machen so Futtermittelimporte teilweise überflüssig.
 
iLUC wäre das Aus für den heimischen Rapsanbau!
Sorgen bereitet Kustner jedoch die aktuelle Diskussion über die „iLUC-Faktoren“ in Brüssel. Die EU-Kommission und der Umweltausschuss im Europaparlament wollen mit ihrer Hilfe eine so genannte indirekte Landnutzungsänderung erheben und den Raps- sowie Getreideanbau in Europa für die Rodung von Ur- und Regenwälder verantwortlich machen. „Für den heimischen Rapsanbau wäre die Einführung von iLUC-Faktoren eine Katastrophe“, so Kustner. Rapsöl bzw. Biodiesel dürfte dann nicht mehr als Biokraftstoff eingesetzt werden. Dabei hat eine neue Studie der TU Berlin gezeigt, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Einführung von iLUC-Faktoren für Biokraftstoffe aus Raps oder Getreide gibt. „Wenn die Erlöse für das Pflanzenöl wegfallen, wäre der Rapsanbau in Bayern nicht mehr wirtschaftlich und stünde vor dem Aus! So würden auch die heimischen, gentechnikfreien Eiweißfuttermittel verloren gehen. Sie müssten dann durch Importe ersetzt werden“, stellt Kustner die Folgen für die gesamte Landwirtschaft dar.

Appell an die Europaabgeordneten
Deshalb fordert Kustner die Europaabgeordneten auf, die Vorschläge der EU-Kommission – insbesondere die Einführung der iLUC-Faktoren sowie eine Begrenzung von Biokraftstoffen auf fünf Prozent – abzulehnen. „Die Einführung von iLUC-Faktoren rettet keinen einzigen Quadratmeter Urwald!“, so Kustner. Um aktiv gegen die Rodung des Regenwalds vorzugehen, müssten gerodete Flächen in Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Brasilien erfasst und die freigesetzen Treibhausgase auf dort erzeugte Pflanzenöle und Biokraftstoffe angerechnet werden. Darüber hinaus seien bilaterale Abkommen und Marktzugangsbestimmungen die sichersten und schnellsten Maßnahmen, um das Verschwinden des Urwalds zu stoppen, so Kustner.

Biomasse dort einsetzen, wo am meisten CO2 eingespart wird
Außerdem plant die EU die eingesparten Emissionen bei neuartigen Biokraftstoffen aus Holz oder Stroh doppelt bis vierfach anzurechnen. Diese künstliche Besserstellung lehnt der Bayerische Bauernverband ab. Wenn das Holz stattdessen zum Heizen von Häusern und Gebäuden eingesetzt würde, könnten in Deutschland 20 Mio. Tonnen Heizöl bzw. Dieselkraftstoff ersetzt werden. Bei der Umwandlung von Holz zu Biokraftstoffen gehe dagegen mehr als die Hälfe der Energie verloren. Auch der Wert von Stroh als Einstreumaterial und Humuslieferant bleibe unberücksichtigt. „Die politischen Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass Bioenergieträger dort eingesetzt werden, wo sie am meisten fossile Energie ersetzen. Nur so kann auch tatsächlich CO2 eingespart werden“, so Kustner. „Effizient ist es, Holz zu verheizen und Heizöl als Treibstoff zu verwenden!“

 

Thematisch ähnliche Artikel:
Diesen Artikel empfehlen:
Seite drucken Nach oben
Zur Homeseite
string(9) "tag_cloud" string(11) "bbv_vor_ort"
BBV vor Ort
Unterfranken Oberfranken Mittelfranken Oberpfalz Schwaben Oberbayern Niederbayern
string(0) ""